Gute Konjunktur dämpft Gründungseifer in Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

München – Bei Firmengründungen schneidet Bayern schlechter ab als der Norden: Im vergangenen Jahr rangierte der Freistaat mit 139 neuen Unternehmen pro 10 000 Einwohnern bundesweit auf Platz vier hinter Berlin, Hamburg und Niedersachsen.

Diese Zahlen veröffentlichte die auf Förderkredite spezialisierte staatliche Bankengruppe KfW am Dienstag in ihrem neuen „Gründungsmonitor“.

Die gute wirtschaftliche Lage dämpft den Drang zur Selbstständigkeit: Bundesweit ging die Zahl der Firmengründungen um 17 Prozent zurück. Die KfW und auch der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) führen das auf die niedrige Arbeitslosigkeit zurück: Einen Job zu finden sei „derzeit so einfach wie nie“, heißt es in der Studie.

„Die günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt und dessen Aufnahmefähigkeit bleiben eine gute Nachricht, selbst wenn darunter naturgemäß die Gründungstätigkeit leidet“, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU). Gleichwohl hofft die Staatsregierung auf mehr Existenzgründungen durch gezielte Förderung.

In absoluten Zahlen wurden laut BIHK im vergangenen Jahr 89 300 Firmen in Bayern gegründet, 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Das war im achten Jahr in Folge ein Rückgang. In Berlin und Hamburg machten sich 2017 im Schnitt wesentlich mehr Menschen selbstständig als im Freistaat: In den beiden Stadtstaaten kamen 207 neue Firmen auf 10 000 Einwohner.

Das Wirtschaftsministerium baut derzeit in allen Regierungsbezirken digitale Gründerzentren auf, in denen neben Beratung die Vernetzung von Forschung, Gründern und etablierten Firmen die Hauptrolle spielt. Das werde Bayern bei der Gründertätigkeit weiter nach vorne bringen, sagte Pschierer. Schwierig für Gründer seien nach wie vor der Zugang zu Kapital und bürokratische Lasten.  dpa

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare