Goldpreis-Verfall trifft Schweiz

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Zentralbanken passen ihre Goldreserven regelmäßig an den Marktpreis an. dpa

zentralbank Bern/Frankfurt – Der jüngste Goldpreis-Sturz kommt die Schweizer Nationalbank (SNB) teuer zu stehen.

Insgesamt mussten die Notenbanker im ersten Halbjahr 2013 einen Verlust von 7,3 Milliarden Franken (5,9 Mrd. Euro) hinnehmen, wie die SNB in Bern mitteilte.

Maßgeblich waren vor allem Abschreibungen auf das Edelmetall: Die SNB beziffert den Bewertungsverlust auf den Bestand von 1040 Tonnen auf 13,2 Milliarden Franken. Schadensbegrenzung gelang mit Devisengeschäften: Der Gewinn auf die Fremdwährungspositionen der Nationalbank betrug in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 5,8 Milliarden Franken.

Der Goldpreis war zwischen April und Juni massiv unter Druck gekommen, nachdem Profi-Anleger das Edelmetall in Erwartung einer nicht mehr ganz so lockeren US-Geldpolitik auf die Verkaufslisten gesetzt hatten. Ende Juni war der Preis für eine Feinunze (31 Gramm) auf etwa 1180 US-Dollar abgesackt – der tiefste Stand seit Sommer 2010. Experten-Berechnungen zufolge brach der Goldpreis im zweiten Quartal 2013 insgesamt so stark ein wie seit 1920 nicht mehr.

Zentralbanken passen die Bewertung ihrer Goldreserven von Zeit zu Zeit an die Marktpreise an – dadurch können hohe Buchgewinne oder -verluste entstehen.

Den zweitgrößten Goldschatz der Notenbanken weltweit hortet die Deutsche Bundesbank. Ende vergangenen Jahres waren es 3391 Tonnen. Ende Juni bewertete die Bundesbank ihre Goldbestände und Goldforderungen mit 100,3 Milliarden Euro – nach 136,5 Milliarden Euro zum Ende des ersten Quartals.

Bewertungsunterschiede wirken sich bei der Bundesbank nicht auf den Überschuss aus, Abschreibungen gibt es nicht. Vielmehr werden Bilanzpositionen, die Marktpreisschwankungen unterliegen, auf der Passivseite der Bilanz in einem „Ausgleichsposten aus Neubewertung“ ausgewiesen.

Fernab nüchterner Bilanzzahlen kochen beim Thema Gold oft die Emotionen hoch: In Deutschland gab es zuletzt im vergangenen Herbst eine öffentliche Debatte über die Sicherheit des deutschen Goldes im Ausland. Denn fast die Hälfte des Bundesbank-Goldes (1536 Tonnen) lagert nach damaligen Angaben bei der US-Notenbank Fed in New York. Der Rest lagert in London, Paris und Frankfurt. dpa

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