Geldanlage für die Kinder und die Pflegekosten der Eltern

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leser fragen – experten antworten . Manuela A.

: „Wir haben Nachwuchs bekommen und in den Niedrigzinszeiten wollten wir wissen, welche langfristige Anlage Sie empfehlen. Am Besten wäre eine Ansparart mit einem festen Startkapital und der Möglichkeit, hin und wieder etwas einzuzahlen. Auf einen festen monatlichen Beitrag wollen wir uns derzeit nicht festlegen, da im Moment nur einer von uns voll verdient und noch weitere Kinder geplant sind. Auf wen sollte die Geldanlage laufen, dass später auch noch die Möglichkeit besteht, das Geld unter allen Kindern aufzuteilen?“

Die Laufzeit Ihrer Geldanlage ist sehr lang, wenn Sie direkt nach der Geburt mit dem Sparen beginnen. Je nach Entwicklung Ihres Kindes oder Ihrer Kinder wird vielleicht später für einen Schüleraustausch, ein Auslandsjahr oder den Führerschein Geld benötigt. Die Ausbildung steht in frühestens 15 Jahren an. Für solch lange Sparvorgänge eignen sich Aktienfonds hervorragend, da Sie hier eine höhere Durchschnittsrendite erwarten können, als bei Festgeldern. Die Wertschwankungen während der Laufzeit müssen Sie jedoch „aushalten“ können. Achten Sie bei der Wahl des Aktienfonds auf günstige Kaufkosten und niedrige Verwaltungskosten. Sogenannte ETFs (Indexfonds) eignen sich hier besonders gut. Einmaleinzahlungen lohnen sich ab rund 2500 Euro wegen der Kaufgebühren. Sie können aber auch, wenn ein Betrag anzulegen ist, über eine feste Anzahl von Monaten einen Sparplan einrichten und das Geld so langsam in den Aktienfonds fließen lassen. Wenn es aufgebraucht ist, stoppen Sie den Sparplan.

Wenn Sie die Geldanlage auf Ihren eigenen Namen laufen lassen, vielleicht in einem separaten Depot, haben Sie volle Verfügungsgewalt und können den Kindern bei Bedarf entsprechende Summen auszahlen. Läuft das Geld auf den Namen der Kinder, müssen Sie berücksichtigen, dass das Geld dann grundsätzlich schon den Kindern gehört und diese ab dem Alter von 18 Jahren frei darüber verfügen können. Die Kinder können in diesem Fall dann davon auch ein Auto statt der Ausbildung bezahlen. Außerdem kann es für die Bafög-Beantragung zu Nachteilen kommen, da Kinder selbst nur sehr wenig Vermögen haben dürfen.

Kaspar M.: „Gibt es eine gesetzliche Grundlage, dass Kinder für Eltern, die im Pflegeheim leben und deren Einkommen die Heimkosten nicht deckt, den restlichen Anteil übernehmen müssen? Ist es moralische Pflicht und Anstand oder richtet sich der Beitrag nach Vermögen und Einkommen des Kindes? Wir sind zwei Geschwister.“

Das Gesetz regelt in § 1601 BGB, dass Verwandte in gerader Linie verpflichtet sind, einander Unterhalt zu gewähren. Mehrere Kinder haften anteilig nach Maßgabe ihrer jeweiligen Erwerbs- und Vermögensverhältnisse (§ 1606 Abs. 3 Satz 1 BGB). Wie viel von den eigenen Einkünften für die Altersvorsorge der Eltern anzusetzen ist, bestimmt sich unter anderem nach den folgenden Maßgaben: Entscheidend ist das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen – wobei hier zu berücksichtigen ist, das grundsätzlich 25 Prozent des Bruttoeinkommens für die eigene Altersvorsorge eingesetzt werden dürfen. Zins- und Tilgungsleistungen sind je nach den Umständen des einzelnen Falles zu berücksichtigen. Von dem errechneten bereinigten Nettoeinkommen muss dem unterhaltspflichtigen Kind nicht nur der Selbstbehalt bleiben, sondern es sind auch vorrangige Unterhaltspflichten gegenüber den eigenen Kindern oder (Ex-)Ehegatten zu berücksichtigen.

Dem Unterhaltspflichtigen steht ab 1.1.2015 ein Selbstbehalt von 1800 Euro und für seinen Ehepartner von 1440 Euro pro Monat zu. Der Familienselbstbehalt beläuft sich damit ab 1.1.2015 monatlich auf 3240 Euro. Reicht dieses Einkommen nicht aus, um den Elternunterhalt abzudecken, bleibt zu prüfen, inwieweit unterhaltspflichtige Kinder mit dem eigenen Vermögen für den Unterhalt der Eltern einstehen müssen. Ausgenommen vom Vermögen ist das sogenannte Altersvorsorgeschonvermögen. Dies ist das Vermögen, das nachweislich der eigenen Alterssicherung dient. Es bleibt (bis zu den zulässigen Höchstgrenzen) unangetastet. Ebenso wird der Wert der selbst genutzten Immobilie nicht berücksichtigt (nach der Entscheidung des BGH vom 7.8.2013), so dass diese nicht verkauft oder vermietet werden muss.

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