Geld, das sich selbst verwaltet

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Stefanie KühnPrivate Finanzplanung Kühn Grafing

leser Fragen – Experten antworten Franz S.

: „Mein Sohn ist 32 Jahre alt und ist wegen großer psychischer Probleme seit Jahren in stationärer Unterbringung. Ich bin 67 Jahre alt und möchte ihn versorgt wissen. Dazu will ich ihm 180 000 Euro so zukommen lassen, dass er möglichst sein Leben lang damit auskommt. Seine jüngere Schwester könnte die Testamentsvollstreckung übernehmen. Ich hatte daran gedacht, inflationsindexierte Bundesanleihen zu kaufen. Mein Sohn hat kein eigenes Bankkonto, was er braucht, bekommt er von mir in bar. Oder eben von der Heimleitung. Sein Aufenthalt wird vom Heimträger-Bezirk getragen. Deshalb dürfen die Zuwendungen nicht zu hoch sein. Ich dachte an 2000 Euro im Jahr, das würde ihm genügen. Eine Art Rente kommt nicht in Frage, weil er das Geld jetzt benötigt. Sollte der Anlagebetrag vielleicht anders aufgeteilt werden?“

Es ist immer besonders anspruchsvoll, Gelder so anzulegen, dass sie sich „quasi von selbst“ verwalten. Ich verstehe Ihre Frage so, dass Sie das Geld so anlegen möchten, dass Ihr Sohn lebenslang 2000 Euro pro Jahr daraus erhalten kann. Bis zu Ihrem Tod geben Sie es ihm, danach ist eine Testamentsvollstreckung durch die Schwester eine sinnvolle Lösung. Die testamentarische Lösung mit der Anordnung zur Testamentsvollstreckung sollte von einem Anwalt begleitet werden. Wenn Sie 1,5% Rendite nach Steuern erzielen, beträgt die jährlich mögliche Zuwendung ohne Kapitalverzehr 2700 Euro, also sogar mehr als der gewünschte Betrag. Der Inflationsausgleich sollte natürlich stattfinden, damit die Kaufkraft erhalten bleibt.

Inflationsindexierte Bundesanleihen sind grundsätzlich eine Idee, um Ihr Ziel zu erreichen. Der deutsche Staat hat solche Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten aufgelegt. Normale Bundesanleihen rentieren derzeit sehr niedrig. Diese beiden Anlagen sind sicherlich eine der sichersten Anlagen, die es derzeit gibt. Die Gefahr, die besteht, sind Kursverluste, sollten die Zinsen erhöht werden. Halten Sie eine Anleihe bis zum Ende, kann Ihnen dies egal sein – die Zinsen kommen ja weiter. Derzeit erzielen Sie mit normalen Festgeldern höhere Renditen als mit Bundesanleihen, wenn Sie zu den Banken gehen, die in den Rankings ganz oben stehen. Der Inflationsausgleich ist ab einer Anlagedauer von fünf Jahren gerade noch so erzielbar. Bitte beachten Sie dabei aber die Einlagensicherung. Möglich wäre eine gestaffelte Anlage von Beträgen mit unterschiedlichen Laufzeiten. So etwas wäre von der Schwester später auch leicht zu verwalten. Grundsätzlich würde bei dem Anlagebetrag auch nichts gegen eine 10-prozentige Aktienquote sprechen, es wäre ja genug Geld da, um die jährliche Entnahme zu bestreiten.

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