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„Für den Winter sparen“

Gaskrise in Deutschland: Großvermieter in Sachsen stellt stundenweise Warmwasser ab

  • Lisa Mayerhofer
    VonLisa Mayerhofer
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Wegen der Gaskrise droht Millionen Haushalten eine Preisexplosion bei den Energiekosten. Ein Großvermieter in Sachsen hat darauf reagiert und die Warmwasserzeiten seiner Mieter eingeschränkt.

Dippoldiswalde – Die Sorge vor einem möglichen Totalausfall von russischen Gaslieferungen wächst. Die Folgen könnten dramatisch sein und unter anderem eine gewaltige Preisexplosion bei den Energiekosten nach sich ziehen. In Sachsen hat die Wohnungsgenossenschaft Dippoldiswalde angesichts der steigenden Kosten schon zu harten Maßnahmen gegriffen.

Energiekrise: Vermieter stellt stundenweise Warmwasser ab

„Wir müssen jetzt für den Winter sparen“, verkündet der Großvermieter in einem Aushang, der auch auf Facebook gepostet wurde. Bis September wird deshalb die Heizung in den Häusern abgestellt; Warmwasser gibt es nur zu bestimmten Zeiten morgens, mittags und abends. Gegenüber RTL hat die Wohnungsgenossenschaft diese Maßnahmen bestätigt, von der 300 der 600 Wohnungen des Vermieters betroffen sind.

In den sozialen Netzwerken stößt der Schritt auf Empörung. Wütende Facebook-Nutzer schreiben von „Nötigung“ und raten betroffenen Mietern zur Klage. Gegenüber RTL verteidigt die Wohnungsgenossenschaft ihren Schritt: Die Mieter sollen auf diese Weise vor noch deutlich höheren Rechnungen in einigen Monaten bewahrt werden, sagt Vorstand Falk Kühn-Meisegeier dem Sender. Die Mitglieder der Genossenschaft seien „keine Einkommensmillionäre“ und würden teilweise unter der Armutsgrenze leben. Durch die Einteilung von Warmwasser soll Gas eingespart und die steigenden Preise ein wenig abgefedert werden.

Gesetzlicher Anspruch auf Warmwasser: Mieterverein kritisiert Vorgehen des Vermieters scharf

 „Wir wollen, dass unsere Leute im nächsten Jahr keinen Schreck bekommen, wenn sie auf ihre Nebenkosten-Abrechnung schauen“, sagt der Vorstand auch gegenüber dem MDR. Darüber hinaus müsse die Genossenschaft beim örtlichen Energieversorger in Vorkasse gehen. Statt mit rund 100.000 Euro Vorauszahlungen wie für das Jahr 2021 rechne die Genossenschaft für das Jahr 2022 nun mit 400.000 Euro, sagte Kühn-Meisegeier dem MDR. Bei den Mietern würden die Maßnahmen auf Verständnis stoßen, so die Genossenschaft.

Wenn mindestens ein Mieter doch nicht mit der Regulierung einverstanden ist, könnte es laut dem Mieterverein Sachsen allerdings ein juristisches Nachspiel für die Genossenschaft geben. Denn: Ein Vermieter dürfe nicht einseitig beschließen, das warme Wasser abzudrehen. „Mängelfrei ist eine Wohnung dann, wenn 24 Stunden am Tag warmes Wasser zur Verfügung steht“, erklärt Sprecher Florian Bau in der Leipziger Volkszeitung. Sei das nicht der Fall, könnten Bewohner unter Umständen die Miete mindern, da sie einen gesetzlichen Anspruch auf warmes Wasser hätten.

Im MDR rät Bau den betroffenen Mietern, der Genossenschaft zu schreiben, dass sie mit der Warmwasserregulierung nicht einverstanden sind. „Ansonsten können sie gegebenenfalls die Miete mindern oder ihr Recht mit gerichtlicher Hilfe durchsetzen“, sagte Bau, der auch Rechtsberater beim Mieterverein Dresden ist.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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