Nur ganze Nüsse sind unbelastet

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Gesunde Fette und Vitamine: In Walnüssen steckt jede Menge Omega-3-Fettsäure, Haselnüsse liefern sehr viel Vitamin E. Foto: Panthermedia
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Gesunde Fette und Vitamine: In Walnüssen steckt jede Menge Omega-3-Fettsäure, Haselnüsse liefern sehr viel Vitamin E. Foto: Panthermedia

Verbraucher sollten Nüsse am besten als ganze Kerne kaufen – und diese dann selbst mahlen. Denn: Geknackte Hasel- und Walnüsse schimmeln schnell. Das zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest.

Test

Gemahlene Haselnüsse können kleine Mengen von Schadstoffen enthalten. Bei ganzen Hasel- oder Walnusskernen ist das dagegen fast nie ein Problem. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Stiftung Warentest. In einem Schadstoff-Test hatte die Stiftung insgesamt 25 verschiedene Nussprodukte unter die Lupe genommen (Ausgabe 11/2017).

Schimmelrückstände

Die Tester fanden in den 25 Produkten mit Hasel- und Walnüssen keine dramatischen Belastungen, aber gute Gründe, die ganzen Kerne zu kaufen. In den Kernen fanden die Tester nämlich gar keine Schimmelpilzgifte, während in einigen Haselnussmehlen geringe Gehalte nachgewiesen wurden. Und zwar in den gemahlenen Haselnüssen von Lidl, Märsch Import, Rewe und Netto Marken-Discount. Unter den gemahlenen Haselnüssen schnitten allein die Produkte von Denn’s Biomarkt (Denree Haselnüsse gemahlen) mit „sehr gut“ ab.

Schimmelpilze erzeugen krebserregende Gifte. Geknackte Nüsse sind anfällig für Schimmel, wenn sie nach der Ernte nicht genug trocknen, zu feucht oder zu warm lagern, schreiben die Tester. Schimmelpilze könnten sich dann ausbreiten und giftige Stoffwechselprodukte bilden, sogenannte Aflatoxine. „Sie weisen ein hohes krebserregendes Potenzial auf“ und „können das Erbgut schädigen“, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung in einer Stellungnahme. Belastungen sollten so gering wie möglich sein.

Mineralölreste

Auch gesundheitskritische Mineralölbestandteile können auf Nüsse übergehen – und zwar während der ganzen Produktion: beim Knacken und Trocknen im Heimatland, beim Transport, beim Mahlen und Abpacken in Kunststofftüten. Weil Nüsse trockene Lebensmittel sind und im gemahlenen Zustand auch noch eine riesige Oberfläche haben, können sie Mineralölbestandteile besonders leicht aufnehmen. Einige gelten als möglicherweise krebserregend, andere können sich in menschlichen Organen anreichern. Die Tester wiesen in zwei Produkten geringe Mengen an Mineralölbestandteilen nach – und zwar in den Nussmehlen von Edeka und Rewe.

Herkunftsländer

In Deutschland wachsen zwar reichlich Nüsse – aber vorrangig in Wäldern, Parks und Gärten. Nussanbau in großem Stil existiert hier nicht, sodass fast alle Nüsse im Handel aus dem Ausland stammen. Hauptlieferant für Walnüsse ist Kalifornien. Die mit Abstand meisten Haselnüsse auf dem Weltmarkt und auch im Test stammen aus der Türkei. Dort stehen die Arbeitsbedingungen der Erntehelfer seit einigen Jahren in der Kritik. Die Fair Labor Association schreibt in ihrem aktuellen Bericht, dass bei der Ernte nach wie vor Kinderarbeit, schlechte Bezahlung und lange Arbeitstage zu registrieren sind. Große Unternehmen unterstützen diese und andere Organisationen und engagieren sich so für bessere Bedingungen bei der Haselnussernte. Doch das Angebot zertifizierter Nüsse ist noch klein.

Reste anderer Sorten

Außerdem fanden die Tester in fast allen Packungen mit gemahlenen Haselnüssen Spuren anderer Nüsse wie Mandel oder Cashew. Über 0,2 Prozent lag deren Anteil zwar nie, Allergiker können den Angaben nach aber auch auf solche Mengen reagieren.

Die ungemahlenen Walnusskerne im Test kosten zwischen 1 und 3,30 Euro pro 100 Gramm, Bioprodukte sind dabei mehr als doppelt so teuer wie die Eigenmarken der Discounter und Supermärkte. Bei den getesteten Haselnusskernen ist die Preisspanne nicht ganz so groß: Sie gibt es für 1,15 bis 2,50 Euro pro 100 Gramm. dpa/mm

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