Ex-Siemens-Manager empört

  • schließen
  • Weitere
    schließen

prozess München – Im Strafprozess gegen den früheren Siemens-Topmanager Uriel Sharef wegen Verdachts der Untreue haben Gericht und Verteidigung die Staatsanwaltschaft kritisiert.

Sharefs Anwalt Heiko Lesch warf der Anklagebehörde vor dem Landgericht München ein skandalöses Verhalten vor. Er beantragte unter anderem wegen lückenhafter Aktenführung die Einstellung des Verfahrens. Der bisherige Prozess habe gezeigt, dass den Richtern wichtige Unterlagen vorenthalten worden seien. Die Vollständigkeitserklärungen hätten sich als falsch herausgestellt. Ein fairer Prozess sei nicht möglich. „Die Staatsanwaltschaft hat jegliche Glaubwürdigkeit verspielt.“

Die Staatsanwälte entgegneten, die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage. Sie warfen dem Verteidiger ein „großes Theater“ vor. „Das ist ein durchsichtiger Versuch, dieses Verfahren zum Scheitern zu bringen.“ Sharef ist wegen Untreue angeklagt, weil er für ein Geschäft mit fälschungssicheren Ausweise in Argentinien ein Bestechungssystem gedeckt haben soll.

Vor wenigen Wochen war in dem Prozess, der im September begonnen hatte, ein ehemaliger Siemens-Jurist als Zeuge vernommen worden. Er hat nach Angaben von Lesch gesagt, er sei während des Ermittlungsverfahrens vor Prozessbeginn fünf- bis sechsmal vernommen worden. In den Akten hätten sich aber nur zwei Vernehmungsprotokolle gefunden.

Die Vorsitzende Richterin Jutta Zeilinger erklärte, sämtliche von Lesch benannten Tatsachen in dem Antrag auf Einstellung des Prozesses seien zutreffend. Es sei nicht nachvollziehbar, warum fehlende Vernehmungsprotokolle erst von der Staatsanwaltschaft nachgereicht werden mussten. Auf den Antrag der Verteidigung will die Strafkammer aber erst in ihrer abschließenden Entscheidung eingehen.

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare