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Nach jahrelangen Verhandlungen

EU baut weltgrößte Freihandelszone mit Südamerika auf - doch Bauern sind entsetzt

Güllertrecker auf dem Feld
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Güllertrecker auf dem Feld: Das neue Freihandelsabkommen mit Südamerika wird viel verändern. Landwirte sind deswegen in Sorge.

Die EU hat das weltweit größte Freihandelsabkommen mit Südamerika vereinbart. Doch prompt gibt es Ärger: Deutsche Bauern sind wütend.

Brüssel - Die EU und der südamerikanische Staatenbund Mercosur wollen gemeinsam die größte Freihandelszone der Welt aufbauen. Nach jahrelangen Verhandlungen sei eine politische Einigung erzielt worden, bestätigte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Freitagabend. Er sprach von einem „historischen Moment“ und großartigen Nachrichten für Unternehmen, Arbeitnehmer und die Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantik.

Doch schon am Samstag äußerte sich der Deutsche Bauernverband (DBV) und übte scharfe Kritik an dem Handelsvertrag zwischen der Europäischen Union und dem südamerikanischen Wirtschaftsblock Mercosur. "Es ist nicht zu akzeptieren, dass die EU-Kommission diese völlig unausgewogene Vereinbarung unterzeichnet", erklärte Bauernpräsident Joachim Rukwied am Samstag.

Zum Mercosur gehören Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Auch Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro nannte das Abkommen historisch. „Dies wird eines der wichtigsten Handelsabkommen aller Zeiten sein und unserer Wirtschaft enorme Vorteile bringen. Großartiger Tag““, twitterte er.

Historisches Abkommen betrifft 780 Millionen Menschen

Das Abkommen berührt 780 Millionen Menschen in beiden Staatengruppen. Es soll Unternehmen in der EU jährlich vier Milliarden Euro an Zöllen ersparen und so Exporte ankurbeln. So wurden bisher zum Beispiel 35 Prozent Zoll auf Autos fällig, die in den Mercosur geliefert wurden. Auch die Abgaben auf landwirtschaftliche Produkte sollen beschnitten werden.

EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan räumte ein, das werde einige Herausforderungen für europäische Bauern bringen. Doch würden die Märkte für Produkte aus dem Mercosur nur mit „sorgsam gemanagten Quoten“ geöffnet. Das werde verhindern, dass der EU-Markt überflutet und der Wohlstand der Bauern hier bedroht werde.

Handelsabkommen: Für Bauern stehen „Herausforderungen“ bevor

Die Exporte von EU-Unternehmen in die vier Mercosur-Staaten beliefen sich 2018 auf rund 45 Milliarden Euro, in die andere Richtung waren es Ausfuhren im Wert von 42,6 Milliarden Euro. Für den lateinamerikanischen Staatenbund ist die EU bereits heute der wichtigste Handels- und Investmentpartner.

Die Mercosur-Staaten exportieren vor allem Nahrungsmittel, Getränke und Tabak in die EU. Von dort gehen wiederum vor allem Maschinen, Transportausrüstungen sowie Chemikalien und pharmazeutische Produkte nach Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay.

Ende November 2019 wollen Deutschlands Landwirte gegen die Agrarpolitik der GroKo protestieren - in der Kritik steht dabei auch das Abkommen mit den Mercosur-Staaten.

dpa

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