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So erkennt man echte Adventsschmankerl

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Ein „Feiner Lebkuchen“ ist nicht der Beste. Der Gehalt an Nüssen reicht bei Lebkuchen von zehn bis 25 Prozent. Foto: Panthermedia

Stress lass nach! Wir befinden uns in der Vorweihnachtszeit und hätten eigentlich das Rüstzeug zur Gemütlichkeit schnell beieinander: Eine duftende Bienenwachs-Kerze mit Tannenzweig und Strohstern, ein gutes Buch und Schuberts Winterreise im Hintergrund, Apfel, Walnüsse und heißer Tee.

Oder ein Glaserl Glühwein und ein feiner Lebkuchen? Letztere Schmankerl schwächeln hie und da etwas in der Qualität. Hier die wichtigsten Informationen:

Glühwein

Kalte Gewürzweine sollen bereits in der Antike beliebt gewesen sein. Das Heißgetränk gibt es angeblich erst seit 1956, erfunden in einem Augsburger Weinkeller. Es war damals zuckerfrei. Heute wird roter oder weißer Wein klassischerweise mit Zimt, Nelken, Orangen- oder Zitronenschale, Stern-anis und jeder Menge Zucker versetzt. Die Qualität des Weines spielt bei industrieller Glühweinproduktion meist eine untergeordnete Rolle. Es lässt sich davon ausgehen, dass es sich nicht unbedingt um die beste Qualität handelt.

Die Franken mögen das winterliche Gesöff eher aus Weißwein, andere Regionen bevorzugen den Roten. Der Gesetzgeber hat den Alkoholgehalt im Standard-Glühwein geregelt. Im heißen Zustand muss er bei mindestens sieben Prozent liegen. Der Siedepunkt des Alkohols liegt bei 78 Grad. Wird er heißer, verliert er Alkohol. Lange Erhitzungszeiten lassen den Zucker karamellisieren und die Gewürze bitter werden. Damit leidet der Geschmack. Der Zucker sorgt dafür, dass die Darmschleimhaut den Alkohol noch schneller aufnimmt und Hirn- und Leberstoffwechsel ganz gehörig auf Trab hält. Eine länger anhaltende wärmende Nebenwirkung schafft dagegen heißer Tee oder heißer, möglichst naturtrüber Apfelsaft mit weihnachtlichen Gewürzen.

Lebkuchen

Noch heute besteht der Elisenlebkuchen aus besten Zutaten. Gemäß der Leitsätze soll der Feinste aller Lebkuchen aus mindestens 25 Prozent Edelölsamen wie Mandeln, Walnüsse oder Haselnüsse bestehen. Die Menge der Getreidemahlerzeugnisse ist auf maximal zehn Prozent oder 7,5 Prozent Stärke reduziert. Der Überzug muss aus hochwertiger Kuvertüre sein. Die enthält nur Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker. In einer kakaohaltigen Fettglasur dagegen wird die Kakaobutter durch billige Pflanzenfette ersetzt. Eine ordentliche Schokoladenschicht hält den Lebkuchen saftig und frisch.

Weil die Geschmäcker verschieden sind, werden die Lebkuchen in „weiß“ mit Zuckerglasur, „schwarz“ mit Schokoladenüberzug oder „natur“ angeboten. Ein echter Nürnberger Elisenlebkuchen enthält mindestens 25 Prozent Nüsse, Walnüsse oder Mandeln, höchstens zehn Prozent Mehl und andere Zutaten wie Eiweiß, Honig, Zucker, Marzipan, Aprikosenmarmelade, Zitronat, Orangeat und klassische Gewürze wie beispielsweise Zimt, Muskatnuss, Kardamom, Nelken und Piment.

Auch bei Lebkuchen lohnt es sich, einen kritischen Blick auf die Zutatenliste zu werfen. Werden wirklich gute Zutaten verwendet, ist ein Dumping-Preis schier unmöglich. Feine Lebkuchen müssen im Vergleich zu Elisenlebkuchen nur mindestens 12,5 Prozent Haselnüsse, Mandeln oder Walnüsse enthalten, bei gewöhnlichen Oblatenlebkuchen bedarf es lediglich sieben Prozent. Ursprünglich wurden Lebkuchen nur mit Honig gebacken. Heute tut es auch Glucose-Fruktosesirup, Invertzuckercreme oder Kristallzucker. Gewürze wie Ceylon-Zimt können durch Aromastoffe ersetzt werden.

Glühweingewürz

(1 Portion)

5 Gewürznelken,

1 Zimtstange,

2 Stücke getrocknete Bio-Orangenschale,

2 Sternanis,

3 Kardamomkapseln,

2 kleine Stücke Vanillestange Zutaten in ein Zellophantütchen geben, beschriften und mit einem Weihnachtsbändchen verschließen. An eine Flasche Wein oder feinen „Sorten-Apfelsaft“ hängen und verschenken.

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