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Erbansprüche der zweiten Frau

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Dr. Anton SteinerFachanwalt für Erbrecht,Präsident des deutschen Forums für Erbrecht München

Alfred H.: „Ein Ehepaar mit Tochter wird geschieden, im Scheidungsvertrag wurde durch die Anwälte vermerkt, dass die gemeinsame Tochter Erbin des Nachlasses von beiden wird. Nun hat der Mann wieder geheiratet, wobei ein Kind von der Frau in die Ehe kam. Bei der Heirat wurde notariell nichts vereinbart, da man davon ausging, dass die Frau nur am Zugewinn während der Ehe erbberechtigt ist. Hat nun die Frau auf das ganze Vermögen Anspruch oder nur auf den Zugewinn während der Ehezeit?“

In der Tat kann in einem notariell beurkundeten Scheidungsvertrag auch eine Erbeinsetzung geregelt werden, dann handelt es sich um eine Kombination aus Scheidungs- und Erbvertrag. Meist wird darin geregelt, dass diese Erbeinsetzung (der gemeinsamen Tochter) auch dann gültig sein soll, wenn eine neue Heirat erfolgt. Dann ist es tatsächlich so, dass im Erbfall die zweite Ehefrau nur Anspruch auf Zugewinnausgleich und Pflichtteil hat. Nach der gesetzlichen Erbfolge hätte die zweite Ehefrau bei Vorhandensein einer Tochter aus erster Ehe übrigens nie Anspruch auf den gesamten Nachlass, es entstünde dann eine Erbengemeinschaft. Wie Sie sehen, sind die Dinge kompliziert und Sie sollten die Rechtslage mit dem Anwalt besprechen, der Sie damals bei Abfassung des Scheidungsvertrages vertreten hat.

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