Elektronik trifft Tradition

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Trends von der Spielwarenmesse . Die Spielwarenmesse in Nürnberg setzt in diesem Jahr verstärkt auf eine Verbindung von Tradition und Elektronik.

Auf der Neuheitenschau waren viele Produkte mit klassischem Flair und zahlreiche Spielwaren voller technischer Raffinessen zu sehen. „Die Vielfalt ist auch in diesem Jahr unglaublich“, sagte der Chef der Spielzeugmesse, Ernst Kick. Dazu müsse man wissen, dass 40 Prozent der Spielwaren nur eine Lebensdauer von eineinhalb Jahren hätten. „Das heißt, es gibt eine enorme Innovationskraft in der Branche, weil der Zwang besteht, ständig neue Produkte zu entwickeln und zu erfinden.“

Plüsch, Puppen und Brettspiele seien dabei genauso gefragt wie der wachsende Bereich elektronischer und technischer Spielwaren. Beides – Tradition und Elektronik – treffe zusammen, wodurch neue Spielwelten entstünden, sagte Kick weiter.

Teamgeist

Prinzessin Zaffira ist in großer Gefahr. Ein Drache hat die Schönheit in einen Turm gesperrt. Also höchste Zeit für den Auftritt eines Prinzen. Wer aber meint, dass es auf den Einzelkämpfer ankommt, irrt gewaltig. Um die Prinzessin aus ihrer misslichen Lage zu befreien, muss der Prinz auf seine Gefährten zählen können. Die Zeit drängt – denn wenn der Drache aus seinem Schlaf erwacht und die Retterschar entdeckt, lässt er den Turm einstürzen. Und dann hätten alle verloren.

Das Märchenszenario ist die Handlung eines Spiels für Mädchen und Jungen ab fünf Jahren, das offenbar schwer in Mode kommt. So sieht es zumindest ein internationales Gremium aus Branchenexperten, das vor der Spielwarenmesse in Nürnberg Trends ausgemacht hat. „Team Spirit“, also „Teamgeist“ heißt eine der großen Wellen, die aus Sicht der Fachleute 2018 in die deutschen Kinderzimmer schwappen dürfte.

Dabei geht es um sogenannte Kooperationsspiele, die Gemeinschaftssinn und Dialog fördern sollen. Also Fähigkeiten, die auch im Berufsleben wichtiger denn je sind, wie die Macher der Spielwarenmesse erläutern. Denn ohne Kooperation, soziale Interaktion und Flexibilität komme man heutzutage nicht weit.

Digital Detox

Überhaupt scheint es gerade bei Kooperationsspielen einen Gegentrend zur Digitalisierung zu geben. Dieser Eindruck drängt sich zumindest auf, wenn man sich eine Übersicht über Spiele und Spielwaren ansieht, die das internationale Expertengremium für gelungene Beispiele für den Trend „Team Spirit“ hält: Viele verzichten völlig auf elektronische Spielereien oder Digitales.

„Es gibt Menschen, die nach einem Berufsalltag vor dem Computer und am Smartphone verstärkt das Bedürfnis haben, real zusammenzukommen“, sagt der Spieleforscher Jens Junge. Abends werde dann „Digital Detox“ – also eine digitale Entgiftung – betrieben. „Das Handy wird heute ausgeschaltet, der Computer bleibt kalt, und wir treffen uns im Wohnzimmer und machen wieder eine Pappschachtel auf.“ „Je menschenähnlicher Technologie wird, desto wichtiger ist es, dass wir uns wieder auf unsere ureigenen menschlichen Fähigkeiten berufen. Und da steht das Spielerische und Soziale an oberster Stelle“, meint Christian Schuldt, Trendforscher beim Zukunftsinstitut in Frankfurt am Main.

Die Messe startete gestern Abend mit der Neuheitenschau, der eigentliche Messebetrieb, zu dem Verbraucher und speziell Kinder nicht zugelassen sind, beginnt heute.

bernard darko

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