Ekel-Bakterien in Burger-King-Küchen

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Ein Fernsehreporter ließ sich in verschiedenen Burger-King-Filialen anstellen, um über Missstände zu berichten. Er fand abgelaufene Lebensmittel, schlechte Hygiene und miese Arbeitsbedingungen.

Gastronomie

Ein Fernsehreporter ließ sich in verschiedenen Burger-King-Filialen anstellen, um über Missstände zu berichten. Er fand abgelaufene Lebensmittel, schlechte Hygiene und miese Arbeitsbedingungen.

München – In mehreren deutschen Filialen von Burger King gibt es nach RTL-Recherchen schwere Hygienemängel. Ein eingeschleuster Reporter habe für die Sendung „Team Wallraff – Reporter Undercover“ unter anderem dokumentiert, dass dort Lebensmittel mit abgelaufenem Verfallsdatum verarbeitet würden. Die Vorwürfe beziehen sich ausschließlich auf Filialen (darunter elf in München), die ein selbstständiger Lizenznehmer im sogenannten Franchising betreibt.

Burger King nannte die Vorwürfe sehr beunruhigend. Die in der Sendung dargestellten Handlungen seien eine Verletzung der Unternehmenswerte, teilte eine Sprecherin mit. Von dem betroffenen Franchise-nehmer war keine Stellungnahme zu erhalten.

Burger King ist seit 1976 in Deutschland vertreten. Die knapp 700 Restaurants werden fast alle von unabhängigen Unternehmern im Franchisesystem betrieben. Dabei stellt der Franchisegeber Marke und Produkte zur Verfügung, der Franchisenehmer betreibt einzelne Filialen.

Der Reporter hielt nach RTL-Angaben mit versteckter Kamera fest, wie in Betrieben des Konzessionsinhabers abgelaufene Lebensmittel wie Salate, die nach internen Vorschriften nicht mehr verwendet werden durften, mit neuen Etiketten versehen und weiter verarbeitet wurden. In einer Küche seien Darmbakterien nachgewiesen worden. Manche Mitarbeiter hätten nach dem Reinigen von Toiletten in derselben Kleidung Küchendienst geleistet.

Außerdem berichtete RTL über schlechte Arbeitsbedingungen bei dem Unternehmen, das mehrere Schnellrestaurants betreibt. Einem ehemaligen Schichtleiter seien 1500 Euro pro Monat angeboten worden. Überstunden sollten nicht bezahlt werden, Urlaubs- und Weihnachtsgeld gebe es nicht. Das widerspricht RTL zufolge schriftlichen Zusagen des Unternehmers, die es bei der Übernahme der Filialen gemacht habe.

Burger King distanzierte sich von dem Franchisenehmer. „Wir haben keinerlei Toleranz oder Akzeptanz für Handlungen, die das langjährige Vertrauen unserer Gäste und den Ruf, den wir über die vergangenen Jahre aufgebaut haben, untergraben.“ Burger King entwickle mit dem betroffenen Unternehmer einen Aktionsplan, um Wiederholungen zu verhindern. „Dieser Plan umfasst ein erneutes intensives Training aller Mitarbeiter sowie des Managements.“

Die Organisation foodwatch forderte, Verbraucher dürften von ekelerregenden Hygieneverstößen nicht nur aus den Medien erfahren. „Alle Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelkontrolle müssen an der Eingangstür ausgehängt werden“, sagte Sprecher Andreas Winkler.  mm/dpa

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