Eine Frage des Stils: Was man wann trägt

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Kleider machen Leute. Das gilt vor allem in der Geschäftswelt. Mit welcher Kleidung man im Job eine gute Figur macht und wovon man lieber die Finger lassen sollte. Die Dresscodes im Überblick.

dresscode im Beruf

Kleider machen Leute. Das gilt vor allem in der Geschäftswelt. Mit welcher Kleidung man im Job eine gute Figur macht und wovon man lieber die Finger lassen sollte. Die Dresscodes im Überblick.

von hanny hellrung

München – Ein Outfit sticht ins Auge, ist Ausdruck der Persönlichkeit und Wertschätzung gegenüber den Mitmenschen. Die Wahl der richtigen Kleidung sei deshalb nicht zu unterschätzen, sagt Janine Katharina Pötsch (35). Als Stilexpertin und Knigge-Trainerin berät die Münchnerin Menschen, die den passenden Kleidungsstil finden wollen. Zuallererst müsse die Basis stimmen: „Die Kleidung sollte gepflegt, die Hacken der Schuhe nicht abgelaufen und alle Knöpfe an ihrem Platz sein“. Wer diese Regel, also das „wie“ der Kleidung, beherzigt, dem stellt sich die Frage nach dem „was“.

-In welchen Branchen gilt welcher Dresscode?

Für den Berufsalltag gilt, dass jede Branche ihren eigenen Dresscode hat. Pötsch erläutert: „In den klassischen Branchen wie bei Banken, Beratungsunternehmen und Anwälten geht ohne Anzug und Krawatte gar nichts.“ In kreativen Unternehmen wie in Marketing- und Designagenturen seien die Vorgaben hingegen etwas lockerer. Als Arzt, Polizist oder Steward hat man es einfacher: Aufgrund der Uniformpflicht hat man keine Möglichkeiten, seine Garderobe selbst zu gestalten.

-Mit welcher Kleidung macht man am ersten Arbeitstag eine gute Figur?

Bei der Wahl der Kleidung sollte man sich an seinen Arbeitskollegen orientieren und weder deutlich feiner, noch deutlich lässiger gekleidet sein als diese. Berufseinsteigern, die sich unsicher sind, was sie an ihrem ersten Tag im Büro anziehen sollen, rät Pötsch: „Fragen Sie doch einfach bei der Personalabteilung oder ihren zukünftigen Kollegen nach. Das kostet Sie nichts und garantiert Ihnen, dass Sie einen guten ersten Eindruck machen“.

-Was sind absolute Styling-Sünden?

Beim Outfit gilt: „Weniger ist mehr“. Zu viel Schmuck und Accessoires wirken überladen. Frauen sollten im Büro auf Spaghetti-Tops, zu tiefe Ausschnitte und Röcke, die mehr als eine Handbreit über dem Knie enden, verzichten, sagt Pötsch. Außerdem sollten Frauen zum Kleid oder Rock immer eine Strumpfhose tragen – auch im Hochsommer. Männer sollten zum Anzug statt Socken lieber Kniestrümpfe wählen, um zu verhindern, dass sie beim Hinsetzen „Bein zeigen“. Die Expertin rät Männern, Krawatten oder Hemden mit ungewöhnlichen Mustern wie „Micky Maus“ lieber im Kleiderschrank zu lassen und stets darauf zu achten, dass die Schuhe gepflegt und sauber sind.

-Wie sieht das klassische Business-Outfit aus?

„Männer tragen einen gut sitzenden dunkelfarbigen Anzug, der im Winter idealerweise aus Schurwolle besteht“, sagt Pötsch. Dazu kombinieren sie ein Vollzwirn-Hemd und eine passende Krawatte. Bei der Farbauswahl gilt: Nicht mehr als drei Farben und maximal zwei Muster gleichzeitig, rät die Outfit-Beraterin. Frauen seien mit einem eleganten Hosenanzug oder einem Kostüm mit Bluse genau richtig gekleidet. Dazu passen Pumps, die jedoch höchstens drei bis fünf Zentimeter hoch sein sollten, so Pötsch.

-Was trägt man beim Dresscode „Smart Business“?

Hier ist die Kleiderordnung etwas lockerer als beim klassischen Business-Outfit. Pötsch erläutert: „Männer dürfen auf eine Krawatte verzichten und Frauen dürfen zum Hosenanzug oder Kostüm statt einer Bluse auch ein T-Shirt tragen.

-Was versteht man unter dem „Business-Casual-Look“ und was trägt man am „Casual Friday“?

Wenn auf der Einladung zu einem Geschäftsessen „Business Casual“ steht, ist fast alles erlaubt – sogar eine Blue Jeans. In manchen Unternehmen ist die Kleiderordnung am Tag vor dem Wochenende etwas legerer. Man nennt das „Casual Friday“.

„Wenn Sie eine dunkle Jeans im Kleiderschrank haben, die keine Applikationen, Löcher oder modischen Ausbleichungen enthält, dürfen Sie diese in fast allen Branchen am Casual Friday tragen“, weiß Pötsch. Baumwollhosen oder Röcke wirkten jedoch eleganter. Dazu tragen Männer ein Polo-Shirt, Frauen ein Top – abgerundet wird das „Casual Outfit“ mit einem Blazer.

-Was trägt man zu festlichen Anlässen?

Auf Einladungen zu Festlichkeiten steht auf der Karte oft „Cocktail“ oder „Tie“. Pötsch sagt: „Für die Herren heißt das: dunkler Anzug in schwarz, blau oder anthrazit, dazu ein weißes Hemd und eine festliche Krawatte“. Die Damen hätten die Wahl zwischen einem Cocktail-Kleid oder dem „kleinen Schwarzen“ – beides in Kombination mit edlen Accessoires.

-Was trägt man, wenn auf der Einladung zu einem Fest „Kleiner Gesellschaftsanzug“ steht?

Dieser Dresscode wird alternativ auch als „Black Tie“ oder „Cravate Noire“ bezeichnet. Der Gastgeber erwartet von den Herren, dass sie im Smoking erscheinen, die Damen kommen im knie- oder bodenlangen Abendkleid.

-Wann ist ein Frack angemessen?

Sollte man einmal zum Wiener Opernball oder auf eine Adelshochzeit zu Gast sein, wird auf ihrer Einladungskarte höchstwahrscheinlich „White Tie“, „Cravate Blanche“ oder „Großer Gesellschaftsanzug“ stehen. Die Herren tragen einen schwarzen Frack mit weißer Weste und weißer Fliege.

Die Frauen dürfen sich, was ihr Outfit angeht, so richtig austoben. Je aufwändiger die bodenlange Abendrobe ist, desto besser. Dazu passt eine Stola und wertvoller Schmuck. Stilberaterin Pötsch rät: „Dieser Dresscode wird jedoch auf nur wenigen Veranstaltungen erwartet. Um Kosten zu sparen, empfiehlt es sich die Kleidung für einen solchen Abend auszuleihen.“

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