O2 und E-Plus: Besseres Netz, weniger Vielfalt

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Wenn 2014 die Fusion zwischen O2 und E-Plus gelingt, wird ein Mobilfunk-Anbieter in Deutschland verschwinden. Auswirkungen auf die Verbraucher sind nur schwer abzuschätzen.

Mobilfunkfusion

Wenn 2014 die Fusion zwischen O2 und E-Plus gelingt, wird ein Mobilfunk-Anbieter in Deutschland verschwinden. Auswirkungen auf die Verbraucher sind nur schwer abzuschätzen.

Von Christoph Dernbach

München – Die Liste der Mobilfunk-Anbieter in Deutschland erscheint auf den ersten Blick endlos: ALDI talk, Base, Congstar, discoTel, EDEKA Mobil, Fonic. Mit Markennamen kann man das Alphabet fast buchstabieren. Doch diese Vielfalt täuscht. In Deutschland funken nur vier Netze der Betreiber Deutsche Telekom, Vodafone, E-Plus und Telefónica (O2). Jede Discount-Marke kann einem dieser vier Netze zugeordnet werden.

Künftig sollen es nur noch drei sein, denn der Münchner Anbieter O2 will den Rivalen E-Plus schlucken und zum größten Provider in Deutschland aufsteigen. Bei den Kundenzahlen hätte Telefónica die Nase vorn, beim Umsatz bliebe die Telekom Marktführer.

Doch welche Auswirkungen haben die Expansionspläne auf das Angebot? Bislang konnte die deutsche Mobilfunk-Landschaft in zwei Kategorien eingeteilt werden: Auf der einen Seite befinden sich die D-Netze Telekom und Vodafone. Sie haben eine bessere Abdeckung als die Konkurrenz, sind dafür aber häufig teurer. Auf der anderen Seite stehen O2 und E-Plus, die bei den Tests der Mobilfunknetze oft die hinteren Plätze belegt haben, jedoch die Kunden mit vielen günstigen Tarifen locken.

Mit einer Fusion von O2 und E-Plus würden die Karten neu gemischt. Gemeinsam könne man ein Hochgeschwindigkeits-Netz mit guter Abdeckung liefern, das jeden Kunden zufriedenstellen werde, sagte eine Sprecherin von Telefónica Deutschland. Auch bei den Preisen würden sich für die Kunden keine Nachteile ergeben. „O2 und E-Plus sind bislang schon als innovativ bekannt.“ Auch nach einem Zusammengehen werde man neue Ideen umsetzen, von denen die Kunden profitierten.

So sieht es das Unternehmen selbst. Die Monopolkommission warnt dagegen: „Wir stehen der Tendenz zu mehr Konzentration auf den Mobilfunkmärkten kritisch gegenüber“, sagte der Kommissionsvorsitzende Daniel Zimmer der FAZ. „Bei einer derartigen Anbieterkonzentration kann es leichter dazu kommen, dass der Wettbewerb nachlässt.“ Auch die EU-Kommision, die den Deal noch kippen kann, meldete Bedenken an. Die Fusion könne den Wettbewerb auf dem Mobilfunk-Markt empfindlich schwächen, erklärte sie.

Vor diesem Hintergrund sieht auch Bettina Seute vom Fachportal teltarif.de bei der Netzqualität auf die Verbraucher im Jahr 2014 zunächst keine Änderungen zukommen. „Darüber hinaus bleibt abzuwarten, wie der Zusammenschluss genau umgesetzt wird.“ Dabei gehe es nicht nur um die Frage, ob die Anbieter ihre Frequenzspektren behalten können oder Funklizenzen verlieren. Es spiele auch eine Rolle, wie die Funkzellen von O2 und E-Plus nach einer Fusion zusammengeführt werden. Unabhängig davon erwägt die Bundesnetzagentur eine Umverteilung der Funkfrequenzen.

Bei den Preisen erwartet die Expertin weder einen großen Anstieg der Preise noch eine Vergünstigung. „Die Preise sind inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem nach unten nicht mehr allzu viel möglich ist.“

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