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Deutsche Bank nach Gewinnsprung vor harten Einschnitten

Der schwache Euro und niedrige Ölpreise treiben die Geschäfte vieler Dax-Konzerne an. Trotz des Rückenwinds halten sie an ihrem Sparkurs fest. Neben den Kosten gibt es noch andere Probleme.

bilanz der Börsenschwergewichte

Der schwache Euro und niedrige Ölpreise treiben die Geschäfte vieler Dax-Konzerne an. Trotz des Rückenwinds halten sie an ihrem Sparkurs fest. Neben den Kosten gibt es noch andere Probleme.

Frankfurt/München/Bad Homburg – Deutschlands Börsenschwergewichte profitieren vom schwachen Euro und den niedrigen Ölpreisen. Zahlreiche Dax-Konzerne legten am Donnerstag Quartalszahlen vor – und überraschten zum Teil positiv. Für Schwung am Aktienmarkt sorgten die Zahlen zunächst dennoch nicht. Die erneute Schwäche an den chinesischen Börsen überschattete Analysten zufolge die mehrheitlich guten Geschäftszahlen der Unternehmen aus dem deutschen Leitindex.

Die Deutsche Bank arbeitete sich im zweiten Quartal trotz anhaltend hoher Belastungen für Rechtsstreitigkeiten weiter nach oben. Der Vorsteuergewinn kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Dabei profitierte die Bank vom aktiven Handel an den Finanzmärkten und von günstigen Wechselkursen. Der Überschuss hat sich auf 818 Millionen Euro mehr als verdreifacht.

Der seit Juli amtierende Co-Chef John Cryan beklagte aber die zu hohen Kosten. Er stimmte die Mitarbeiter des Dax-Konzerns auf harte Einschnitte ein. „Unsere Hauptherausforderung ist nicht strategischer Natur, wir haben ein strukturelles Kostenproblem, das ist offensichtlich“, sagte der Brite am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Die Kosten seien „einfach inakzeptabel“ hoch.

Der Vorstand werde noch im Laufe dieses Jahres „eine Reihe wichtiger Veränderungen vornehmen“, kündigte der seit Juli amtierende Manager in einem Schreiben an die Belegschaft an. „Veränderungen können belastend sein, aber den Status quo beizubehalten, ist keine Option.“

Cryan bekräftigte seine Absicht, im Oktober Details zur Strategie bis 2020 vorzulegen. Der Ausgabe neuer Aktien erteilte er vorerst eine Absage: „Eine weitere Kapitalerhöhung wird unsere Kernprobleme nicht lösen.“ Nach der Hauptversammlung 2016 soll Cryan Deutschlands größtes Geldinstitut allein führen.

Der Lufthansa verlieh vor allem das günstige Kerosin Aufwind. Zudem gab es keine Streiks im zweiten Quartal. Der Kranich flog in den ersten sechs Monaten einen Gewinn von 954 Millionen Euro ein, nach einem Verlust von 79 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz wuchs getrieben vom schwachen Euro um 8,5 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro. An den Sparmaßnahmen beim Personal hält das Unternehmen aber fest.

Auch der Elektrokonzern Siemens profitierte von der Euroschwäche. Allerdings kämpfen die Münchner weiter mit Problemen in ihrer Stromerzeugungssparte. Im dritten Geschäftsquartal legte der Umsatz um acht Prozent auf 18,8 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Währungseffekte ergab sich ein Umsatzminus von drei Prozent. Unterm Strich gab der Gewinn wegen der Umbaukosten und der Probleme im Stromerzeugungsgeschäft um zwei Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro nach. Die Neuausrichtung des Unternehmens gehe weiter voran, sagte Konzernchef Joe Kaeser am Donnerstag. „Wir wissen aber, dass noch sehr viel zu tun ist. Die kurzfristigen Marktbedingungen sind dabei nicht sehr hilfreich“, erklärte er in einer Telefon-Konferenz.

Der Chiphersteller Infineon profitierte von guten Geschäften mit Handy- und Laptopherstellern. Von April bis Ende Juni wuchs der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um 7 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro, der operative Gewinn stieg um 24 Prozent auf 245 Millionen. Enttäuschend war allerdings die Nachfrage nach Chips für die Autoindustrie – die größte Sparte des Unternehmens. Für den Rest des Geschäftsjahres 2014/15 ist Infineon skeptischer: Das Wachstum dürfte am unteren Ende der Prognosespanne liegen.

Der Medizinkonzern Fresenius steckt sich dagegen höhere Ziele, weil das Geschäft der Flüssigmedikamente-Tochter Kabi brummt. Der Konzernumsatz kletterte im zweiten Quartal um mehr als ein Viertel auf 6,9 Milliarden Euro. Unterm Strich blieben 350 Millionen Euro als Gewinn hängen, ein Plus von 35 Prozent, wie der Konzern bereits am Mittwochabend mitteilte. Die ebenfalls im Dax notierte Tochter Fresenius Medical Care (FMC) leidet dagegen unter der Dollar-Stärke. Der operative Gewinn des Dialyse-Spezialisten fiel im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 547 Millionen Dollar.  dpa

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