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Damit es in der WG keinen Ärger gibt

Nach dem Auszug von Zuhause geht es für viele junge Leute erst mal in eine Wohngemeinschaft. Das spart Kosten und hilft gleich zu ersten neuen Freundschaften in einer neuen Stadt. Doch vorher sollte man einiges vertraglich regeln. panthermedia
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Nach dem Auszug von Zuhause geht es für viele junge Leute erst mal in eine Wohngemeinschaft. Das spart Kosten und hilft gleich zu ersten neuen Freundschaften in einer neuen Stadt. Doch vorher sollte man einiges vertraglich regeln. panthermedia

Die Bude wird bezahlbar und es ist immer etwas los: Gerade für viele Studenten und Azubis ist eine Wohngemeinschaft (WG) in teuren Städten wie München fast alternativlos. Wir erklären, was es dabei rechtlich zu beachten gibt.

wohnen

von lars becker

Wohngemeinschaften liegen voll im Trend, inzwischen gibt es sie sogar für Senioren. Nachteilen wie der eingeschränkten Privatsphäre stehen (finanzielle) Vorteile gegenüber. Allerdings muss man auch beim Einzug in Wohngemeinschaften nicht nur in Sachen Mietvertrag einiges beachten. Wir geben in Zusammenarbeit mit der auf Mietrecht spezialisierten Münchner Rechtsanwältin Claudia Spindler ein paar wichtige Tipps.

WG-Vertrag immer schriftlich

Auch wenn in Wohngemeinschaften oft junge und unkonventionelle Leute zusammenfinden – der Mietvertrag sollte in jedem Fall schriftlich und nicht nur mündlich geschlossen werden. Sonst hat man keinen Nachweis, falls es zu einem Streit kommt. Aus dem Vertrag muss hervorgehen, dass die Wohnung oder das Haus an eine Wohngemeinschaft vermietet wurde. Die Eltern von WG-Mitgliedern können dabei übrigens als Bürgen auftreten. Sie haften dann für Ansprüche aus dem Mietvertrag, wenn ihr Kind nicht zahlen kann. Es gibt mehrere Gestaltungsmöglichkeiten eines WG-Mietvertrages.

-Variante 1: Alle sind Hauptmieter

„Bei dem in der Praxis wohl häufigsten Modell sind alle Mitglieder der Wohngemeinschaft Partei des Mietvertrags. Daher müssen auch alle Mitglieder den Vertrag unterzeichnen“, erklärt Claudia Spindler. Falls einzelne Mitglieder aus dem Mietvertrag ausscheiden und andere an deren Stelle treten sollen, so muss dies in Form eines Mieterwechsels vereinbart werden.

Der Vermieter muss das in der Regel hinnehmen, da sich derlei Wechsel schon aus dem Vertragszweck einer Wohngemeinschaft ergeben. Der Vermieter muss in diesen Fällen nur informiert werden, dass ein Mitglied ausscheidet und ein neues einzieht. Innerhalb der verbleibenden WG-Mitglieder muss die Entscheidung über einen neuen Mitbewohner einstimmig erfolgen (§ 709 Abs. 1 BGB).

-Variante 2: Ein Hauptmieter und Untermieter

Eine andere Möglichkeit der Vertragsgestaltung ist, dass ein Mitglied der Wohngemeinschaft den Mietvertrag als Hauptmieter abschließt und dabei vereinbart, dass er das Recht hat, weitere Mitglieder in die Räume aufzunehmen. Diese sind dann Untermieter (falls den Mitgliedern einzelne Räume zur ausschließlichen Benutzung vermietet werden) oder Mitglieder einer BGB-Gesellschaft (falls alle Räume gemeinsam genutzt werden). „Von der Ausgestaltung des Hauptmietvertrages hängt es ab, wie viele Bewohner der Hauptmieter in die Wohnung aufnehmen darf. Hat der Hauptvermieter eine generelle Erlaubnis zur Untervermietung erteilt, so ist eine spätere Mitwirkung des Hauptvermieters beim Bewohnerwechsel weder möglich noch nötig“, so die Rechtsanwältin. Der Hauptvermieter kann sich allerdings auch eine personengebundene Auswahl der Untermieter vorbehalten. Zur Untermiete wohnende WG-Mitglieder können ihren Vertrag in der Regel mit einer Frist von höchstens drei Monaten kündigen.

-Variante 3: Zimmerweise Vermietung

Eine dritte Möglichkeit ist, dass der Wohnungsbesitzer seine Räume zimmerweise vermietet. In diesem Fall bestimmt der Vermieter allein die Auswahl der WG-Mitglieder, jeder bekommt einen eigenen, gleichberechtigten Vertrag. In allen Fällen sollten schon bei der Vertragsgestaltung mögliche Streitpunkte wie Kündigungsfristen, Schönheitsreparaturen beim Auszug oder die Aufteilung der Betriebskosten-Abrechnung geklärt werden. Der Freund oder die Freundin eines WG-Mitglieds darf auch über Nacht zu Besuch kommen, es sei denn, es wurde ein Hausverbot gegen sie ausgesprochen. Intern sollte man in der WG zudem vorab Absprachen zum Thema Putzen oder Feiern treffen.

Ruhezeiten beim Feiern beachten

Feiern ist in WGs oft ein zentrales Thema – allerdings muss man sich dabei an die in der Hausordnung festgelegten Ruhezeiten halten oder eine ausdrückliche Einwilligung der betroffenen Nachbarn einholen. „Ist in der Hausordnung zu den Ruhezeiten nichts geregelt, gilt in München die Hausarbeits- und Musiklärmverordnung vom 5. August 2003. Hiernach dürfen Ruhestörende Haus- und Gartenarbeiten regelmäßig nur an Montagen mit Samstagen zwischen 8 Uhr und 12 Uhr sowie zwischen 15 Uhr und 18 Uhr ausgeführt werden. Bei der Benutzung von Musikinstrumenten und von Tonübertragungs- und Tonwiedergabegeräten ist die Lautstärke so zu gestalten, dass andere nicht erheblich belästigt werden. In der Zeit von 22 Uhr und 7 Uhr darf die Nachtruhe durch die Benutzung dieser Instrumente und Geräte nicht gestört werden“, so Spindler.

Hausratversicherung der Eltern gilt nicht

Falls es Probleme gibt oder etwas zu Bruch geht: Die Hausratsversicherung der Eltern gilt in der WG in jedem Fall nicht. Falls der Bewohner seinen Hausrat versichern will, muss er also eine eigene Versicherung abschließen. Ob die Private Haftpflichtversicherung der Eltern auch für ein in eine WG verzogenes Kind gilt, ergibt sich aus dem jeweiligen Versicherungsvertrag. „Es sollte daher für jeden Einzelfall geprüft werden, ob der WG-Bwohner noch im Rahmen der Haftpflichtversicherung seiner Eltern versichert ist – sonst kann der Schaden groß sein“, empfiehlt Spindler.

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