Commerzbank hofft auf bessere Zeiten

Commerzbank-Chef Martin Blessing glaubt auch fünf Jahre nach dem Dresdner-Kauf noch an den langfristigen Erfolg der Übernahme. dpa
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Commerzbank-Chef Martin Blessing glaubt auch fünf Jahre nach dem Dresdner-Kauf noch an den langfristigen Erfolg der Übernahme. dpa

Mitten in der Finanzkrise 2008 kauft die Commerzbank die Dresdner Bank. Bis heute hält das Management das für eine gute Idee – trotz aller Probleme. Die jüngsten Zahlen machen immerhin Hoffnung.

fünf Jahre nach dresdner-kauf

Mitten in der Finanzkrise 2008 kauft die Commerzbank die Dresdner Bank. Bis heute hält das Management das für eine gute Idee – trotz aller Probleme. Die jüngsten Zahlen machen immerhin Hoffnung.

Frankfurt – Ein „zweiter deutscher Champion“ sollte sie werden, die „neue Commerzbank“. Der Dresdner-Bank-Kauf im Spätsommer 2008 ließ die Manager von einem „Meilenstein in der deutschen Bankenkonsolidierung“ schwärmen. Die Tinte unter den Kaufverträgen war kaum getrocknet, da stürzte die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers die Finanzmärkte ins Chaos. Die ohnehin riskante Dresdner-Übernahme wurde zur Bedrohung für die Commerzbank, der Staat musste mit Rettungsmilliarden einspringen. Fünf Jahre danach kämpft sich die Commerzbank allmählich in bessere Zeiten. Vom damaligen Anspruch, „die führende Bank in Deutschland“ zu werden, hat sich Vorstandschef Martin Blessing aber längst verabschiedet.

Am 31. August 2008 verkündet Blessing noch Jubelbotschaften: „Wir nutzen eine einmalige Chance und machen die Commerzbank zur führenden Privat- und Firmenkundenbank in Deutschland.“ Tags darauf, als der Commerzbank-Chef, gemeinsam mit Michael Diekmann (Allianz) und Herbert Walter (Dresdner Bank), nach dem Wochenend-Verhandlungsmarathon vor die Presse tritt, kann er sich das Siegergrinsen nicht verkneifen.

Gerade einmal gut 100 Tage im Amt, scheint Blessing der größte Deal in der deutschen Finanzbranche seit Jahren geglückt. Im Frühjahr 2000 war die Deutsche Bank noch damit gescheitert, sich mit der Dresdner Bank zusammenzutun. Acht Jahre später scheint dank der Commerzbank gar die vermeintliche Gefahr gebannt, dass sich Chinesen in den umkämpften deutschen Markt einkaufen.

Die Altlasten der Allianz-Tochter Dresdner jedoch sind gewaltig, etwa im Investmentbanking. Zudem hat die Commerzbank auch bei ihrer Tochter Eurohypo mit Problemen zu kämpfen. Die deutsche Nummer zwei steht im Herbst 2008 mit dem Rücken zur Wand, der Staat rettet den Dresdner-Deal mit 18,2 Milliarden Euro Steuergeldern. Der Bund wird mit 25 Prozent größter Einzelaktionär des Dax-Konzerns, Blessing muss sich als „Staatsbanker“ verulken lassen. Im Mai 2009 sind zwei Tage Hauptversammlung nötig, um den Eigentümern die Zustimmung zum Staatseinstieg abzuringen.

Überraschend geräuschlos werden die gelbe und die grüne Bank in den Folgejahren zusammengelegt – obwohl damit auch der Abbau tausender Stellen sowie Filialschließungen einhergehen. Am 11. Mai 2009 endet die fast 137-jährige Tradition der Dresdner Bank: Die Verschmelzung der Dresdner Bank AG mit der Commerzbank AG wird beim Frankfurter Amtsgericht ins Handelsregister eingetragen.

Doch das zahlt sich bislang nicht aus. Besonders im Geschäft mit den elf Millionen Privatkunden erfüllten sich die großen Hoffnungen nicht. Der Aktienkurs kommt nicht aus dem Keller, Kapitalerhöhungen in Serie strapazierten die Geduld der Alteigentümer.

Immerhin: Die jüngsten Zahlen nähren die Hoffnung auf eine Trendwende. Die Börse bejubelte Anfang August den mageren Quartalsgewinn von 43 Millionen Euro. Im wichtigen Privatkundengeschäft läuft es allmählich wieder besser. Die staatlichen Rettungsmilliarden wurden getilgt, der Bund hält nur noch gut 17 Prozent der Aktien.

In Frankfurts höchstem Bankenturm glauben sie nach wie vor an den langfristigen Erfolg des Dresdner-Kaufs: „Ich würde die Dresdner Bank heute wieder kaufen, denn die Fusion wird sich im historischen Rückblick als strategisch richtig erweisen“, verteidigte Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller das Geschäft im Februar 2013 in einem Interview. „Es dauert allerdings länger als gedacht, bis die Übernahme sich voll auszahlt.“

jörn bender und erik nebel

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