CO2-Sparen mit Erdgasautos und Co

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Autos, die mit Erdgas fahren, gelten als umweltfreundlich. Sie stoßen laut ESB bis zu 23 Prozent weniger CO2 aus als ein Diesel.

Heute ist der Tag, an dem laut einer Studie das deutsche CO2-Budget für das gesamte Jahr verbraucht ist. Um die Klimaziele noch zu erreichen, muss künftig kräftig CO2 gespart werden – eine Möglichkeit ist der Einsatz von Erdgas.

energie

München – Deutschland hat nach Berechnungen des Branchennetzwerks „Zukunft Erdgas“ bereits heute so viel Kohlendioxid (CO2) ausgestoßen, wie nach dem Pariser Klimaabkommen für das gesamte Jahr erlaubt wäre. Demnach dürften 2018 insgesamt rund 217 Millionen Tonnen CO2 emittiert werden. „Liegen die CO2-Emissionen in diesem Jahr auf ähnlichem Niveau zum Vorjahr, hat Deutschland sein nationales CO2-Budget 2018 bereits am 28. März aufgebraucht“, heißt es bei dem Branchennetzwerk. 2017 habe das Budget noch eine Woche länger gereicht.

Zum Hintergrund: Beim Klimaabkommen 2015 haben Staaten weltweit das Ziel beschlossen, die Erderwärmung im globalen Mittel auf unter zwei Grad Celsius – möglichst 1,5 Grad Celsius – im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Dieses Ziel lässt sich übersetzen in ein CO2-Budget, mit dem angegeben wird, wie viel CO2 noch ausgestoßen werden darf, damit das Klimaziel noch erreicht werden kann.

„Wir müssen heute CO2 einsparen und nicht erst morgen. Jedes Gramm zählt“, betont Marcus Böske, Sprecher der Geschäftsführung von Energie Südbayern (ESB). Energie Südbayern versorgt in Ober- und Niederbayern rund 160 000 Haushalte, 15 000 Geschäftskunden sowie zahlreiche Stadtwerke und Weiterverteiler mit Erdgas und Ökostrom. Eine Möglichkeit zur Einsparung von CO2 sei der Einsatz von Erdgas, so Böske. Ein Beispiel: Beim Austausch einer alten Ölheizung zu einem Gasbrennwertgerät in einem kleinen ungedämmten Einfamilienhaus spart man je Tausch 5,112 Tonnen CO2 je Jahr, so die Berechnungen von „Zukunft Erdgas“. Auf dieser Grundlage wurden laut ESB allein 2017 über 11 300 Tonnen CO2 im Netzgebiet eingespart, weil 2200 Hausbesitzer ihre alte Ölheizung durch eine Erdgasheizung ersetzt haben. Auch Erdgasautos bergen Einsparpotenzial. „Erdgasfahrzeuge emittieren im Vergleich zu Dieselautos mit den neuesten Abgasnormen bis zu 23 Prozent weniger CO2, 50 Prozent weniger Staub, nahezu keine Stickoxide und sind nicht von möglichen Dieselfahrverboten betroffen“, so Böske. Das liegt am Rohstoff CNG (Compressed Natural Gas), bei dessen Verbrennung weniger Stickoxid, Kohlenmonoxid sowie CO2 entstehen als bei Verbrennern. Auch Rußpartikel fallen kaum an. Der VW-Konzern weitet derzeit sein Angebot an Erdgasautos aus – es gibt Modelle der Marken VW, Audi, Fiat oder Seat.

Böske führt zudem Vorteile im Vergleich zum Elektroauto an, das oft als einzige Alternative zum Verbrenner verkauft wird. „Um ein Elektroauto aufzuladen, benötigt man mehrere Stunden Ladezeit. In dieser Zeit sind Ladestation und -parkplatz belegt. Bei einem Erdgasauto fährt man an die Tankstelle, tankt und fertig“, so Böske. Auch die Reichweite stelle bei Erdgasautos kein Problem dar.

Das Tankstellennetz für Erdgasautos wächst. ESB, Partner und andere Anbieter betreiben mittlerweile rund 50 Erdgastankstellen im Umkreis von 100 Kilometern um München. Eine Übersicht gibt es im Internet unter www.esb.de/erdgastankstellen.    mm

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