Angeschlagene Modekette

Brückenfinanzierung für Tom Tailor wird verlängert

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Im zweiten Quartal sank der Umsatz der Tom Tailor Gruppe gemessen am Vorjahreszeitraum um 6,4 Prozent. Foto: Christian Charisius

Seit Monaten quält sich Tom Tailor über die Runden. Nun gewinnt die angeschlagene Modekette im Ringen um eine Sanierung Zeit.

Hamburg (dpa) - Die angeschlagene Modekette Tom Tailor gewinnt im Ringen um eine Sanierung Zeit. Die Vereinbarung über eine Brückenfinanzierung mit Konsortialbanken und der Tom Tailor Holding SE werde bis Mitte September verlängert, teilte das Unternehmen in Hamburg mit.

Damit solle eine unabhängige Einschätzung über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens finalisiert und eine Einigung über die finale Finanzierungsstruktur erreicht werden. Ein kurzfristiges Darlehen des chinesischen Großaktionärs Fosun werde ebenfalls verlängert. Die Banken und Fosun befänden sich weiter in "konstruktiven Gesprächen", hieß es.

Zugleich verschärfte sich die Lage der Modekette: Im zweiten Quartal sank der Umsatz der Tom Tailor Gruppe gemessen am Vorjahreszeitraum um 6,4 Prozent auf gut 195 Millionen Euro, wie das Unternehmen auf Basis vorläufiger Zahlen weiter mitteilte. Der Betriebsgewinn (EBIDTA) brach ein von 22,7 Millionen Euro auf 4,5 Millionen Euro. Bonita verzeichnete überdies einen Umsatzrückgang um gut ein Viertel auf 49,9 Millionen Euro und schrieb operativ Verlust.

Tom Tailor hatte sich zuletzt Luft verschaffen können, da Fosun die Modekette mit einem Darlehen von 18,5 Millionen Euro unterstützte. Mit den Konsortialbanken gab es zudem eine Einigung: Sie hatten regelmäßige Tilgungen für ein Darlehen im Sommer ausgesetzt.

Der Verkauf der kriselnden Tochterfirma Bonita an die niederländische Victory & Dreams International Holding war zuletzt nach Angaben einer Tom-Tailor-Sprecherin gescheitert. Das Unternehmen, das auf Mode für Frauen ab 50 spezialisiert ist, verlor zuletzt laufend am Umsatz. Das Industrie- und Handelskonglomerat Fosun mit ist seit 2014 an Tom Tailor beteiligt, hatte seine Anteile zuletzt auf gut 35 Prozent erhöht und ein Übernahmeangebot vorgelegt.

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