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Brossardt: Unternehmen können kaum Flüchtlinge aufnehmen

Arbeitsmarkt . München – Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt, hat vor übertriebenen Erwartungen gewarnt, Flüchtlinge rasch in den Arbeitsmarkt integrieren zu können.

„Es kommt eine Last auf uns zu, die wir in der Masse nicht mehr tragen können“, sagte er auf einer Veranstaltung in München. Kurzfristig werde lediglich für weniger als zehn Prozent aller Flüchtlinge der Eintritt in den Arbeitsmarkt möglich sein, sagte er. Mittel- und langfristig könnten die Jugendlichen allerdings einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten. „Dazu muss man aber das Schulsystem weiter ausbauen.“

Denn entscheidend für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen in Unternehmen sei das Erlernen der deutschen Sprache. Gleichzeitig müsse die bereits vorhandene Kompetenz der Migranten festgestellt werden. „Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das man nicht auf die Wirtschaft abschieben kann“, sagte Brossardt. Im Juni hatte die vbw ein Programm gestartet, um 120 Flüchtlinge für die Arbeit in bayerischen Unternehmen fit zu machen. Inzwischen würden an dem Programm allerdings nur noch 106 Flüchtlinge teilnehmen, sagte Brossardt. „Das Erlernen der Sprache geht nicht so schnell, wie wir uns das wünschen“, sagte der vbw-Geschäftsführer.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) setzt hingegen große Hoffnungen in den Zuzug. „Wir sind auf Zuwanderung angewiesen“, mahnte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. Im Jahr 2030 werde es sechs Millionen weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter geben. „Wenn wir jetzt in Sprache investieren, haben wir die Fachkräfte von morgen“, sagte er. Für Sprachkurse stünden der Bundesagentur inzwischen Gelder in Höhe von 120 Millionen Euro zur Verfügung. Allerdings räumte Becker ein, dass sich die „Regulatorik“ nicht in der Geschwindigkeit ändere, wie man es gerne hätte.

Kritik ernteten Becker und Brossardt von Thomas Koy. Der Inhaber einer Holzmanufaktur im Bayerischen Wald hatte vor zwei Jahren einen Flüchtling aus Sierra Leone eingestellt und klagt darüber, dass es in Deutschland extrem kompliziert sei, überhaupt eine Arbeitsgenehmigung für einen Flüchtling zu bekommen. „Jetzt herrscht nur der blanke Aktionismus“, bemängelte er. Ein Programm nach dem anderen aufzulegen würde nichts bringen, ausbildungsbegleitende Strukturen gäbe es nicht. Derzeit seien es fast nur ehrenamtliche Helfer, die Flüchtlingen Deutschkurse gäben. S. Hölzle

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