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Frankfurt – Zu Ostern gibt es wenigstens ein kleines Trostpflaster für die zuletzt arg geschundenen Aktiensparer.

Der Deutsche Aktienindex Dax hat am letzten Handelstag vor den Feiertagen wieder die Marke von 12 000 Punkten übersprungen und sich zeitweise sogar Richtung 12 100 bewegt. Mit einem Plus von 1,31 Prozent auf 12 096,73 Punkte verabschiedete er sich schließlich am Gründonnerstag in die Osterfeiertage. Das sorgte auch auf dem Parkett bei den Händlern für ein Aufatmen. Aber die Börsianer müssen sich weiter auf unruhige Zeiten einstellen. „Die Zollangst und insbesondere die handelspolitischen Scharmützel zwischen den USA und China haben die Aktienmärkte derzeit fest im Griff“, sagt Robert Halver, Chefstratege der Baader Bank.

Aber es ist bei Weitem nicht das einzige Problem, das Händlern und Anlegern Schweißperlen auf die Stirn treibt. Dazu gesellen sich der Konflikt mit Russland wegen der Nervengasattacken in Großbritannien, die Frage, was aus dem Atom-Abkommen mit dem Iran wird, zumal US-Präsident Donald Trump sich jetzt als Außenminister und Sicherheitsberater zwei Hardliner ins Weiße Haus geholt hat. Überhaupt trifft Trump den Aktienmarkt mit seinem Protektionismus ins Mark. „Es droht der handelspolitische ,Independence Day‘ Amerikas. Dieser würde die Weltwirtschaft und die Aktienkurse treffen wie ein Meteoriteneinschlag die Erde“, sagt Halver.

Dann gibt es noch den Skandal um Facebook und hierzulande – auch an der Börse – Kopfschütteln über das Chaos bei der Deutschen Bank. Der Aktienkurs des Instituts nähert sich dem Rekordtief von weniger als zehn Euro im September 2016.

Auch Robert Greil vom Bankhaus Merck Finck sieht in der Geo- und Handelspolitik derzeit die größten Risiken für die Finanzmärkte. Insofern ist es fast schon bemerkenswert, dass der Dax im März nur rund drei Prozent verloren hat. Seit dem Rekordhoch am 23. Januar liegt das Minus allerdings bei rund elf Prozent.

Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen rät deshalb zur Vorsicht. Die Schwächephase an der Börse könne bis zum Spätsommer anhalten und der Dax auf 11 500 Zähler abrutschen, bevor er zum Jahresende wieder auf 12 300 steigt.

Gibt es überhaupt noch gute Nachrichten? Ja. Die Zinsängste sind geringer geworden, die Konjunktur läuft, den deutschen Konzernen geht es gut. Sie schütten in diesen Wochen Dividenden in Rekordhöhe aus. Christian Kahler von der DZ Bank erwartet deshalb im Gegensatz zu Reinwand, dass sich der Aktienmarkt im April und im weiteren Jahresverlauf sichtlich erholt. Auch 2018 würden die Unternehmen Rekordgewinne einfahren. „Das sollte den Dax bis Ende des Jahres auf 14 000 Punkte ansteigen lassen“, so seine Prognose. rolf obertreis

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