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BayWa spürt Folgen der Trumpschen Handelspolitik

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Sojabohnen sind ein wichtiger Grundstoff für Tierfutter. Die BayWa ist nach eigenen Angaben weltgrößter Exporteur. dpa

München – Der Münchner Agrarhandelskonzern BayWa spürt den Handelsstreit zwischen den USA und China – allerdings sind die Auswirkungen eher positiv.

Aufgrund der zusätzlichen Zölle, die China für den Import von US-amerikanischem Soja derzeit erhebt, sind die Preise gefallen. Sojabohnen sind einer der wichtigsten Grundstoffe für Tierfutter. „Wir kaufen derzeit ziemlich günstig Soja in den USA ein“, sagt BayWa-Chef Klaus Josef Lutz. „Und zwar ganz unabhängig von dem Deal, den Herr Juncker mit Herrn Trump geschlossen hat“, bemerkt er etwas spitz.

Zum Hintergrund: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat US-Präsident Donald Trump zugesagt, dass Europa künftig mehr Soja importiert. Der Hintergedanke dabei ist wohl, Trump im Zollstreit milde zu stimmen. Mit der BayWa, nach Lutz’ Angaben weltgrößter Sojaexporteur, habe in der Sache allerdings niemand gesprochen.

Der Handelsstreit schade der BayWa nicht unmittelbar, betont Lutz. Wie schwierig die Lage mit Blick auf US-Präsident Trump ist, zeigt jedoch der Umstand, dass die Münchner ihr Iran-Geschäft vorübergehend aussetzen. „Wir stoppen unser Geschäft mit dem Iran im Getreidehandel. Eine Vorsichtsmaßnahme, um uns zu schützen“, so Lutz. Der Agrarkonzern liefert bislang deutschen Brot-Weizen in den Iran. Das Volumen sei aber nicht signifikant für das Gesamtvolumen der BayWa, so Lutz. Mit dem Rückzug aus dem Iran ist die BayWa nicht alleine. Eine ganze Reihe von Unternehmen haben mittlerweile angekündigt, die Geschäfte mit dem Iran zu stoppen, nachdem Trump gewarnt hatte, weiterhin Handel mit dem Land zu treiben. (Wer immer mit dem Land Geschäfte mache, „wird kein Geschäft mit den USA machen“, so Trump.)

Mit dem US-Geschäft ist Lutz ansonsten überaus zufrieden. So bauen die Bayern derzeit etwa in Kalifornien eine Solaranlage mit einer Kapazität von 55,7 Megawatt. Das Projekt soll – wie viele andere aus dem Bereich Erneuerbare Energien bei der BayWa – im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden.

Im ersten Halbjahr waren die Geschäfte der Sparte, wo es um den Bau und Betrieb von Wind- und Solaranlagen geht, noch rückläufig. Ein Grund, warum das Vorsteuerergebnis (Ebit) im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 32 Millionen Euro gefallen ist. Die beiden übrigen Bereiche Bau und Agrar legten zu. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr insgesamt um knapp drei Prozent auf 8,3 Milliarden Euro.

Für den weiteren Jahresverlauf ist Lutz optimistisch. Er geht davon aus, dass es im Bereich der Erneuerbaren Energien im zweiten Halbjahr „sehr deutlichen Aufholeffekt“ geben werde, „sodass wir hier auf Kurs sind, um an das Jahresergebnis 2017 anzuknüpfen“. Unterm Strich soll 2018 ein ähnliches Ergebnis stehen wie im Vorjahr. Dabei soll das gute Agrargeschäft – hier soll das Ebit steigen – einen Sondereffekt aus dem vergangenen Jahr ausgleichen. 2017 spülte der Verkauf der Münchner BayWa-Zentrale 20 Millionen Euro in die Kasse. manuela dollinger

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