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„Lockdown durch die Hintertüre“

Erneuter Ausfall der Skisaison? Seilbahn-Betreiber gehen wegen Corona-Regeln auf die Barrikaden

An der Zugspitzbahn herrschte zur Eröffnung der Skisaison großer Andrang
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An der Zugspitzbahn herrschte zur Eröffnung der Skisaison großer Andrang.
  • Momir Takac
    VonMomir Takac
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In Bayern haben die ersten Skilifte eröffnet. Doch Seilbahn-Betreiber bezweifeln, dass es eine richtige Wintersaison geben kann. Grund dafür sind aktuelle Corona-Regeln.

München - Mit dem Winter freuen sich viele Menschen wieder auf das Skifahren. Nach eineinhalb Jahren Coronavirus*-Pandemie ist es in diesem Jahr wieder möglich, auf der Piste durchzustarten. Oder doch nicht?

Während in Österreich trotz Lockdowns das Skifahren* mit einem 2G-Nachweis möglich ist, gelten in Bayern schärfere Regeln. Wer im Freistaat eine Seilbahn besteigen will, muss neben 2G zusätzlich den Nachweis eines negativen Corona-Tests erbringen.

2G-plus-Regel an Skiliften: Seilbahn-Betreiber fordern Nachbesserungen bei Corona-Regeln

Gegen diese Regeln laufen die Betreiber nun Sturm und fordern Nachbesserungen. Die Vorgabe der bayerischen Staatsregierung zu 2G plus sei personell und logistisch nicht zu stemmen, sagte der Präsident des Verbands Deutscher Seilbahnen (VDS), Matthias Stauch, am Donnerstag. Das sei ein „Schlag in die Magengrube“ und bedeute einen „Lockdown durch die Hintertüre“. Stauch verlangte für die Seilbahnen in Bayern eine Rückkehr zur 2G-Regel - andernfalls sei unklar, ob es eine Skisaison geben könne.

Ähnlich sieht es der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Wie auch die Seilbahn-Betreiber wolle man die Regelungen auf ihre Rechtmäßigkeit überprüfen. Über ihnen müsse das rechtsstaatliche Prinzip der Verhältnismäßigkeit stehen, hieß es vom Dehoga. Bei der Pandemiebekämpfung sei vor allem die Impfquote entscheidend, unterstrichen Dehoga und VDS.

Seilbahn-Chef Stauch: Zu wenig Testkapazitäten - Skigäste nach Hause geschickt

Stauch sagte, die Ankündigung, dass an den Liften voraussichtlich 2G gelten werde, habe manchen Skifahrer zum Impfen bewogen. „Wintersport kann als Motivations-Booster für die Impfung genutzt werden“, sagte Stauch. „Eine 2G-plus-Regelung bestraft dagegen alle Geimpften.“

Zudem gebe es gar nicht genügend Testkapazitäten. Gerade bei großem Andrang wie in den Weihnachtsferien sei eine Umsetzung nicht vorstellbar. Allein am ersten Geltungstag der neuen Regel hätten Menschen an der Zugspitzbahn mehr als eine Stunde warten müssen. Manche hätten nach Hause geschickt werden müssen, weil sie keinen Test hatten, sagte Stauch, der auch Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn ist. Die Zugspitze* war am vergangenen Freitag als erstes deutsches Skigebiet in die Wintersaison gestartet - mit 2G-Regelung.

Corona-Regeln: Hotel- und Gaststättenverband warnt vor Regelwirrwarr

Die Betreiber der Seilbahnen fürchten, dass Skigäste nach Österreich abwandern, wo die Corona-Regeln* nachträglich entschärft wurden. Jenseits der Grenze gilt in Skigebieten 2G. VDS-Vizevorstand Peter Lorenz verlangte eine Gleichstellung mit den österreichischen Nachbarn. „Sonst wäre das wirtschaftlicher und ökologischer Unsinn.“

Die Verluste aus der verlorenen Saison 2020/21 schätzt der VDS auf 80 bis 99 Millionen Euro. Mit Branchen wie Gastronomie und Hotellerie, aber auch Handwerk, sei man rasch bei einer halben Milliarde Euro.

Die Präsidentin des Dehoga Bayern spricht von einer dramatischen Situation. „Wir wissen, dass gehandelt werden muss“, sagte Angela Inselkammer. Es sei aber schwierig, wenn dies auf dem Rücken Weniger ausgetragen werde - „reflexhaft“ werde auf den Tourismus zugegriffen. Es drohten vollkommen unterschiedliche Auflagen und Regelungen selbst innerhalb Bayerns, die entweder echte oder De facto-Lockdowns nach sich ziehen. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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