Wo es für Autofahrer teuer wird

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Wie teuer eine Kfz-Versicherung ist, hängt unter anderem von den Regionalklassen der Versicherer ab. Im kommenden Jahr können sich 5,5 Millionen Autofahrer in Deutschland über bessere Regionalklassen freuen – auch 1,9 Millionen Bayern.

kfz-versicherung

München – Der Wohnort spielt bei der Höhe der Kfz-Versicherung eine entscheidende Rolle. Grund dafür sind die sogenannten Regionalklassen. Einmal im Jahr werden die 413 deutschen Zulassungsbezirke vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in die Klassen eingeteilt. Entscheidend dabei ist die jeweilige Schadenbilanz – also wie oft es in einer Region kracht und wie hoch die Schäden (auch durch Hagel, Sturm oder Diebstahl) sind. Es gilt das Prinzip: Je besser die Schadenbilanz und damit die Einstufung in der Regionalklasse, desto günstiger wird die Kfz-Versicherung.

Die neue Regionalstatistik, die der GDV gestern vorgestellt hat, zeigt, dass sich 2018 deutschlandweit knapp 5,5 Millionen Autofahrer in 67 Bezirken über bessere Regionalklassen freuen können, während 3,6 Millionen in 41 Bezirken heraufgestuft werden. Für 31 Millionen Haftpflichtversicherte ändert sich gegenüber dem Vorjahr nichts. Besonders niedrige Einstufungen ergeben sich für Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Hohe Regionalklassen gelten vor allem in Großstädten sowie in Teilen Bayerns.

Allerdings gelten auch im Freistaat für rund 1,9 Millionen Autofahrer in 32 Zulassungsbezirken künftig niedrigere Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung – unter anderem in Dachau, Rosenheim und Miesbach. Höhere Einstufungen ergeben sich dagegen für knapp 400 000 Autofahrer in sechs Zulassungsbezirken – etwa in Kehlheim und Bad Kissingen. In den Kaskoversicherungen rutschen von den rund 5,6 Millionen Versicherten in Bayern 900 000 in bessere Regionalklassen – zum Beispiel in Ingolstadt und München. Für 400 000 gilt dagegen künftig eine höhere Einstufung, so etwa in Hof und Lindau.

Die Statistik ist laut GDV zwar für die Versicherer unverbindlich. Eine Veränderung bei der Regionalklasse ist nicht gleichbedeutend mit einem höheren oder niedrigeren Versicherungsbeitrag. Es gibt auch andere Parameter, die einen Rolle spielen. Dennoch sei die Regionalklasse ein Anhaltspunkt bei der Berechnung neuer Tarife, heißt es beim GDV.

Wie groß die Preisunterschiede tatsächlich sein können, zeigt eine aktuelle Berechnung des Vergleichportals Check24: Demnach variieren die Kfz-Versicherungsbeiträge zweier ansonsten identischer Versicherungsnehmer bei unterschiedlichen Regionalklassen um bis zu 46 Prozent, beziehungsweise 209 Euro pro Jahr. Im Beispiel zahlt ein Versicherungsnehmer in einem Zulassungsbezirk mit niedriger Schadenhäufigkeit (Wittmund in Niedersachsen) für seinen vollkaskoversicherten VW Golf 457 Euro pro Jahr. Würde er stattdessen in der Region mit der schlechtesten Schadenbilanz (Garmisch-Partenkirchen) wohnen, läge die Jahresprämie bei 666 Euro.

Die Auswertung des Vergleichsportals zeigt zudem, dass die meisten Versicherer postleitzahlgenau kalkulieren. „So variiert der Beitrag für die Kfz-Versicherung zwischen verschiedenen PLZ-Gebieten in derselben Straße bei sonst identischen Tarifmerkmalen um bis zu 198 Euro pro Jahr“, heißt es bei Check24. An der Dachauer Straße in München etwa ermittelte das Portal einen Preisunterschied in Höhe von 111 Euro.

Für bestehende Verträge ergeben sich Veränderungen in der Regel zum 1. Januar 2018, für Neuverträge ab sofort. Erhöht sich der Versicherungsbeitrag durch Umstufung des Zulassungsbezirkes, haben Verbraucher ein außerordentliches Sonderkündigungsrecht. manuela dollinger

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