Außerhalb der Börse kann billiger sein

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Franz HaimerlSchramm Finanz GmbHRosenheim-Stephanskirchen

Leser Fragen – Experten AntworTEn. Ingeborg M.

: „Ich habe kürzlich bei einer Bank ein Depot eröffnet. In dem entsprechenden Formular befindet sich ein Abschnitt, der die Zustimmung zum außerbörslichen Handel regelt. Es geht dabei um Kundenaufträge, die mit meiner Zustimmung auch außerhalb der Börse erfolgen könnten. Jetzt habe ich Bedenken bekommen. Ich weiß nicht, worum es in der Erklärung eigentlich geht und möchte meine Zustimmung am liebsten widerrufen. Oder können Sie mir als Laien erklären, was da passiert und welche Risiken das hat?“

Unserer Ansicht nach brauchen Sie keine Bedenken haben, denn wie Sie schon selbst in Ihrer Frage formuliert haben, wird Ihre Zustimmung angefordert. Da wir nicht wissen, bei welcher Bank Sie Ihr Konto eröffnet haben, einige grundsätzlichen Aussagen zu Ihrer Information.

Bei vielen Online-Banken werden neben den regulären Handelsplätzen (z.B. Xetra, Börsen Stuttgart, München, Hamburg, Frankfurt) auch außerbörsliche Handelsplätze als Abwicklungsweg angeboten. Oft ist es so, dass außerbörsliche Handelsplattformen günstigere Konditionen für Ihre Aufträge anbieten und somit ein Vorteil für Sie entstehen kann. Bei einigen Online-Banken wird speziell auf Ihre Handelsaktivitäten abgestimmt festgestellt, welcher Abwicklungsweg in den letzten zwölf Monaten der für Sie günstigste war. Das kann zum Beispiel zur Folge haben, dass in Ihrem Ordertool dieser Handelsplatz dann an erster Stelle erscheint. Aber immer ist Ihr Einverständnis erforderlich, bei telefonischen Aufträgen dürfte dieser Abwicklungsweg in vielen Fällen aus diversen Gründen nicht funktionieren. Die Banken sind außerdem zur „best execution“ verpflichtet, müssen also, wenn nichts festgelegt worden wäre, den für Sie günstigsten Abwicklungsweg wählen.

Ein weiteres Beispiel für einen sinnvollen außerbörslichen Handel könnten zum Beispiel auch Käufe von Zertifikaten oder Optionen sein, die direkt günstiger über die Emittenten bezogen werden könnten. Selbst Käufe von Investmentfonds über die Kapitalanlagegesellschaft (zum Beispiel DWS oder Templeton) sind ja keine Käufe oder Verkäufe über die Börsen, außer Sie steuern die genannten Transaktionen direkt über eine Börse an. So gesehen, können auch Investmentfonds zu einem außerbörslichen Handel führen. Das ist vermutlich eine Definitionssache, wir jedenfalls sehen keine Probleme in Ihrem Fall.

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