AUTOINDUSTRIE

Audi baut Vorstand um – doch der Chef kann bleiben

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Ingolstadt – Der Dieselskandal ist Audis größte Baustelle – aber bei Weitem nicht die einzige.

Die Verkaufszahlen sind im ersten Halbjahr gesunken, der Rückstand auf die Konkurrenten Mercedes und BMW wächst, die Belegschaft sorgt sich. Jetzt hat der Aufsichtsrat der VW-Tochter die Reißleine gezogen und gleich vier der sieben Vorstände vor die Tür gesetzt. Audi-Chef Rupert Stadler dagegen hält sich.

Das gilt zumindest, bis die vier Neuen eingearbeitet sind – und solange die Staatsanwaltschaft ihm keine Mitwisserschaft im Abgasbetrug vorwirft. Rückhalt hat Stadler in den Eigentümer-Familien Porsche und Piëch. „In einem anderen Unternehmen wäre er nicht mehr Chef“, sagt einer, der die Firma kennt. „Die Familie hält die Hand über Stadler“, heißt es aus dem VW-Konzern. Stadler war Büroleiter von Ferdinand Piëch, bis vor Kurzem verwaltete er einen Teil des Privatvermögens der Familie. Wolfgang Porsche hatte Stadler erst im März öffentlich sein Vertrauen ausgesprochen. Als Audi-Chef war Stadler bis 2015 fast ein Star: Er stärkte Audis Position unter den Top 3 im Premiumsegment, verdoppelte Verkäufe, Umsatz und Betriebsgewinn, wurde zum Unternehmer des Jahres gekürt und als Nachfolger von VW-Chef Martin Winterkorn gehandelt.

Inzwischen läuft es nicht mehr rund. Auf Arbeitnehmerseite hat Stadler Rückhalt verloren. Auch im Dieselskandal machte Stadler keine gute Figur. Erst bestritt er die Abgastricks bei Audi, musste dann doch alles einräumen. Ob Stadler wirklich keine Ahnung von den jahrelangen Tricksereien hatte, prüft die Staatsanwaltschaft noch. Bislang hat sie keinen konkreten Verdacht. Für einen Nachfolger wäre es jetzt allerdings ein schlechter Start, sollten die Staatsanwälte doch noch schweres Geschütz auffahren. Da solle Stadler noch selbst den Kopf hinhalten, heißt es aus Aufsichtsratskreisen.

Alle vier neuen Vorstände kommen aus dem VW-Konzern. Wendelin Göbel ist derzeit Generalsekretär des VW-Chefs in Wolfsburg, VW-Manager Alexander Seitz ist derzeit in China tätig, Bram Schot ist Vertriebschef bei VW-Nutzfahrzeugen und Peter Kössler leitet Audi Ungarn, sitzt aber auch für die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat. roland losch

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