Auch günstige Säfte sind gut

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Sonnengelb, fruchtig, vitaminhaltig: Orangensaft gehört zu den beliebtesten Fruchtsäften. Dabei ist Direktsaft aus dem Kühlregal oft teurer als Orangensaft aus Konzentrat. Aber ist er auch besser? Und wie steht es um die Produktionsbedingungen?

orangensaft im test

Sonnengelb, fruchtig, vitaminhaltig: Orangensaft gehört zu den beliebtesten Fruchtsäften. Dabei ist Direktsaft aus dem Kühlregal oft teurer als Orangensaft aus Konzentrat. Aber ist er auch besser? Und wie steht es um die Produktionsbedingungen?

Deutschland ist Weltmeister – im Fruchtsafttrinken. In keinem Land der Welt wird Fruchtsaft mehr geliebt. Allein 22 Liter trank jeder Deutsche 2012 im Schnitt. Dabei liegt Orangensaft Jahr für Jahr neu im Wettstreit mit Apfelsaft um den ersten Platz in der Beliebtheitsskala. Rund 80 Prozent des getrunkenen Orangensafts stammt aus Konzentrat, der Rest ist Direktsaft. Viele halten ihn für hochwertiger. Doch stimmt das? Die Stiftung Warentest hat 26 Orangensäfte untersucht, darunter 18 aus Konzentrat und acht gekühlte Direktsäfte.

Das erfreuliche Ergebnis – nachzulesen in der April-Ausgabe der Zeitschrift „test“: Alle acht Direktsäfte schneiden gut ab. Für 14 Orangensäfte aus Konzentrat – die im Schnitt 40 Cent weniger je Liter kosten – lautet das Gesamturteil ebenfalls gut. Das Feld der Konzentratsäfte führt Aldi Süd/Rio d’oro Orange an. Beste Direktsäfte sind Pure Fruit von Aldi (Nord) und Edeka Premium Orange. Lediglich ein Saft aus Konzentrat schnitt im Test mangelhaft ab: Edeka Karibische Orange.

Ein guter Orangensaft ist deutlich gelb, schmeckt stark nach Orange, deutlich süß und auch säuerlich. Überbieten kann das nur einer: frisch gepresster Orangensaft. An sein intensives, frisches Orangenaroma kommen selbst die besten Säfte im Test nicht heran, auch nicht die Direktsäfte. Denn jeder industriell hergestellte Orangensaft wird mindestens einmal pasteurisiert, also durch Erhitzen haltbar gemacht. Dabei leidet das Aroma, das für den Frischecharakter verantwortlich ist.

Hauptanbaugebiet der Saftorangen ist Brasilien. Bereits im Anbauland werden die Früchte entsaftet. Der kleinere Teil geht als Direktsaft auf die Reise. Der Großteil wird zu Konzentrat verarbeitet. Durch Vakuum-Verdampfung wird dem Saft Wasser entzogen. Dabei entweichen wertvolle flüchtige Aromastoffe, die in speziellen Anlagen aufgefangen werden. Durch das Konzentrieren verkleinert sich das Volumen des Saftes auf ein Sechstel. Das spart Platz, Gewicht und Kosten beim Transport.

In Deutschland wird aus dem Konzentrat wieder Orangensaft: Die Hersteller verdünnen es mit Wasser, fügen die aufgefangenen Aromastoffe wieder zu. Bei einem Produkt im Test (Edeka Karibische Orange) ist das Orangenaroma bei der Rückverdünnung nicht wieder hergestellt worden – die flüchtigen Aromastoffe fehlten. Laut Edeka ist das Produkt allerdings mittlerweile nicht mehr im Handel. Ein zweiter Saft (Trimm von Norma) ist nur teilweise rearomatisiert. Alle anderen haben eine gute Aromaqualität.

Beliebt ist Orangensaft auch wegen des hohen Vitamin-C-Gehalts. Sieben Säften im Test ist laut Zutatenverzeichnis entweder „Antioxidationsmittel Ascorbinsäure“ oder „Vitamin C“ zugesetzt. Ascorbinsäure wirkt im Körper wie Vitamin C. Entscheidend für die Kennzeichnung des Zusatzes ist, welchen Zweck der Anbieter verfolgt: Als Antioxidationsmittel soll Ascorbinsäure Geschmack und Farbe des Safts bewahren, als Vitamin den Vitamingehalt erhöhen. Eine Anreicherung mit Vitamin C ist unnötig. In Deutschland herrscht kein Vitamin-C-Mangel. Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, ist gut versorgt. Im Test sind nur zwei Säfte mit Vitamin C angereichert – Dittmeyer´s Valensina Frühstücks-Orange so hoch, dass schon ein Glas mehr Vitamin C liefert, als ein Erwachsener täglich braucht. Gesundheitsschädlich ist das nicht, bringt aber auch keine Vorteile.

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