Arbeitnehmer und Regierungen sorgen sich wegen Linde-Fusion

  • schließen
  • Weitere
    schließen

München/Berlin – Der Widerstand gegen die geplante Fusion von Linde und seinem US-Konkurrenten Praxair zum weltgrößten Gasekonzern wächst.

Der Europäische Betriebsrat von Linde befürchtet einen massiven Stellenabbau und lehnt den Zusammenschluss entschieden ab. Unterstützung bekommen die Arbeitnehmer jetzt auch von der Bundesregierung und der bayerischen Landesregierung.

„Ein solcher geplanter Zusammenschluss braucht die Akzeptanz der Arbeitnehmerseite“, und „diese ist derzeit offenbar nicht vorhanden“, sagte Staatssekretär Matthias Machnig (SPD) dem „Handelsblatt“. Außerdem sei „die ökonomische Rationalität eines solchen Vorhabens nicht überzeugend dargelegt“. Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) forderte in München, „dass nicht gegen die Arbeitnehmer entschieden wird“.

Die Gewerkschaften IG Metall und IG BCE sorgen sich um die 8000 Arbeitsplätze von Linde in Deutschland. Der Europäische Betriebsrat von Linde warnte in einem Rundbrief an die Belegschaft, die Fusion bringe einen erheblichen Abbau von Arbeitsplätzen, die Abschaffung der Grundwerte der Mitbestimmung und „einen Kahlschlag, der den Markenkern von Linde zerstören wird“. Die Arbeitnehmervertreter kündigen an: „Die europäischen Betriebsräte und Belegschaften werden sich daher vehement der geplanten Fusion mit Praxair widersetzen.“

Praxair ist kleiner als Linde, aber beide Unternehmen streben eine „Fusion unter Gleichen“ an, und geführt würde der neue Konzern von Praxair-Chef Steve Angel in den USA. Der Linde-Aufsichtsrat soll den Fusionsvertrag noch vor der Linde-Hauptversammlung am 10. Mai unter Dach und Fach bringen. Wenn die Arbeitnehmerseite dagegen und die Kapitalseite dafür stimmt, wird die Stimme von Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle zum Zünglein an der Waage. Reitzle hat freilich den Deal eingefädelt.  mm/dpa

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare