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Anwalt wird nicht umsonst arbeiten

Ursula S. : „Im Juni 2005 habe ich an die Privatbank Reithinger eine Einzahlung in Höhe von 15 000 Euro mit 4,25 Prozent und einer Laufzeit von fünf Jahren getätigt.

Im September 2006 wurde die Rückzahlungsunfähigkeit festgestellt. Am 1. November 2006 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Beim Amtsgericht Konstanz habe ich seiner Zeit eine Forderung von 1523 Euro angemeldet. Seit diesem Zeitpunkt habe ich nichts mehr gehört. Letzte Woche erhielt ich nun von dem DVS (Deutscher Verbraucherschutzring) ein Schreiben, in dem ich informiert wurde, dass ich eventuell Chancen hätte, mein Geld doch noch zu erhalten. Hierfür würde mein Fall von einem Anwalt überprüft werden. Die Anmeldung hierzu wäre kostenfrei. Dies habe ich auch gemacht. Wie vertrauenswürdig ist dies? Ist dies alles korrekt oder doch nur möglicherweise eine Abzocke? “

Leser Fragen – Experten AntworTEn

Ursula S.: „Im Juni 2005 habe ich an die Privatbank Reithinger eine Einzahlung in Höhe von 15 000 Euro mit 4,25 Prozent und einer Laufzeit von fünf Jahren getätigt. Im September 2006 wurde die Rückzahlungsunfähigkeit festgestellt. Am 1. November 2006 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Beim Amtsgericht Konstanz habe ich seiner Zeit eine Forderung von 1523 Euro angemeldet. Seit diesem Zeitpunkt habe ich nichts mehr gehört. Letzte Woche erhielt ich nun von dem DVS (Deutscher Verbraucherschutzring) ein Schreiben, in dem ich informiert wurde, dass ich eventuell Chancen hätte, mein Geld doch noch zu erhalten. Hierfür würde mein Fall von einem Anwalt überprüft werden. Die Anmeldung hierzu wäre kostenfrei. Dies habe ich auch gemacht. Wie vertrauenswürdig ist dies? Ist dies alles korrekt oder doch nur möglicherweise eine Abzocke? “

Leider kommt es immer häufiger vor, dass Anwälte, vor allem in bank- und kapitalmarktrechtlichen Angelegenheiten, sogenannte Kaltakquise betreiben. Ob und inwieweit das zulässig ist, regelt die Berufsordnung für Rechtsanwälte und deren Ausgestaltung durch bereits ergangene Gerichtsurteile. Danach dürfen Anwälte für sich werben, wenn Sie sachlich informieren und nicht auf die Erteilung eines konkreten Auftrags abzielen. Keinesfalls darf die Werbung auf eine Kaltakquise ausgerichtet sein. Diese ist verboten. Typisches Beispiel für eine Kaltakquise ist, wenn der Anwalt Zeuge eines Verkehrsunfalls ist, einen Unfallbeteiligten anspricht, sich als Rechtsanwalt vorstellt und ihm anbietet, seine Interessen zu vertreten. Anwälte dürfen sich auch kein Schild umhängen, damit durch die Fußgängerzone der Stadt laufen und Fußgänger befragen, ob sie vielleicht irgendwelche Probleme hätten, die anwaltlicher Beratung bedürfen. Kaltakquise wäre es auch, wenn der Anwalt das Telefonbuch aufschlüge, Gewerbetreibende einer bestimmten Branche anriefe und sich einfach nur als Anwalt vorstellen würde, der sich im Gewerberecht, Gaststättenrecht, Bankrecht oder Vollstreckungsrecht besonders gut auskennt. Außerdem ist dem Anwalt jede Werbung verboten, die auf ein reklamehaftes Anpreisen seiner Tätigkeit abzielt und die anwaltliche Tätigkeit auf eine Stufe mit einer gewerblichen Tätigkeit stellen würde.

Erlaubt sind hingegen Werbemaßnahmen im Radio oder Fernsehen, wenn der Anwalt als Interviewpartner Fragen zu einer speziellen Rechtsfrage in allgemeiner Form beantwortet. Insgesamt darf der Anwalt aus Werbezwecken nicht individuell rechtlich beraten, sondern nur in sachlicher und rein informativer Form. Der Rechtsanwalt darf auch als Referent bei der Volkshochschule auftreten oder sich von einem Verein oder der Seniorenvereinigung engagieren lassen und sich dort als kompetenter Kenner einer bestimmten Rechtsmaterie ausweisen. Schießt der Anwalt jedoch über das Ziel hinaus, muss er mit einer Abmahnung rechnen. Sie sehen, wie fließend die Grenzen des Zulässigen sind. Die ergangenen Urteile gegen Anwälte zeigen, dass hier Kollegen recht kreativ Schindluder treiben. Auch können Sie davon ausgehen, dass der Anwalt nicht umsonst arbeitet.

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