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Für alle: Auch Könner tragen Helm. Denn gerade in schwierigem Gelände lauern oft unwägbare Risiken. foto: panthermedia

Kaum ein Wintersportler saust mittlerweile ohne passenden Helm talwärts. Die Stiftung Warentest hat zehn Markenhelme getestet – zu Preisen von 90 bis 235 Euro. Die gute Nachricht: Viele Helme schneiden gut ab. Doch häufig stimmen die Größenangaben nicht. Dabei ist es wichtig, dass ein Helm optimal sitzt.

skihelme im test

Ohne Helm auf die Piste? Keine gute Idee. Denn selbst ein mittelmäßiger Kopfschutz ist immer noch besser als gar keiner. Die Stiftung Warentest hat für die Dezember-Ausgabe ihrer Zeitschrift „test“ zehn Markenhelme für Ski- und Snowboarder getestet.

Strenger als die Norm

Bei den Helmen im Test handelt es sich um sogenannte Klasse-B-Helme – Halbschalen für Freizeitläufer, deren Ohren nur durch wärmende Polster bedeckt werden. Die Schalen von Klasse-A-Helmen schützen dagegen auch die Ohren. Solche Vollschalenhelme eignen sich vor allem für Rennläufer und müssen laut Norm höheren Kräften standhalten. Warum aber sollten nicht auch Freizeitmodelle die hohen Sicherheitsanforderungen genügen? Im Test der Stiftung Warentest kann ein Helm nur dann gut abschneiden, wenn er die höheren Auflagen für die A-Helme erfüllt. Genügt ein Helm lediglich der Freizeitnorm, erreicht er bestenfalls die Note ausreichend.

Gute Helme gibt es ab 90 Euro

Den besten Unfallschutz bieten die beiden Testsieger: der 235 Euro teure Casco SP-6 Airwolf und der komfortable Uvex p 1 us für 100 Euro. Der billigste gute Helm ist mit 90 Euro der K2 Phase Pro. Er bietet integrierte Lautsprecher, die aber wegen Ablenkungsgefahr und des Unfallrisikos nur im Stand abseits der Piste genutzt werden sollten, rät Stiftung Warentest. Gut schnitten außerdem die Helme Giro Nine Mips (120 Euro), Atomic Savor LF (100 Euro) und Head Varius (130 Euro) ab.

Einen Helm mussten die Tester auf „mangelhaft“ abwerten: Beim POC Fornix (160 Euro) fanden sie krebserzeugende Stoffe im Kinnpolster. Schade, denn im Prüfpunkt „Unfallschutz“ bekam der Helm die Note gut. Nicht gut beim Unfallschutz schnitt der Helm Salomon Ranger2 (100 Euro) ab. Er schaffte hier nur ein ausreichend.

Skibrille muss zum Helm passen

Sehr viele Skiläufer tragen beim Pistenspaß eine Skibrille. Allerdings passt nicht jede Skibrille zu jedem Helm. Der Gesichtsausschnitt unterscheidet sich von Kopfschutz zu Kopfschutz. Wer einen neuen Helm kaufen will, sollte seine Skibrille deshalb zur Anprobe mitnehmen. Übrigens: Die Hersteller bieten mittlerweile Skibrillen an, die speziell an die Helme angepasst sind. Diese sollte man unbedingt probieren. So zeigt sich schnell, ob etwa der Helmrand auf die Brille und damit auf die Nase drückt.

Wer mit der Skibrille nicht klarkommt: Hier kann ein Helm mit Visier die Lösung sein. Die Stiftung Warentest hat im vergangenen Jahr Helme mit Visier unter die Lupe genommen. Die besten Ergebnisse erreichte Uvex. Die gesamten Testergebnisse sind online unter test.de/skihelme abrufbar.

Die Passform muss stimmen

Ein Helm schützt nur, wenn er passt. Die Schale darf weder zu groß noch zu klein sein. Die Polster müssen sich angenehm an die Schädeldecke schmiegen. Es darf keine Druckstellen geben. Die können auf Dauer richtig wehtun. Die Anbieterangaben zu den Größen sollten also stimmen. Die Tester haben nachgemessen und festgestellt: Häufig stimmen die Angaben nicht mit der tatsächlichen Größe überein. Deshalb der Tipp: Einen Helm kauft man im Zweifel nicht per Versand, sondern besser bei einem gut sortierten Fachhändler. Im Zweifel ist ein passender befriedigender Helm besser als ein guter, der sich nicht anschmiegt, so die Stiftung Warentest.

Nach einem Unfall muss der Helm unbedingt ausgetauscht werden, rät die Stiftung Warentest. Nach wie vielen Jahren muss der Helm gewechselt werden, wenn es keine Stürze gab? Je nach Intensität der Nutzung des Helms geht der Tüv Süd von einer Lebensdauer von drei bis fünf Jahren aus. Das bestätigen auch die Anbieter. Selbst ohne Benutzung empfiehlt beispielsweise Uvex, den Helm spätestens nach acht Jahren auszutauschen.

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