Althaus-Effekt: Die allermeisten Skifahrer tragen heute Helm

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Andreas KönigSicherheitsexperte beim Deutschen Skiverband. f.: dsv

interview „Ohne Helm hätte er es wohl nicht bis ins Krankenhaus geschafft“, sagen die Ärzte nach dem schweren Unfall von Michael Schumacher.

Nach Angaben des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) tragen heute 70 bis 80 Prozent der Skifahrer einen Helm. Grund sei der „Althaus-Effekt“. Der frühere thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus hatte am Neujahrstag 2009 einen schweren Skiunfall, bei dem eine Frau starb. Ein Gespräch mit dem DSV-Sicherheitsexperten Andreas König.

-Michael Schumacher soll beim Skifahren abseits der Pisten verunglückt sein. Wie viel größer ist dort die Unfallgefahr?

Natürlich ist abseits der gesicherten Piste die Gefahr größer als auf der Piste. Das ist ganz klar. Die Verkehrssicherungspflicht des Pistenbetreibers gilt eben nur auf der Piste. Die ist deutlich gekennzeichnet durch Stangen und Präparierungen. Wenn man abseits der Piste fährt, ist man seines Glückes eigener Schmied. Begibt man sich tiefer ins Gelände, kommen auch noch die Lawinengefahr dazu, steile Pisten und steile Abhänge. Im Falle Michael Schumachers, der ja offenbar nur wenige Meter neben der Piste unterwegs war, scheint es ein sehr heftiger Sturz gewesen zu sein, der auf der Piste aber genauso hätte passieren können. Nur einen Felsen hätte es dort nicht gegeben.

-Schwere Kopfverletzungen hat der Helm im Fall Schumacher nicht verhindern können – warum?

Die Skihelme entsprechen alle der Norm EN 1077. Da gibt es zwei Klassifizierungen – A und B. Der A-Helm ist von den Sicherheitsansprüchen her etwas besser als der B-Helm, weil die Schutzschale bis über das Ohr hinunterreicht, der B-Helm ist dafür etwas komfortabler. Beide Helme halten aber eine sehr hohe Stoßbelastung aus bei einem Sturz und beide schützen vor spitzen Gegenständen. Was aber passieren kann, ist, dass das Gehirn bei einem sehr heftigen Sturz an die Schädeldecke stößt. Da kann dann leider auch der beste Helm nicht 100-prozentig schützen. Das ist vergleichbar mit Airbags und Sicherheitsgurten in Autos. Auch die können nicht verhindern, dass es den ein oder anderen schweren Unfall gibt.

-Wie viele Skifahrer tragen inzwischen einen Helm?

Das sind zwischen 70 und 80 Prozent. Das hat sich sehr rasant entwickelt in den letzten Jahren. Seit dem Unfall des Herrn Althaus ist das Sicherheitsbewusstsein ein sehr großes geworden.

-Bei Unfällen jenseits der Piste ist natürlich der Pistenbetreiber nicht mehr zuständig. Zahlt da eine Versicherung?

Am besten ist es, wenn man eine Skiversicherung hat. Ich rate jedem Skifahrer, sich so etwas zuzulegen. Die kostet 30 Euro im Jahr und die greift immer. Sobald der Hubschrauber ins Spiel kommt, wird es besonders teuer und das zahlt unter Umständen die Krankenkasse nicht. Da braucht man einfach eine Versicherung, die die Bergung beinhaltet.

britta schultejans

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