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Das ändert sich zum 1. Juli 2019: Porto, Rente, Kindergeld, Steuer

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Das Briefporto steigt am 1. Juli.

Ab Juli 2019 stehen wieder einige Änderungen ins Haus: So werden das Kindergeld und die Rente erhöht, die neue Frist bei Steuererklärungen greift und die Post ändert ihre Porto-Preise.

Berlin - Im Juli stehen in Deutschland einmal mehr einige deutliche Veränderungen an. Stichtag ist der 1. Juli. Im siebten Kalendermonat stehen etwa Neuerungen bei Rentenbezügen und Kindergeld sowie bei Steuererklärungen und dem Post-Porto ins Haus. Alle Änderungen zum 1. Juli 2019 im Überblick:

Änderung ab 1. Juli 2019: Die Renten in ganz Deutschland werden erhöht

Die knapp 20 Millionen Rentner in Deutschland dürfen sich ab dem 1. Juli 2019 über eine spürbare Aufstockung ihrer Bezüge freuen. So steigen die Renten in Westdeutschland um 3,18 Prozent und die in Ostdeutschland sogar um 3,91 Prozent. Ein Rentner, dessen Bezüge sich nur aus West-Beiträgen errechnet, erhält bei einer bisherigen monatlichen Rente von 1000 Euro also nun 31,80 Euro mehr. Im Osten sind es entsprechend 39,10 Euro mehr. Damit nähern sich auch die Renten in Ost und West weiter an. Der Rentenwert im Osten steigt auf 96,5 Prozent des Westwerts.

Die Rentenerhöhung basiert auf einer automatischen Anpassung, die den Staat in der zweiten Jahreshälfte 2019 knapp 3,8 Milliarden Euro mehr kostet. Die Änderung entspricht exakt der Prognose vom Herbst 2018, steht aber erst seit März 2019 fest, da dann die Daten zur Lohnentwicklung durch das Statistische Bundesamt und der Deutschen Rentenversicherung Bund vorlagen.

Neu ab 1. Juli 2019: Das Kindergeld wird erhöht

Nicht nur die Rentner, sondern auch Familien mit Kindern dürfen sich über höhere Bezüge freuen. Ab dem 1. Juli 2019 bekommen Eltern für jedes Kind zehn Euro mehr Kindergeld überwiesen. Für die ersten beiden Kinder steigt das Kindergeld somit insgesamt von 194 Euro auf 204 Euro. Für das dritte Kind gibt es nun 210 Euro, statt bislang 200. Für das vierte und jedes weitere Kind gibt es nun 235 Euro vom Staat. Die Beiträge werden automatisch angepasst.

Für Unterhaltspflichtige heißt das gleichzeitig, dass der Mindestunterhalt leicht sinkt. Die Höhe errechnet sich aus der „Düsseldorfer Tabelle“. Zudem sinkt durch die Kindergelderhöhung ab Juli auch der Unterhaltsvorschuss durch den Staat. 

Hartz-IV-Empfängern bringt die Kindergelderhöhung praktisch keine höheren Bezüge: Die Erhöhung wird zu 100 Prozent an die Regelsätze angerechnet, die selbst nicht erhöht werden.

Video: Das ändert sich zum 1. Juli 2019

Änderung ab 1. Juli 2019: Die Post erhöht ihre Porto-Preise

Ebenfalls neu ab dem 1. Juli sind die Porto-Preise der deutschen Post: Ein Standardbrief kostet statt 70 Cent nun 80 Cent. Zudem kostet das Versenden von Postkarten nun 60 Cent, statt wie bisher 45 Cent. Und auch alle weiteren Briefarten werden deutlich teurer. Vorhandene Briefmarken erhalten ihre Gültigkeit und müssen nicht umgetauscht werden. Um das neue Porto exakt aufkleben zu können, bietet die Post unter anderem eine Zehn-Cent-Ergänzungsmarke an.

Die neuen Preise sollen laut Post bis Ende 2021 gelten. Die Preiserhöhung wird mit notwendigen Investitionen in die Infrastruktur und fairen Lohnzahlungen begründet.

Alle neuen Post-Porto-Preise im Überblick:

Brief-Typ

Alter Preis

Neuer Preis ab 1. Juli 2019

Standardbrief

70 Cent

80 Cent

Postkarte

45 Cent

60 Cent

Kompaktbrief

85 Cent

95 Cent

Großbrief

1,45 Euro

1,55 Euro

Maxibrief

2,60 Euro

2,70 Euro

Änderung zum 1. Juli 2019: Neue Frist bei Steuererklärungen greift

Ebenfalls neu ab Juli 2019 ist die Frist bei selbstständig verfassten Steuererklärungen. Ab diesem Jahr gibt es zwei Monate mehr Zeit: Der neue Stichtag zur Abgabe der Steuererklärung ist nun der 31. Juli. Bislang musste die Steuererklärung bereits am 31. Mai vorliegen.

Allerdings schaut das Finanzamt nun wohl auch genauer hin, wenn es um zu spät eingereichte Steuererklärungen geht: Für zu spät eingereichte Erklärungen oder solche, die gar nicht abgegeben wurden, gibt es nun einen Strafzuschlag. Für jeden überzogenen Monat muss der Steuerzahler nun mindestens 25 Euro zahlen.

Die neue Regelung betrifft Sie nicht, falls Sie einen Steuerberater engagiert haben. Doch auch hier gibt es eine Neuerung: Steuerberater haben nun bis Ende Februar, statt wie bislang bis zum Jahreswechsel Zeit, die Erklärungen einzureichen.

Neu im Juli 2019: Midijobber dürfen mehr verdienen

Sogenannte Midi-, nicht Minijobber, dürfen ab Juli 2019 mehr verdienen. Als Midijobber galt man bislang, wenn man zwar mehr als 450 Euro, aber weniger als 850 Euro Brutto-Lohn im Monat nicht überschreitet. Nun steigt diese Grenze von 850 auf 1300 Euro brutto im Monat. Wichtig ist dies vor allem, weil nun bis zu dem höheren Betrag nur die reduzierten Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden müssen.

Und noch eine gute Nachricht für Midijobber: Ab Juli bekommen sie trotz der reduzierten Rentenversicherungsbeiträge keine reduzierten Rentenleistungen mehr. Dadurch müssen Arbeitnehmer nicht mehr aus eigenen Mitteln aufstocken.

Damit will die Bundesregierung die Midijobs attraktiver machen und die Zahl solcher Anstellungen erhöhen.

Änderung ab 1. Juli 2019: Pfändungsgrenzen erhöht

Auch die Pfändungsgrenzen werden zum 1. Juli um vier Prozent erhöht. Das heißt, dass Personen, bei denen gepfändet wird nun mehr Geld zur Verfügung haben werden. Bei der Pfändung des Einkommens steht den Betroffenen auf unterster Stufe nun ein Freibetrag von 1179,99 Euro im Monat zu. Beim Pfändungsschutzkonto stehen Betroffenen zukünftig 1178,59 Euro zu. Und auch die Freibeträge für Personen, denen Schuldner Unterhalt gewähren, wurden geändert. Der zusätzliche Freibetrag für die erste Person liegt ab Juli bei 443,57 Euro, für die zweite bis fünfte Person bei 247,12 Euro.

Zwar sollten die Arbeitgeber die Beträge bei der Auszahlung automatisch anpassen. Allerdings sollten Betroffene besser nachfragen.

Neu ab Juli 2019: Berlin startet Pilot-Projekt zum solidarischen Grundeinkommen

In Berlin wird ab dem 1. Juli 2019 das solidarische Grundeinkommen getestet. Der Unterschied zum bedingungslosen Grundeinkommen ist, dass die solidarische Variante an ein Beschäftigungsverhältnis gekoppelt ist. Es soll auch Alternativen zu Hartz IV aufzeigen. Dabei wird Arbeitslosen eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit im gemeinnützigen Bereich finanziert. Mehr als 30 Millionen Euro werden investiert.

Nach letzten Angaben soll das auf fünf Jahre angelegte Modellvorhaben zunächst mit 250 Arbeitslosen losgehen und dann schrittweise auf ein Gesamtvolumen von 1000 Beschäftigten wachsen. Daran sollen Menschen teilnehmen können, die noch kein Jahr arbeitslos sind, aber absehbar keine Vermittlungschance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben.

Sie werden nach Tarif- oder Mindestlohn bezahlt und zum Beispiel als Mobilitätsbegleiter, Hausmeister, als Unterstützung für Lehrer an Schulen oder in Pflegeeinrichtungen arbeiten. Die Arbeitsagentur sucht die Teilnehmer aus. Der Chef der Arbeitsagentur Detlef Scheele übt Kritik am solidarischen Grundeinkommen

In Deutschland wird aktuell über eine mögliche CO2-Steuer debatiert.

rjs mit  dpa

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