2264 Dollar Gewinn – pro Sekunde

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Tim Cook stand lange im Schatten seines legendären Vorgängers Steve Jobs. Das hat sich gründlich geändert.

Nach dem Tod des legendären Firmen-Gründers Steve Jobs sahen etliche Beobachter Apple auf dem absteigenden Ast. Doch Nachfolger Tim Cook führte den Konzern zu einem Weltrekord. Noch nie hat ein Unternehmen so viel verdient.

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Nach dem Tod des legendären Firmen-Gründers Steve Jobs sahen etliche Beobachter Apple auf dem absteigenden Ast. Doch Nachfolger Tim Cook führte den Konzern zu einem Weltrekord. Noch nie hat ein Unternehmen so viel verdient.

Von Andrej Sokolow und Christoph Dernbach

Cupertino – Es ist der Moment des großen Triumphs für Apple-Chef Tim Cook. Der historische Quartalsgewinn von 18 Milliarden Dollar bestätigt, dass Apple in einer eigenen Liga spielt. Der neue Weltrekord in der Wirtschaftsgeschichte nimmt den vielen Skeptikern auf einen Schlag den Wind aus den Segeln. Noch vor einigen Monaten überboten sich etliche Beobachter in düsteren Untergangsszenarien.

Der Konzern habe ohne seinen 2011 verstorbenen Gründer Steve Jobs die Innovationskraft verloren, hieß es. Das iPhone sei zu teuer, daher hätten Googles Betriebssystem Android sowie Samsung und die günstigen chinesischen Hersteller den Kampf um den Smartphone-Markt schon gewonnen. Die „Buzzfeed“-Schlagzeile „Apple is doomed“ (Apple ist zum Scheitern verurteilt) entwickelte sich zum geflügelten Wort, das in sozialen Netzwerken wie Twitter inzwischen als Internet-Phänomen ein ironisches Eigenleben führt.

Rückblickend war es die größte Leistung von Cook, in diesem Gegenwind konsequent seine Linie zu halten. Apple wolle die besten, nicht die meisten Geräte verkaufen, erklärte er vor einem Jahr den Analysten, denen die Zahlen des Weihnachtsgeschäfts 2013 nicht gut genug vorkamen. Und nein, Preisabschläge stünden nicht zur Debatte. Er glaube, dass selbst die Kunden in Schwellen- und Entwicklungsländern, die zunächst einmal günstige Geräte kauften, mit der Zeit zum iPhone finden würden, erläuterte Cook seine Strategie. Forderungen nach einem Billig-iPhone wies er zurück. Auf keinen Fall wolle man auf der Jagd nach Marktanteilen die Strahlkraft der Marke verwässern.

Mit dem Verkaufstart des größeren iPhone 6 sollte Cook überraschend schnell recht behalten. Die 74,5 Millionen iPhones wurden bei weitem nicht nur in den klassischen reichen Märkten wie USA und Westeuropa abgesetzt. In Brasilien, Russland, Indien und China verdoppelten sich die iPhone-Verkäufe nahezu. Vor allem erstaunlich ist der erdrutschartige Erfolg im hart umkämpften chinesischen Mark.

Die Quartalszahlen haben Dimensionen angenommen, die schwer zu fassen sind. Allein das iPhone-Geschäft war mit 51,2 Milliarden Dollar fast doppelt so groß wie der gesamte Umsatz beim einstigen Erzrivalen Microsoft. Pro Sekunde verdiente Apple rund 2264 Dollar. „Apple hat nahezu ein Monopol auf die profitabelsten Kunden“, bemerkte Branchenexperte Ben Bajarin von der Analysefirma Creative Strategies. Das ohnehin gigantische Vermögen des Konzerns stieg auf beispiellose 178 Milliarden Dollar an, obwohl Apple inzwischen kräftig Geld an Aktionäre ausschüttet. Allein in den vergangenen zwölf Monaten flossen an sie 57 Milliarden Dollar.

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