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Gefahren erkennen, gezielt trainieren

Vorsicht Giftköder: So schützt Ihr Euren Hund

Hunde mit Giftköder getötet
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„Achtung Giftköder“ steht auf einem Schild am Rande einer Hundewiese in Riedberg.
  • Isabella Schweiger
    VonIsabella Schweiger
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  • Fabian Laube
    Fabian Laube
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Schneckenkorn in Hackfleisch, Rasierklingen oder Nadeln in Fleischstücken: Immer wieder legen Hunde-Hasser tödliche Köder aus, die die Tiere schwer verletzen und oft sogar qualvoll töten. Wie vermeidet man, dass der Hund diese Köder frisst und was ist zu tun, wenn etwas potenziell Lebensbedrohliches verschluckt wurde?

Es ist der Alptraum eines jeden Hundebesitzers: wenn beim Gassi-Gehen der Vierbeiner einen Giftköder frisst, manchmal sogar unbemerkt und schon Stunden später erste, schwere Symptome auftreten. Dann heißt es schnell sein und sofort handeln, denn es zählt jede Minute. Über die niederen Motive solcher Täter kann nur spekuliert werden. Laut Tierschutzgesetz hat er mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren zu rechnen, wobei Vorstrafen oder die Bereitschaft zu einem Geständnis eine Rolle für das Strafmaß spielen. Entscheidend ist, dass es überhaupt zu einer Anzeige kommt, nur so kann die Polizei der Sache nachgehen.

Zu entschuldigen ist eine solche hinterhältige Handlung generell nicht. Dennoch ruft unter anderem die Tierschutzorganisation PETA, Hundehalter zu rücksichtsvollem Verhalten auf: Hundehaufen gilt es grundsätzlich zu entsorgen, die Angst der Anderen vor Hunden ernst zu nehmen und übermäßiges Bellen durch konsequente Erziehung in den Griff zu bekommen, um in der Nachbarschaft den Frieden zu wahren.

Gefahren beim Gassigehen

Als Hundebesitzer ist es wichtig, sich über Gefahren für sein Tier im Klaren zu sein. Gerade auf junge Hunde, die gerne alles probieren, was ihnen vor die Schnauze kommt, sollte man besonders achten. Dabei geht es nicht nur um gezielt ausgelegte, mit Scherben, Rasierklingen oder Gift präparierte Köder. Auch Kadaver von vergifteten Tauben oder Ratten sowie Gülle, Abfall oder Giftpflanzen sind zu meiden.

Entscheidend ist es, die Gefahren zu erkennen und zu beseitigen, noch ehe Euer Hund das Gift findet. Dabei muss grundsätzlich alles als potenzielle Gefahr verstanden werden, was dem Hund Essbares beim Gassi gehen unterkommt. Selbst Hundespielzeug kann mit Nadeln oder ähnlichem bestückt sein.

Darum Vorsicht, an all jenen Stellen, wo die Täter unauffällig Giftköder hinterlassen könnten, wie in Gebüschen, am Wegesrand und in Parks. Regionale Berichterstattung und der Kontakt mit anderen Hundebesitzern ist hierbei hilfreich, so können sich aktuelle Giftköder-Attacken schnell herumsprechen und eventuell noch ausliegende Köder beseitigt werden.

Auf Webseiten wie giftköder.de können Hundehalter einander informieren und melden, wann und wo Giftköder aufgefunden wurden; außerdem gibt es verschiedene Apps für solche Informationen, wie beispielsweise Dogorama

Euren Hund und sein Verhalten mit der Zeit lesen zu lernen hilft, schon von weitem zu erkennen, ob er was Besonderes gefunden hat. Aber seid Euch bewusst, dass Hunde sehr schnell lernen, wann Frauchen oder Herrchen gerade zugucken und wann sie unbeobachtet sind und fressen können.

Bei einer konkreten Gefahrensituation, sollten Hundehalter den Bereich so lange meiden, bis es eine konkrete Entwarnung gibt. Bis die akute Gefahrensituation aus der Welt ist, kann auch ein Maulkorb angeraten sein. Haltet Euren Hund kurz und lasst ihn nicht vorneweg laufen: Gewöhnt ihm lieber an, auf Kommando „bei Fuß“ neben oder auch hinter Euch zu laufen und habt den Weg immer gut im Blick.

Anti-Giftköder-Training mit positiver Verstärkung

Gerade junge Hunde benehmen sich teilweise wie ein Staubsauger und schlingen alles runter, was ihnen interessant erscheint. Es ist empfehlenswert, mit Eurem vierbeinigen Freund schon als Welpe oder Junghund ein Training zu beginnen, bei dem er lernen soll, Gefundenes nicht zu fressen, sondern stattdessen anzuzeigen und Euch zu „fragen“, ob er etwas aufnehmen darf.

Einen Hund zu bestrafen, bringt nichts. So lernt er bloß, künftig schneller zu schlingen oder heimlich zu fressen, was ihm vor die Schnauze kommt. Positive Verstärkung heißt das Zauberwort. Bringt Eurem Hund bei, dass es sich für ihn lohnt, wenn er Dinge liegen lässt, weil das beste Futter bekommt er nur von Euch.

Legt in Eurem Garten oder Eurem Zuhause einen Köder aus, der nur wenig reizvoll ist. Wenn Euer Hund es entdeckt und ran möchte, nutzt ein Kommando wie „Pfui“. Belohnt ihn, sobald er Euch anschaut. Kombiniert „Pfui“ und „Schau“, um den Blickkontakt zu verstärken. Belohnt ihn mit seinem absoluten Lieblingsleckerli, wenn er zu Euch schaut. Nutzt das „Pfui“ konsequent bei allem Essbaren, was auf dem Boden liegt, etwa wenn Euch beim Kochen etwas herunterfällt.

Gezieltes Training rettet Leben

Ziel eines Anti-Giftköder-Trainings ist auch, dass Euer Hund vor Essbarem, was er findet, sitzen bleibt und Euch so zeigt, dass er etwas gefunden hat. Egal ob in Eurem Garten oder beim Spaziergang im Park. Belohnt ihn, wenn er auf das Gefundene blickt. Vielleicht benutzt Ihr einen Clicker und verstärkt das positive Verhalten nur zu gucken statt zu schlucken.

Wenn Euer Haustier zukünftig auf Euren gemeinsamen Wegen etwas Essbares findet, verfallt nicht in Panik oder stürmt wild gestikulierend auf ihn zu, so codiert Euch Euer Hund als „Spielverderber“ und schlingt, was er findet weg, anstatt es Euch anzuzeigen. Clickert bevor er etwas aufnimmt und belohnt ihn dafür, dass er was gefunden hat.

Ein Anti-Giftköder-Training dauert seine Zeit, überfordert Euren Hund nicht. Viele Hundeschulen bieten gezielt Kurse an. Vielleicht haben Euer Tierarzt oder befreundete Hundehalter eine passende Adresse, welcher Trainer in Eurer Nähe Ihnen geholfen hat. Ein Erste-Hilfe-Kurs ist ebenfalls zu empfehlen, auch wenn man natürlich hofft, ihn nie zu brauchen.

Auch Zuhause lauern Vergiftungsgefahren für Euren Hund:

  • Alkoholische Getränke und Lebensmittel; dazu gehören auch vergorene, ethanolhaltige Früchte.
  • Weintrauben, Sultaninen und Rosinen enthalten Weinsäure, die bei Hunden zu einem Nierenversagen führen können.
  • Avocados und Zitrusfrüchte sind nicht gut verträglich und überhaupt jedes Obst mit einem Kern birgt eine potenzielle Erstickungsgefahr; die Kerne von beispielsweise Aprikosen oder Äpfeln können außerdem Blausäure enthalten.
  • Zwiebeln, Lauch und Knoblauch führen zu Erbrechen, unter Umständen sogar zu einer Schädigung der roten Blutkörperchen und schlimmstenfalls zum Tod.
  • Nüsse haben einen sehr hohen Fettgehalt und gehören nicht auf den Speiseplan von Hunden, vor allem Macadamianüsse sind für Hunde sehr gefährlich.
  • Tomaten enthalten Solanin, was in großen Mengen tödlich für Hunde sein kann.
  • Beeren, Pflaumen, Mais, Hafer, Kopfsalat und Blumenkohl enthalten Xylitol, was bei Hunden zu einer starken Insulinausschüttung führt. Der folgende Abstieg des Blutzuckerspiegels kann potenziell tödlich sein.
  • Knochen können splittern und sowohl in Mundraum, Speiseröhre oder Magen zu gefährlichen Verletzungen führen.
  • Schokolade, Koffein, salzhaltige Knabbereien, Milchprodukte, rohe Eier, zucker- und fetthaltige Lebensmittel, Hefe und roher Teig sowie rohes oder halbgares Fleisch sind allesamt nichts für Hundemägen und können aus verschiedenen Gründen zu potenziell tödlichen Krankheiten führen.

Verhalten, wenn der Hund vergiftet wurde

Hat Euer Hund etwas Verdächtiges gefressen und Ihr habt es beobachtet? Oder zeigt er Anzeichen einer Vergiftung? Zögert nicht und sucht einen Tierarzt auf. Wurde er vergiftet, ist Zeit ein entscheidender Faktor. Habt die Telefonnummer von Eurem Tierarzt und einer Klinik in Eurer Nähe immer bei Euch, bestenfalls eingespeichert im Handy.

Ruft in der Tierklinik an und kündigt Euch an, damit Euer Notfallpatient auch bei einem vollen Wartezimmer sofort an die Reihe kommen kann. Wenn Euer Hund Durchfall hat oder sich übergeben muss, bringt Proben davon mit in die Klinik. Auch wenn Ihr Proben vom verdächtigen Köder habt, nehmt sie für eine Analyse mit. Haltet Euren Hund auf dem Weg warm und redet beruhigend auf ihn ein.

Verdächtige Symptome bei einer Vergiftung

Abhängig von Gift und Konzentration treten Vergiftungserscheinungen im Einzelfall sehr unterschiedlich auf. Manche Gifte machen sich erst nach mehreren Tagen bemerkbar, während andere relativ unmittelbar auftreten.

  • Unruhe
  • Erbrechen
  • starker Speichelfluss
  • Durchfall
  • harter, aufgeblähter Bauch
  • Atemprobleme
  • unregelmäßiger Herzschlag
  • blasses Zahnfleisch
  • Blut im Urin/ Blut im Stuhl
  • Krämpfe
  • Muskelzittern
  • Körpertemperatur sinkt ab
  • Apathie
  • Bewusstlosigkeit

Warnt andere Hundebesitzer

Gift oder gezielt ausgelegte scharfe Gegenstände können auch für spielende Kinder oder Wildtiere gefährlich werden. Wenn sich der Verdacht erhärtet und es liegt Gift aus, sei es unachtsam verteiltes Rattengift oder die gezielte Tat eines Hundehassers, informiert sowohl die Polizei als auch andere Haustierhalter. Macht Fotos vom Tatort, vielleicht sperrt ihr ihn bis zum Eintreffen der Polizei selber ab, aber entfernt keine Beweise.

Wenn es Zeugen gibt, lasst Euch von ihnen die Personalien geben. Erstattet Anzeige gegen Unbekannt. Hängt Warnschilder oder handgeschriebene Zettel mit einem Hinweis auf Giftköder am Fundort und dessen Nähe aus. Informiert Euren Tierarzt, das Tierheim, die lokalen Medien und tragt den Fund auf entsprechenden Internetforen ein, um möglichst viele Hunde zu schützen und ihren Haltern großen Kummer zu ersparen.

fl/si

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