Nach Listerien-Skandal in Hessen

Skandal um verseuchte Wilke-Wurst: Ministerin räumt Fehler ein

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Im Mittelpunkt des Listerien-Skandals: Der Wursthersteller Wilke muss seinen Betrieb vorerst ruhen lassen.

Hunderttausende Kilogramm Fleischbestände aus dem Bestand des hessischen Fabrikanten Wilke mussten nach dem Listerien-Skandal vernichtet werden. Verbraucherschutzministerin  Hinz räumt nun Fehler ein.

Update vom 31. Oktober 2019: Im Skandal um keimbelastete Wurst der Firma Wilke will die hessische Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) am Donnerstagmorgen neue Erkenntnisse vorstellen. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg und das Regierungspräsidium Kassel hätten Berichte vorgelegt, "die bei einem gemeinsamen Treffen ausgewertet wurden", erklärte ihr Ministerium vorab. Hinz will demnach eine erste Zwischenbilanz ziehen und über Konsequenzen für die Lebensmittelüberwachung in Hessen informieren.

Die Behörden waren für ihr Krisenmanagement im Fall Wilke kritisiert worden. Hinz räumte Kommunikationsfehler und Unstimmigkeiten bei der Kontrolle des Herstellers ein und forderte insbesondere den Landkreis auf, "noch offene Fragen" zu beantworten. In Wurstwaren von Wilke waren bereits im März sogenannte Listerien festgestellt worden, drei ältere Todesfälle werden mittlerweile damit in Verbindung gebracht.

Update vom 26. Oktober 2019: Der Skandal um die Wurst von Wilke wird immer verheerender. Offenbar wurden die Wurstwaren auch in Fertigprodukten anderer Hersteller verwendet. Ein Experte warnt nun die Verbraucher. 

Skandal um Wilke-Wurst: Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) schaltet sich ein

Update vom 25. Oktober 2019: Nach dem Skandal beim Lebensmittelhersteller Wilke hat Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) mit Ländervertretern über Lösungen gesprochen. Doch ihre Vorschläge sorgen bei der Opposition für Kritik - die FDP spricht von einem „Ablenkungsmanöver“.

„Schimmel, Fäulnis, Gestank“: 300 Tonnen Lebensmittel aus Wilke-Bestand vernichtet

Update vom 23. Oktober 2019: Nach dem Lebensmittelskandal um den Fleischfabrikant Wilke steht nun ein Mammut-Entsorgungsprogramm auf dem Plan: Produkte des nach Keimfunden geschlossenen Wurstherstellers mit einem Gesamtgewicht von etwa 300 Tonnen müssen vernichtet werden. „Mit der Entsorgung der noch vorhandenen Restbestände ist heute Vormittag begonnen worden“, bestätigte eine Sprecherin des Landkreises Waldeck-Frankenberg am Mittwoch. Dieser nordhessische Kreis ist die zuständige Überwachungsbehörde und wird zunächst auch die Kosten übernehmen.

Waren des mittlerweile insolventen Fleischunternehmens werden mit drei Todesfällen und insgesamt 37 Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Daher wurde das Unternehmen in Twistetal-Berndorf vor drei Wochen geschlossen. Bereits mehrfach waren Listerien in Wilke-Fleisch nachgewiesen worden. Die Keime können besonders für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem lebensbedrohlich sein. Gegen den Wilke-Geschäftsführer wird seitens Kasseler Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung ermittelt.

Wie der zuständige Landkreis bekanntgegeben hat, handelt es sich bei der umfangreichen Räumungsaktion um Lebensmittel, die nach der Schließung in den Lagerräumen des Unternehmens zurückblieben. Damit die Wurst- und Fleischwaren nicht verderben, hatte die Behörde dafür gesorgt, dass die Kühlhäuser der Firma weiterhin mit Strom versorgt wurden. Die Entsorgung findet unter Aufsicht des Veterinäramtes statt.

Rückruf für Wilke-Wurst: Eklige Zustände - „Schimmel, Fäulnis, Gestank“

Update vom 14. Oktober 2019, 20.07 Uhr: Der Eilantrag des Wurstproduzenten Wilke gegen die Schließung des Betriebs wurde vom Verwaltungsgericht Kassel abgelehnt. Damit bangen 200 Mitarbeiter weiter um ihre berufliche Zukunft.

Die Richter stellten derweil fest, dass der Landkreis fehlerfrei Verstöße des Unternehmens gegen das Lebensmittelrecht festgestellt habe. Hervorgehoben wurde besonders eine Entdeckung der Prüfer: So seien sie auf einen Lagerraum gestoßen, in dem zum Verzehr untaugliches Fleisch lag, das entsorgt werden sollte.

„Der Raum war gefüllt mit völlig vergammelter Ware, Schimmel, Fäulnis, Gestank. Am Boden war eine stinkende Flüssigkeit“, zitierten die Richter. Durch diese Flüssigkeit fahrend sei mit einem Gefährt Ware nach draußen gebracht worden. Anschließend sei man erneut durch die stinkende Flüssigkeit in Räume gefahren, die als rein galten.

Folglich erklärte das Verwaltungsgericht, diese Mängel würden es nachvollziehbar erscheinen lassen, dass der Betrieb ideale Bedingungen für eine „Ansiedlung, Vermehrung und Verbreitung von Listerien“ biete. Deshalb bestehe kein Zweifel daran, dass Produktionsstopp und Rückruf bei dem Unternehmen alternativlos seien, „um erhebliche und schwerwiegende Gefahren für Leib und Leben einer Vielzahl von Menschen soweit wie möglich zu minimieren“.

Gefährliche Bakterien sind aktuell in Salaten von mehreren Discountern gefunden worden. Vor allem Schwangere und Kinder müssen aufpassen. 

Update vom 10. Oktober 2019, 18.45 Uhr: Im Fall der keimbelasteten Wurstwaren der Firma Wilke ist offenbar ein drittes Todesopfer zu beklagen. Die drei Personen aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, sollen "direkt" oder "indirekt" an der Listeriose verstorben sein. Das berichtet „Spiegel Online“ unter Berufung auf das hessische Verbraucherschutzministerium.

Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet im Epidemologischen Bulletin Nr. 41 schreibt von mindestens 37 Erkrankungsfälle aus den Jahren 2014 bis 2019. Die Dunkelziffer soll aber noch viel höher liegen.

Der Wursthersteller Wilke möchte seine Geschäfte trotz des Skandals weiter fortsetzen. Das Unternehmen soll einen Eilantrag an das Verwaltungsgericht in Kassel gestellt haben, um die Produktion weiterführen zu können. Diese war nach Bekanntwerden des Skandals durch den Landkreis Waldeck-Frankenberg zunächst gestoppt worden und steht seitdem still.

Update vom 9. Oktober 2019: In dem Lebensmittelskandal um den Wursthersteller Wilke wird die Liste der betroffenen Produkte immer länger. Nachdem auch der schwedische Einrichtungskonzern IKEA betroffen war, kommen nun auch fleischlose Produkte hinzu. Auch Aldi hat einen Rückruf für Toast in mehreren Bundesländern gestartet.

Laut einer Meldung auf dem Portal lebensmittelwarnung.de werden nun neben Fleisch- und Wurstprodukten auch vegetarische und vegane Lebensmittel zurückgerufen. Dabei handelt es sich vor allem um vegetarische Aufschnitt-Varianten. Jedoch sind auch Aufstriche mit Pilzen, Kräutern oder Mangocurry-Aufstriche sind von dem Rückruf betroffen. Verbraucher werden dazu angehalten, zu prüfen, ob ihre Lebensmittel aus der Produktion der Firma Wilke stammen. Eine Münchner Traditionsmetzgerei ruft derweil ein beliebtes bayerisches Wurstprodukt zurück, wie merkur.de* berichtet.

Listerien in der Wurst: Ministerium veröffentlicht Liste mit betroffenen Marken

Das Ausmaß des Listerien-Skandals mit zwei Toten wird immer extremer. Nun hat das hessische Verbraucherschutzministerium eine Liste mit Marken veröffentlicht, die gleichfalls vom Rückruf der Wurstwaren der Firma Wilke betroffen sind. 

"Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen sind alle Eigenmarken der Fa. Wilke mit dem Identitätskennzeichen ‚DE EV 203 EG‘, ebenso folgende Marken und Handelsnamen, sofern sie das Identitätskennzeichen ‚DE EV 203 EG‘ tragen, betroffen“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Dann folgt die Auflistung der Marken:

  • Metro Chef
  • Haus am Eichfeld
  • Service Bund „Servisa“
  • CASA
  • Pickosta
  • Sander Gourmet
  • Rohloff Manufaktur
  • Schnittpunkt
  • Korbach
  • ARO
  • Findt
  • Domino
  • Wilke

Geschäftsführer wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Update vom 8. Oktober 2019: Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Geschäftsführer des Wurstherstellers Wilke ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Die Waren der Firma werden mit zwei Todesfällen in Südhessen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht. Die Ermittlungen liefen auch wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen Lebensmittelrecht, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag in Kassel.

Im Mittelpunkt des Listerien-Skandals: Der Wursthersteller Wilke muss seinen Betrieb vorerst ruhen lassen.

Das Verfahren sei aufgrund der Strafanzeige des Landkreises Waldeck-Frankenberg eingeleitet worden. Gegenstand des Verfahrens sei vor allem die Untersuchung der zwei Todesfälle, die mit einer Listerieninfektion in Verbindung stehen sollen, erklärte die Staatsanwaltschaft. In der vergangenen Woche habe es bereits Durchsuchungsmaßnahmen am Firmensitz der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH und am Wohnsitz des Beschuldigten gegeben. Der Geschäftsführer befinde sich aber auf freiem Fuß.

Eine ZDF-Dokumentation hat die beiden Discounter Penny und Netto miteinander verglichen. Dabei kamen auch für Kunden erschreckende Wahrheiten über Fleisch ans Licht.

Nach Todesfällen: Verkeimte Wurst auch bei Ikea - Liste betroffener Marken veröffentlicht

Update vom 8. Oktober 2019: Die mit Keimen belasteten Wurstwaren der hessischen Firma Wilke haben möglicherweise auch in Niedersachsen Krankheiten verursacht. Ein Sprecher des Landesgesundheitsamtes sagte am Dienstag, insgesamt seien drei Fälle bekannt, in denen ein Listerientyp nachgewiesen wurde, der mit hoher Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem hessischen Wurstbetrieb steht. Die Keime seien genetisch eng mit den Listerien verwandt, die in den Waren der Firma Wilke nachgewiesen wurden. Zuvor hatte der Norddeutsche Rundfunk über die Listerienfälle in Niedersachsen berichtet. Auch 187 Kita-Einrichtungen in Hamburg sind betroffen: Dort bekamen die Kinder Wilke-Wurst zum Frühstück serviert, wie nordbuzz.de* berichtet. 

Die drei erkrankten Menschen sind laut Landesgesundheitsamt zwischen 50 und 90 Jahre alt. Zwei von ihnen sind gestorben - einer von ihnen starb an einer anderen Erkrankung, bei der zweiten Person habe nicht ermittelt werden können, ob die Listeriose-Erkrankung die Todesursache war. Zwei der Fälle sind im Frühjahr 2019 ermittelt worden, der andere Fall stammt aus dem vergangenen Jahr. Über den Listerien-Fall der Firma Wilke in Niedersachsen berichtet auch nordbuzz.de*.

Nach zwei Todesfällen: Verkeimte Wurst auch bei Ikea - Ministerium veröffentlicht Liste mit betroffenen Marken

Update vom 7. Oktober 2019, 20.21 Uhr: Wie zuvor das Bundesagrarministerium, so hat sich nun auch Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies zu dem Skandal um Listerien-verseuchte Wurstwaren des Herstellers Wilke geäußert. „Wir brauchen einheitliche Standards und mehr Objektivität“, fordert der geschäftsführende Gesellschafter Clemens Tönnies in einem Gespräch mit der Welt. Da es „auf Dauer nicht funktionieren“ könne, dass es, wie momentan der Fall, in nahezu jedem Landkreis andere Vorgaben und Regelauslegungen bei der Lebensmittelüberwachung gebe, bräuchte man stattdessen eine „zentrale Instanz“. Eine konkrete Lösung wolle er aber noch nicht vorgeben, denn das sei „Sache der Behörden“. 

Skandal um verkeimte „Killerwurst“ - Ministerium bewertet Lage als „sehr ernst“

Update vom 7. Oktober 2019, 18.37 Uhr: Der Listerien-Skandal um Wurstprodukte des Herstellers Wilke beschäftigt auch das Bundesagrarministerium. In einer Stellungnahme versicherte eine Misteriumssprecherin gegenüber der dpa, man nehme die Situation „sehr ernst“ und lasse sich regelmäßig über den aktuellen Stand informieren. Zugleich verwies sie aber auf die Zuständigkeit der Bundesländer in solchen Fällen, wobei man sich allerdings verstärkte Kontrollen vorstellen könne: „Ein Fall wie aktuell in Hessen kann Anlass für die Bundesländer sein, die risikoorientierte Überwachung für diese Produktgruppe zu verstärken“, so die Sprecherin weiter. 

Zur Bewertung des Krisenmanagements in Hessen meinte die Ministeriumssprecherin: „Durch Analysen von Lebensmittel- und Humanproben konnte der Betrieb, aus dem die verunreinigten Produkte stammten, eindeutig identifiziert werden. Nach unseren Informationen haben die Überwachungsbehörden in Hessen die Maßnahmen, die dann in solchen Fällen zur Verfügung stehen, genutzt. Dazu gehören die Betriebsschließung und die Überwachung des Produktrückrufs.“

Wurstskandal um Firma Wilke: Jetzt auch Ikea betroffen

Erstmeldung 7. Oktober, 12.20 Uhr: Korbach/Hofheim - Der Wurstskandal um die Firma Wilke nimmt immer größere Ausmaße an. Nun ist auch Ikea mittendrin. Über einen Großhändler habe Ikea Deutschland Wurst-Aufschnitt für Kunden- und Mitarbeiterrestaurants von diesem Hersteller erhalten, sagte eine Sprecherin des Möbelkonzerns am Montag. Sie bestätigte damit entsprechende Angaben der Verbraucherorganisation foodwatch.

Ikea wechselte bereits Lieferanten

Ikea war nach eigenen Angaben am Mittwoch durch den Großhändler über die Schließung von Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH informiert worden. „Aus diesem Grund haben wir als Vorsichtsmaßnahme den Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt“, sagte die Sprecherin. 

Nicht betroffen sei das übrige Fleisch- und Wurstwaren-Sortiment aus dem Restaurant, dem Schwedenshop und dem Bistro. Mittlerweile gebe es einen neuen Lieferanten für Aufschnitt.

Wilke-Wurst-Rückruf: Listerien-Keime nachgewiesen - auch bei Ikea?

Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Mehrfach wurden Listerien-Keime in Wilke-Produkten nachgewiesen. Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sei. 

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte als Aufsichtsbehörde den Betrieb mit 200 Mitarbeitern am Dienstag vergangener Woche geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Die ganze dramatische Entwicklung in diesem Fall können Sie hier nachverfolgen. 

Wilke-Wurst: Das ganze Ausmaß scheint noch nicht bekannt

Das ganze Ausmaß scheint noch immer nicht bekannt. Laut Bild-Zeitung sind auch Betriebe in Rheinland-Pfalz nach Angaben des Ernährungsministeriums des Landes mit Wilke-Produkten beliefert worden. Firmen wurden aufgefordert, zu prüfen, ob sie Produkte des Herstellers über Zwischenhändler erhalten haben.

„Aktuell gehen wir davon aus, dass Betriebe in ganz Rheinland-Pfalz Wurstwaren des Unternehmens erworben haben“, sagte Ernährungsministerin Ulrike Höfken (Grüne). Das Untersuchungsamt habe Vertriebslisten erhalten und leite Informationen an die Behörden der Städte und Kreise weiter.

Für Schock bei vielen Verbrauchern sorgt auch die Meldung, dass nahezu alle großen Discounter-Ketten in Deutschland die Milch eines bestimmten Herstellers zurückrufen müssen.

Schon wieder wird das Vertrauen der Verbraucher in die deutsche Fleischindustrie auf die Probe gestellt: Es bahnt sich ein neuer Bakterien-Skandal an. Diesmal in Baden-Württemberg.

Die Ermittlungen im Lebensmittel-Skandal bei der Firma Wilke gehen weiter. Jetzt hat das Robert-Koch-Institut eine Liste übergeben.

dpa

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