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USA von Kältewelle überrollt

Unglaubliche Videos von Eissturm „Elliott“: Über 40 Todesfälle - Menschen erfrieren in ihren Autos

Millionen von Menschen kauerten am Sonntagmorgen vor dem tiefen Frost, um den eisigen Sturm zu überstehen, der mindestens über 20 Menschen in den Vereinigten Staaten getötet hat und voraussichtlich noch mehr Menschenleben fordern wird, nachdem er einige Bewohner in Häusern mit Schneeverwehungen eingeschlossen und die Stromversorgung von mehreren hunderttausend Haushalten und Unternehmen unterbrochen hat.
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Millionen von Menschen kauerten am Sonntagmorgen vor dem tiefen Frost, um den eisigen Sturm zu überstehen, der mindestens über 20 Menschen in den Vereinigten Staaten getötet hat und voraussichtlich noch mehr Menschenleben fordern wird, nachdem er einige Bewohner in Häusern mit Schneeverwehungen eingeschlossen und die Stromversorgung von mehreren hunderttausend Haushalten und Unternehmen unterbrochen hat.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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Weite Teile der USA sind am Weihnachtswochenende von einer außergewöhnlichen Kältewelle erfasst worden. Vom Norden des Landes bis an die Grenze zu Mexiko sind die Auswirkungen zu spüren - teils mit dramatischen Folgen.

USA - Am Weihnachtswochenende ist ein heftiger Wintersturm über die USA gezogen, der in weiten Teilen des Landes für Chaos sorgte und Dutzende Todesopfer forderte. Die Temperaturen lagen in vielen Regionen im zweistelligen Minusbereich. Bei eisigem Wind und heftigem Schnellfall war die Lage mancherorts lebenbensbedrohlich, vor allem an der Region und um die Großen Seen im Nordosten der USA und an der Grenze zu Kanada. Hunderttausende Haushalte waren ohne Strom. Für viele Menschen bescherte das Sturmtief „Elliott“ ein Weihnachtsfest unter Extrembedingungen.

Mit aller Wucht traf der Eissturm etwa die Stadt Buffalo, die am Ufer des Eriesees im US-Bundesstaat New York liegt. Heftige Schneefälle und orkanartige Winde sorgten für sogenannte Whiteout-Bedingungen auf den Straßen, bei denen Autofahrer durch die extrem eingeschränkte Sicht die Orientierung verlieren können. Viele Menschen saßen in ihren Wohnungen und Autos fest. Einige Menschen seien in Buffalo in ihren Autos erfroren, andere wurden auf der Straße in Schneewehen entdeckt, sagte Behördenvertreter Mark Poloncarz. „Das ist nicht das Weihnachtsfest, das wir uns gewünscht haben.“ Das älteste Opfer sei 93 Jahre alt, das jüngste 26. Die Toten seien in Häusern und auf der Straße entdeckt worden

Polizei und Feuerwehr konnten zeitweise kaum auf Notrufe reagieren. Auch im Bezirk Erie County, ebenfalls im Bundesstaat New York, starben nach Behördenangaben vom Sonntag sieben Menschen - zwei Menschen kamen ums Leben, weil laut „New York Times“ die Rettungsdienste nicht rechtzeitig eingetroffen waren. Am Samstag hätten Rettungskräfte zudem nur per Telefon bei der Geburt eines Kindes helfen können - dies aber mit Erfolg.

Und die Zahl der Todesopfer steigt weiter an. US-Medien berichteten bereits am Sonntag, durch den Wintersturm seien insgesamt deutlich mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Der Sender NBC berichtete unter Berufung auf eine eigene Zählung von sogar 41 Todesopfern, der Sender ABC von mindestens 39. Rettungskräfte und Behördenvertreter rechneten mit einer weiter steigenden Zahl an Opfern.

Auf Fernsehbildern waren Straßen zu sehen, die mit einer dicken Eisschicht überzogen waren. Autos und Lkws schlitterten über die Fahrbahn, krachten gegeneinander oder kamen von der Fahrbahn ab.

Hunderttausende Haushalte waren am Wochenende von Stromausfällen betroffen. Am Samstagvormittag (Ortszeit) waren zeitweise mehr als 1,6 Millionen Haushalte ohne Strom, wie die Webseite PowerOutage zeigte. Die arktische Kältefront brachte auch die Weihnachtspläne von vielen Reisenden durcheinander: Von Freitag bis Sonntag wurden nach Angaben der Flugdaten-Webseite FlightAware mehr als 10 000 Flüge gestrichen. An vielen Flughäfen herrschte Chaos. Manche wurden vorübergehend geschlossen.

Die Auswirkungen der Kältewelle waren bis in den Süden der USA zu spüren. Ernst wurde die Lage angesichts der gefallenen Temperaturen auch für Migrantinnen und Migranten an der Grenze zu Mexiko, von denen derzeit viele auf den Straßen der Grenzstädte campieren. Viele von ihnen warten auf die Aufhebung einer umstrittenen Abschieberegelung, die unter Verweis auf die Corona-Pandemie eine schnelle Zurückweisung erlaubt. Eigentlich sollte sie bereits in der vergangenen Woche auslaufen. Die US-Regierung hatte das Oberste Gericht in den USA um Aufschub bis nach Weihnachten gebeten.

Am Sonntag beruhigte sich der Sturm in den meisten Bundesstaaten etwas. Nach Angaben des US-Wetterdienstes verlagerte sich das Zentrum der arktischen Kaltfront Richtung Norden und wanderte in den Osten Kanadas. In der Region um die Großen Seen gab es weiterhin starke Schneefälle und eisigen Wind.

Der Wintersturm hatte weite Teile der USA bereits seit dem Vorweihnachtstag im Griff. Mehr als 200 Millionen Menschen hatten Unwetterwarnungen erhalten. Mehrere Bundesstaaten hatten vorsichtshalber den Notstand ausgerufen, unter anderem New York. „Mutter Natur verlangt uns dieses Wochenende alles ab, was sie zu bieten hat“, hatte die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, gesagt.

dpa/mz

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