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Gewaltverbrechen in Mühldorf am Inn: Eine Person tot – mutmaßlicher Täter festgenommen

Drama vor Wohnhaus in der Nacht auf Montag

Gewaltverbrechen in Mühldorf am Inn: Eine Person tot – mutmaßlicher Täter festgenommen

Mühldorf am Inn – Großeinsatz der Polizei am Sonntagabend (14. August) in Mühldorf: Eine Person …
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Über Armut und Altersmedizin

Altersarmut stellt auch Kliniken vor große Aufgaben. Doch was sind die Herausforderungen der Altersmedizin – vor allem bei Rentnern, die Not leiden? Diese Menschen brauchen besondere Unterstützung. Ein Gespräch mit Privat-Dozentin Dr. Brigitte Martha Buchwald- Lancaster – als Auftakt einer Geriatrie-Serie.

Geriatrie-Serie

-Warum brauchen Kliniken überhaupt geriatrische Abteilungen?

Alte und hochaltrige Menschen brauchen eine Medizin, die individuell auf sie zugeschnitten ist – analog zur Kinderheilkunde. Die einzelne akute Erkrankung ist zwar dieselbe, trifft aber auf einen Organismus, der durch den Alterungsprozess verändert ist. Zusätzlich liegen meist mehrere chronische Erkrankungen vor.

-Wirken sich Erkrankungen bei älteren Menschen deutlich anders aus als bei jüngeren?

Ja, Erkrankungen können deutlich folgenschwerer sein. Oft ist eine zusätzliche akute Erkrankung dafür verantwortlich, dass der Patient seine Selbstständigkeit verliert. Ein Beispiel: Ein alter, aber selbstständig lebender Mensch mit geschwächter Muskulatur liegt zwei Wochen im Krankenhaus. Durch die Immobilisation und dem damit verbundenen weiteren Muskelabbau kann er seine Gehfähigkeit verlieren. In der Geriatrie versuchen wir, das zu verhindern.

-Wie sieht ein Krankenhausaufenthalt in der Geriatrie aus?

Vor Beginn der Therapien werden die Körperfunktionen genau analysiert: Was kann der Patient? Wo gibt es Schwächen? Welche Fähigkeiten darf er nicht verlieren? Was muss er dazulernen? Danach wird gezielt trainiert. Neben der Behandlung der akuten Erkrankung, zum Beispiel einer Lungenentzündung, erhalten Patienten vom ersten Tag an Kranken- und Atemgymnastik. Ein Logopäde prüft, ob für die Lungenentzündung eine Schluckstörung verantwortlich ist. Wenn ja, erhält der Patient ein spezielles Schlucktraining.

-Das geht also weit über die organmedizinische Behandlung hinaus ...

Ja, wir betrachten den Patienten in seinem physischen, psychischen und sozialen Kontext. Im Team arbeiten daher Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen – sowie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Sozialarbeiter und speziell ausgebildete Krankenschwestern.

-Ganz konkret: Was ist das Ziel der Geriatrie?

Die Geriatrie will ein Höchstmaß an Selbstständigkeit erhalten oder wiederherstellen. Und: Pflegebedürftigkeit verringern oder ganz vermeiden. Daher sollten vorhandene Ressourcen bestmöglich genutzt werden. Bei alten Menschen ist häufig keine Heilung im klassischen Sinne möglich, darum streben wir eine Kontrolle oder Verbesserung der Symptome an.

-Was passiert, wenn ein Rentner bedürftig ist?

Im Prinzip sind staatliche Hilfen vorhanden, aber häufig wissen das arme Patienten nicht – oder haben keinen Zugang dazu. Wenn sie keine Unterstützung von Angehörigen erhalten, sind sie meist von den bürokratischen Vorgängen überfordert. Unsere Sozialarbeiter versuchen, diese Hilfen zu beantragen. Aber das komplizierte Prozedere dauert häufig länger als der Klinikaufenthalt. Und diese Zwischenzeit ist schwierig.

-Schämen sich Rentner wegen ihrer Armut?

Ja. Zum Teil lehnen diese Menschen Hilfsmittel wie Badewannen, Rollatoren und Strumpfanzieher ab, weil sie sie angeblich nicht brauchen. Dabei fehlt es am Geld. Die einen genieren sich, weil sich niemand um sie kümmert, die anderen wollen der Familie nicht zur Last fallen. Um dem entgegenzuwirken, erfassen wir mit standardisierten Fragebögen die soziale Situation des Patienten und versuchen dann, individuelle Hilfestellung zu geben.

-Allgemein gefragt: Wie wirkt sich Armut auf Rentner aus?

Armut ist besonders schlimm, wenn man alleine auf sich gestellt ist. Nur wer gut situiert ist, kann seinen Wohnraum altersgerecht anpassen und Personen bezahlen, die im Alltag helfen. Ein bedürftiger Rentner hat diese Möglichkeit nicht.

Das Interview führte:

Myriam F. Goetz

Liebe Leser

Nächste Woche lesen Sie in Teil 2 unserer Geriatrie-Serie alles rund um das Thema Demenz.

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