Trigeminus: Vergeht der Schmerz wieder?

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Prof. Marianne DieterichFachärztin für Neurologie, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Neurologie und stv. Direktorin des Deutschen Schwindel- und Gleichgewichtszentrums, Klinikum der Universität München

Leser, 75: Im Frühjahr bekam ich starke Schmerzen im rechten Unterkiefer – kurz, aber immer wieder und heftig. Ich konnte teils nicht schlucken, sprechen und kauen. Eine Wurzelbehandlung half nicht. Der Hausarzt vermutete eine Trigeminus-Neuralgie, verschrieb „Carbamazepin“ und die Schmerzen waren weg. Nun nehme ich nur noch eine Tablette (200 mg) täglich. Wie lange darf ich das und vergeht die Krankheit wieder?

Ihre Beschreibung und das gute Ansprechen auf „Carbamazepin“ sprechen in der Tat für eine „Trigeminus-Neuralgie“. Dieser Nervenschmerz tritt im höheren Lebensalter häufiger auf, wenn die Gefäße vermehrt auf Nerven zum Liegen kommen, in dem Fall also auf dem Unterkieferast des rechten Gesichtsnervs. Wenn Sie derzeit nur eine Tablette Carbamazepin mit 200 mg pro Tag einnehmen und damit keine Schmerzattacken haben, sollten Sie diese sehr niedrige Dosis ruhig weiter einnehmen, zum Beispiel für ein Jahr. Bleiben Sie damit beschwerdefrei, können Sie versuchen, das Mittel wegzulassen. Gelegentlich bleibt der Nerv dann friedlich. Falls doch wieder Schmerzattacken auftreten, würde ich wieder zu Carbamazepin in niedriger Dosis (3 x 200 mg pro Tag) raten. Nach Abklingen der Beschwerden kann man die Dosis sehr langsam wieder reduzieren.

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