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Zeugin sah Täter 114 Meter in den Tod stürzen

Deutscher (18) ersticht Freundin (17) und stürzt sich von Brücke: Wollte sie sich von ihm trennen?

Highline 179 Brücke Tirol
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Der 18-Jährige stürzte sich von der Touristen-Attraktion „Highline 179“ in den Tod.
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  • Markus Zwigl
    Markus Zwigl
  • Martina Hunger
    Martina Hunger
  • Martin Weidner
    Martin Weidner

Reutte/Innsbruck – Eine schreckliche Tragödie hat sich am Montagabend (30. Mai) kurz hinter der bayerischen Grenze in Tirol ereignet. Dabei kamen zwei junge Menschen ums Leben.

Update, 17.39 Uhr - Polizei nennt weitere Details zum Tathergang

Wie die Landespolizeidirektion (LPD) Tirol mitteilt, habe der 18-Jährige seine Freundin am Montagabend zwischen 17 und 18 Uhr von ihrer Arbeit abgeholt. Anschließend seien sie gemeinsam in seinem Auto in Richtung Reutte gefahren. „In dieser Zeit dürfte es dann zu einem Streit zwischen den beiden gekommen sein, da sich die junge Frau von ihrem Freund trennen wollte“, so die Polizei.

Die beiden seien laut Polizeiangaben seit etwa einem Jahr in einer Beziehung gewesen und im Bezirk Imst (Tirol) wohnhaft gewesen. Eine gemeinsame Wohnung hätten sie jedoch nicht gehabt. „Es gab bis dato keine polizeilich bekannten Streitigkeiten oder sonstigen Vermerkungen“, erklärt die Polizei weiter.

Die Obduktion der toten jungen Frau ergab, dass dem Opfer mehrere Stichverletzungen im oberen Rumpfbereich zugefügt wurden, an denen die 17-Jährige schließlich verstarb.

Update, 16.01 Uhr - Täter war der Polizei nicht bekannt

Ein genaues Motiv und ein genauerer Hintergrund der grausamen Tat sind weiter unbekannt - allein die Tatsache, dass am Tatort ein Klappmesser sichergestellt werden konnte, bestätigt die Polizei. Der Bluttat dürfte unmittelbar zuvor jedoch ein Streit voraus gegangen sein, sagte die Tiroler LKA-Chefin Katja Tersch gegenüber tt.com. Im Laufe des Tages wurden und werden Bekannte der beiden Opfer befragt.

Der 18-jährige Täter, ein gebürtiger Deutscher, war nicht polizeibekannt. „Es liegt weder eine polizeiliche Vormerkung, noch ein Betretungsverbot oder eine Wegweisung vor“, so die LKA-Leiterin. Beide seien „einer geregelten Arbeit“ nachgegangen.

Angaben zufolge seien die beiden seit etwa einem Jahr ein Paar gewesen. Beide lebten demnach in Bezirk Imst, aber nicht zusammen.

Update, 12.45 Uhr - Opfer stammte aus dem Bezirk Imst

Inzwischen gibt es weitere Informationen zu den Opfern: Nach Polizeiangaben stammte die tote 17-Jährige aus dem Bezirk Imst, wie die Landespolizeidirektion Tirol inzwischen bestätigte. Auch ihr Freund (18) habe dort zuletzt für längere Zeit gelebt, hieß es weiter. Die Bild-Zeitung will zudem erfahren haben, dass der 18-Jährige ursprünglich aus Bayern stammt. Offiziell bestätigt ist jedoch bislang nur, dass es sich bei dem 18-Jährigen um einen deutschen Staatsbürger gehandelt hat.

Die Erstmeldung:

Nach ersten Erkenntnissen der Landespolizeidirektion Tirol fuhr der 18-jährige Deutsche, der laut Auskunft der Pressestelle des LKA Tirol schon seit einigen Jahren in Österreich lebte, gemeinsam mit seiner Freundin, einer 17-jährigen Österreicherin, in einem Auto nach Reutte.

Auf einem Parkplatz kam es dann zu der Tragödie: Dort versetzte der 18-Jährige seiner Freundin mit einem Messer mehrere Stiche in den Brustbereich. Die junge Frau kam dabei ums Leben. Anschließend stürzte sich der Mann von der danebenliegenden Brücke in den Tod. Woher aus Deutschland der junge Mann stammte, konnte eine Sprecherin der Landespolizeidirektion Tirol am Dienstagvormittag auf Anfrage von rosenheim24.de zunächst nicht beantworten.

Zeugin beobachtet Selbstmord

Eine Zeugin hatte dabei den Todessprung des Mannes beobachtet und gegen 20.30 Uhr die Polizei per Notruf alarmiert. Die Beamten fanden vor Ort dann auch die 17-Jährige tot im Auto und konnten auch die mutmaßliche Tatwaffe, ein Klappmesser, sicherstellen.

Motiv und nähere Umstände der schrecklichen Tat sind derzeit noch völlig unklar. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Die beiden Leichen wurden inzwischen in die Gerichtsmedizin nach Innsbruck gebracht und sollen im Laufe des Dienstags (31. Mai) obduziert werden. Davon erhoffen sich die Ermittler weitere Erkenntnisse.

Inzwischen steht fest: Bei der Brücke, von der der junge Mann in den Tod sprang, handelt es sich um die bekannte Touristen-Attraktion „Highline 179“. Dies ist eine Fußgänger-Hängebrücke in Form einer Seilbrücke über die Fernpassstraße B179 südlich von Reutte. Sie erstreckt sich in einer Höhe von 113 bis 114 Metern über die Burgenwelt Ehrenberg und verbindet die Ruine Ehrenberg mit dem Fort Claudia. Die Lage der Brücke wurde so gewählt, dass sie mit einer Spannweite von 406 Metern zum Zeitpunkt der Fertigstellung eine der längsten Fußgängerhängebrücken der Welt war. Sie dient laut Wikipedia der leichteren Besichtigung der beiden Burgruinen und ist mit rund 200.000 Brückenbesuchern pro Jahr eine wichtige Touristen-Attraktion für die Gemeinde Reutte.

Berichterstattung bei Suizid:

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0800-6553000. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de.

mw/mh

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