15. Todesopfer geborgen

  • schließen
  • Weitere
    schließen

- Bad Reichenhall (re) - Die schlimmsten Befürchtungen in Bad Reichenhall werden immer mehr zur Gewissheit: Bei der Einsturz-Katastrophe sind 15 Menschen ums Leben gekommen. Es gibt keine Hoffnung mehr, unter den Trümmern der eingestürzten Eissporthalle noch Überlebende zu finden.

Sparen auf Kosten der Sicherheit? Diskutieren Sie mit!

Aus den Trümmern wurde in der Nacht das 15. und vermutlich letzte Todesopfer geborgen. Die Person konnte noch nicht identifiziert werden, teilte die Polizei mit. Man gehe aber davon aus, dass es sich um die noch vermisste 40 Jahre alte Frau handele.

Unterdessen spitzt sich die Diskussion um die Verantwortung für den Einsturz des Daches unter Massen von Neuschnee zu.

Am Mittwoch fanden die Helfer die Leichen zweier Jungen und eines Mädchens im Alter zwischen 12 und 15 Jahren, nachdem am Dienstag bereits elf der insgesamt 15 Verschütteten geborgen worden waren. Mehr als 30 Menschen waren verletzt worden. Papst Benedikt XVI. übermittelte den Angehörigen seine tiefe Anteilnahme.

Gegen 05.00 Uhr des Vortags entdeckten die Helfer zunächst einen zwölfjährigen Jungen, nachdem sie zwei Dachträger entfernt hatten. Er hatte "keine Chance zum Überleben", sagte der stellvertretende Landrat Rudolf Schaupp. Am Vormittag bargen die Retter die Leiche eines 14-Jährigen, der offenbar ebenfalls von schweren Trümmern getroffen worden war. Gegen 14.30 Uhr wurde dann das Mädchen geborgen, bei dem es sich den Angaben zufolge um eine usbekische Staatsangehörige handelte.

Die Schneelast auf dem Dach war nach der Ferndiagnose zahlreicher Bauexperten offenbar nur der Auslöser, aber vermutlich nicht alleinige Ursache der Tragödie. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermittelten an der Unglücksstelle. Dach- und Gebäudeteile wurden vor dem Abtragen nummeriert und fotografiert. Medienberichten zufolge sollen Eisläufer eine halbe Stunde vor dem Einsturz einen lauten Knall gehört haben. Die Polizei geht eigenen Angaben zufolge allen Hinweisen nach und vernimmt entsprechende Zeugen.

Oberbürgermeister Wolfgang Heitmeier wies Berichte zurück, wonach bereits 2002 ein Gutachten zu dem Schluss gekommen sei, dass das Hallendach erneuert werden müsse. Die "Abendzeitung" berichtete dagegen, Gutachter hätten 2002 festgestellt, dass die Dachbalken erhebliche Mengen Wasser gezogen hätten.

Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) mahnte die Länder, ihre Bauvorschriften kritisch zu überprüfen. Politik und Verbände lehnten eine Verschärfung der Bauvorschriften jedoch mehrheitlich ab. Lediglich Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, der auch Präsident des Deutschen Städtetages ist, setzte sich für regelmäßige Überprüfungen öffentlich genutzter Gebäude ein.

In Siegsdorf in Landkreis Traunstein brach am Mittwoch - offenbar ebenfalls unter der Last des Schnees - das Dach einer Lagerhalle ein. Dabei kam nach Angaben der Polizei jedoch niemand zu Schaden.

Zurück zur Übersicht: Welt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare