„Pabuk“

Tropensturm über Thailand vorbei - Weniger Schäden als befürchtet

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Der Tropensturm „Pabuk“ zog auf Süden Thailands zu.
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Die Angst war groß, aber letztlich ging es einigermaßen glimpflich aus. Der Tropensturm „Pabuk“ hat Thailand weitgehend verschont. Manche Urlauber kommen aber später nach Hause.

Update vom 5. Januar 2019:

Der Tropensturm „Pabuk“ hat auf Thailands beliebten Urlauberinseln und Stränden viel weniger Schäden angerichtet als befürchtet. Der Sturm zog am Wochenende mit Böen bis zu 75 Stundenkilometern über Inseln wie Koh Samui oder Koh Phi Phi hinweg. Dort halten sich derzeit auch viele deutsche Touristen auf, um dem europäischen Winter zu entkommen. Die befürchtete Katastrophe blieb aus.

Die thailändischen Behörden hoben ihre Sturmwarnung am Samstagvormittag auf. „Pabuk“ gilt offiziell nur noch als tropisches Tiefdruckgebiet. Größere Schäden gab es nach vorläufigen Angaben der Behörden keine, auch keine Verletzten oder weiteren Todesopfer. Am Freitag war ein thailändischer Fischer ums Leben gekommen, als sein Boot von einer Welle getroffen wurde.

Die Behörden hatten anfangs befürchtet, dass „Pabuk“ ähnlich zerstörerisch werden könnte wie der Tropensturm „Harriet“ 1962. Damals kamen in Thailand fast tausend Menschen ums Leben. Nach dem Ende des Sturms nahm der Flughafen von Koh Samui am Samstag seinen Betrieb wieder auf. Auch die ersten Fähren fuhren wieder. Allerdings gab es immer noch hohe Wellen. Bei der Rückkehr müssen manche Urlauber mit teils erheblichen Verspätungen rechnen.

Insbesondere auf Koh Samui hatten viele mit viel Schlimmerem gerechnet. Dort hielten sich die Schäden jedoch sehr in Grenzen. Die Deutsche Bärbel Schäfer (55), die seit mehreren Jahren auf der Insel lebt, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa: „Es war etwas stürmisch, aber nicht mehr als normal. Nicht einmal ein Stück Dach ist weg.“

Tropensturm in Thailand: Zehntausende Urlauber fliehen vor "Pabuk"

Unsere Meldung vom 3. Januar 2019:

Bangkok - In Thailand sind zehntausende Urlauber vor dem Tropensturm "Pabuk" geflohen. Auf den Inseln Koh Phangan und Koh Tao im Golf von Thailand packten zahlreiche Touristen ihre Sachen. Die Inseln seien inzwischen "fast leer", sagte der Verwaltungschef von Koh Phangan, Krikkrai Songthanee, am Donnerstag. Seit Silvester hätten 30.000 bis 50.000 Menschen die Inseln verlassen.

Das erste Mal seit 30 Jahren trifft Tropensturm außerhalb der Monsunzeit Thailand

"Pabuk" ist der erste Tropensturm seit rund 30 Jahren, der die Region außerhalb der Monsunzeit heimsucht. Er sollte Koh Phangan, Koh Tao und die Insel Koh Samui, wo um den Jahreswechsel Hochsaison ist, Freitagnacht erreichen und dann weiter zum Festland ziehen. Eine offizielle Evakuierungsanordnung gab es zunächst nicht, trotzdem verließen die Touristen scharenweise die Inseln.

Der Bürgermeister von Koh Tao sagte, die Schiffe nach Chumphon auf dem Festland seien völlig überfüllt. Auf der Insel, die vor allem bei Tauchern beliebt ist, harren demnach aber noch einige tausend Urlauber aus, die dem Unwetter trotzen wollen.

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Russischer Tourist ertrinkt - Behörden bauen Notunterkünfte auf

Auf Koh Samui ertrank am Mittwoch ein russischer Tourist. Er war mit seiner Familie trotz Badeverbots und roter Fahnen schwimmen gegangen, wie der Polizist Boonnam Srinarat sagte. Der 56-jährige Mann wurde demnach von der starken Strömung ins Meer gezogen.

Die Behörden auf Koh Samui haben angekündigt, Notunterkünfte für Urlauber einzurichten, die trotz des Sturms auf der Insel bleiben wollen oder keinen Platz mehr auf einer der Fähren ergattern konnten, bevor diese ab Donnerstagabend ihren Betrieb einstellen. Bangkok Airways sagte für Freitag alle Flüge von und nach Koh Samui ab.

Menschen schlafen in einem Evakuierungszentrum in Thailand.

Bis zu sieben Meter hohe Wellen angekündigt

"Pabuk" bewegte sich mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 104 Stundenkilometern auf den Golf von Thailand zu. Der thailändische Wetterdienst warnte vor starkem Regen und bis zu sieben Meter hohen Wellen. Normalerweise seien die Wellen im Golf von Thailand nur zwei Meter hoch, sagte Wetterdienstchef Phuwieng Prakammaintara. In einem Video das ein User auf Twitter hochgeladen hat, kann man bereits sehen wie Fähre auf dem Weg von Ko Phangan nach Ko Tao mit der unruhigen See zu kämpfen hat.

Die Meteorologen gehen zwar nicht davon aus, dass der Sturm Taifun-Stärke erreichen wird. Weil Vorhersagen aber schwierig sind, sollen sich die Menschen unbedingt an die Empfehlungen der Behörden halten.

Heftige Regenfälle in Thailand erwartet

Im ganzen Süden Thailands wird mit heftigen Regenfällen gerechnet, auch in den Urlaubsregionen an der Andamanensee wie Phuket oder Krabi sowie in den südlichsten Provinzen Pattani, Narathiwat und Yala. Der für seine unberührten Strände und Buchten berühmte Similan-Nationalpark bleibt bis Samstag vorsichtshalber für Touristen gesperrt.

Thailands Wirtschaft hängt stark vom Tourismus ab. In diesem Jahr rechnet das südostasiatische Königreich mit einer Rekordzahl von 40 Millionen Besuchern.

Ende Dezember wurde Indonesien von einem Tsunami getroffen. Die Ursache war vermutlich ein Ausbruch des in der Meeresenge liegenden Vulkans Anak Krakatau. Anders als in Thailand konnten die Menschen nicht vorgewarnt werden.

AFP/md

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