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Noch außergewöhnlich hohe Einsparpotenziale

Tanktouristen aufgepasst: Ab 1. Oktober wird auch in Österreich der Sprit wieder teurer

Ein Mann betankt einen zusätzlichen Kanister an der Tankstelle
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Viele Tanktouristen nutzen die günstigeren Spritpreise im Ausland aus. (Symbolbild)
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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Die Fahrt über die Grenze zum Tanken lohnt sich nach dem Ende des Steuerrabatts auf Sprit in Deutschland für viele Bayern wieder. Allerdings tritt in Österreich ab 1. Oktober die CO2-Steuer in Kraft. Heißt: Auch dort wird das Tanken deutlich teurer als bisher.

Österreich - Weil die Spritsteuersenkung in Deutschland vorbei und Kraftstoff im Freistaat derzeit besonders teuer ist, ergeben sich derzeit noch außergewöhnlich hohe Einsparpotenziale, wenn man zum Tanken nach Österreich fährt. Doch das ist mit kommendem Samstag auch vorbei.

Ab 1. Oktober müssen „heimische Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer so tief wie noch nie beim Tanken in die Tasche greifen“, sind sich die Experten des Auto-, Motor- und Radfahrerbunds Österreichs (ARBÖ) sicher.

Sprit für deutlich unter zwei Euro

Noch können deutsche Tanktouristen in Österreich für deutlich unter zwei Euro den Tank auffüllen. Im Raum Kufstein oder Raum Salzburg liegen die Spritpreise (Super) zum Stichzeitpunkt (27. September - 10 Uhr) fast nirgendwo über 1,700 Euro pro Liter. Zum Vergleich: In Burghausen oder Bad Reichenhall liegen die Preise so gut wie überall bei über 2,000 Euro - in Rosenheim nur ganz knapp unter 2,000 Euro pro Liter. Bei Diesel fallen die Unterschiede etwas geringer aus.

Deutschland Spitzenreiter im EU-Vergleich

Seit dem 1. September gelten in Deutschland für Sprit die normalen Steuersätze. Damit gehört Deutschland wieder zu den teuersten Staaten in der EU. Nach Daten der EU-Kommission kostet Superbenzin nur in Finnland mehr. 

Aber auch der ARBÖ warnt jetzt: „Der Treibstoff wird ab Oktober pro Liter um etwa acht Cent mehr kosten.“ Die Experten rechnen deshalb mit einem Ansturm auf die österreichischen Tankstellen.

„Rohölpreis auf Niveau wie vor Ukraine-Krieg“

„Der Rohölpreis liegt auf einem Niveau wie vor dem Ukraine-Krieg im Februar, doch der Treibstoff an den Tankstellen kostet rund 30 bis 50 Cent mehr als vor sieben Monaten. Die Ölmultis machen sich auf Kosten der österreichischen Autofahrerinnen und Autofahrer ein schönes Körberlgeld und die Bundesregierung sieht tatenlos zu. Und als Draufgabe beharrt die Bundesregierung auf die Einführung der CO2-Steuer ab 1. Oktober 2022, was Sprit nochmals um mehr als acht Cent verteuern wird. Das ist eine hausgemachte Verteuerung“, ärgert sich ARBÖ-Präsident Dr. Peter Rezar. Deshalb fordert er auch einen Spritpreisdeckel von 1,50 Euro einzuführen und die Verschiebung der geplanten CO2-Bepreisung.

„Ein Fass Rohöl kostete am 21. Februar 2022 auf den internationalen Märkten 93,51 US-Dollar, ein Liter Eurosuper-Benzin an den Tankstellen 1,451 Euro und ein Liter Diesel 1,435 Euro. Mit Stichtag (18. September) kostete ein Fass Rohöl 91 US-Dollar, die Preise für Eurosuper-Benzin lagen aber bei 1,713 Euro und für Diesel bei 1,941 Euro. Im September ist daher bei fast gleichem Rohölpreis Eurosuper an den Zapfsäulen um 0,262 Euro teurer und Diesel um 0,506 Euro als noch im Frühjahr 2022“, rechnet der ARBÖ vor.

„Auch wenn weitere Gründe wie die Logistik und der aktuelle Versorgungsengpass auf den Treibstoffpreis Einfluss nehmen, so zeigen die Preise, dass – wie bereits von der Bundeswettbewerbsbehörde festgestellt wurde – die Mineralölkonzerne die tatsächlichen, viel günstigeren Rohölpreise an die Konsumentinnen und Konsumenten nicht weitergeben und noch immer saftige Margen einfahren“, sagt Rezar. 

Preisunterschied bis zu 25 Euro

Für Autofahrer bedeutet dies bei einer Tankfüllung von 50 Litern einen Preisunterschied von rund 14 Euro bei Eurosuper und gewaltige 25 Euro bei Diesel – bei fast gleichen Rohölpreisen. Besonders bitter für Kraftfahrer ist die in Kürze in Kraft tretende CO2-Bepreisung, wodurch Benzin und Diesel bei einer 50-Liter-Tankfüllung nochmals um 4 bis 4,50 Euro teurer werden.

Bis Samstag (1. Oktober) können Österreicher und Tanktouristen aus Deutschland aber noch zum „Billigtarif“ ihre Fahrzeuge volltanken.

In Österreich weniger Preiserhöhungen am Tag

Was auch nach dem 1. Oktober für das Tanken in Österreich spricht: Dort gibt es auch weniger Schwankungen, denn seit mehr als zehn Jahren gilt dort, dass der Spritpreis nur einmal täglich - und zwar um 12 Uhr - erhöht werden darf. Das sieht die seit 1. Januar 2011 und noch bis Ende des Jahres geltende Spritpreisverordnung vor.

„Hintergrund der Einführung war ein ständiges Auf und Ab bei den Preisen von manchmal zehn täglichen Veränderungen“, sagte ein Sprecher des Automobilclubs ÖAMTC. Die Autofahrer können ihr Tankverhalten viel besser planen. Wer vor zwölf Uhr tanke, zahle in der Regel weniger als danach, hieß es. Preissenkungen sind der Verordnung zufolge jederzeit und unbegrenzt möglich.

mz

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