Tänzelnd durch den Fasching

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- Mühldorf (win) - Ausnahmezustand im Hause Färber: Das Ehepaar änderte seine Namen in "Markus I. vom Reich der japanischen Flitzer" und "Sandra I. vom gläsernen Lexus-Palast", um in den nächsten Monaten im Walzerschritt tänzelnd durchs Leben zu gehen.

Zumindest bis Aschermittwoch. Bis dahin geben Markus und Sandra Färber nämlich das Mühldorfer Prinzenpaar.

Die Wahl zum Prinzenpaar verlief erstaunlich unromantisch. Eine Bewerbung war nicht nötig. Peter Mück, Präsident der Mühldorfer Faschingsgesellschaft Inntalia, fragte Sandra und Markus Färber Ende der vergangenen Faschingssaison, ob sie bereit seien, die Rolle zu übernehmen. Mück kannte die beiden durch ihre Tochter Jennifer, die in der Kindergarde tanzt. Bei den Auftritten der Siebenjährigen waren die Eltern stets dabei, um sie für die Aufführung herzurichten und ihr beim Tanzen zuzusehen.

"Da unsere Tochter schon länger bei der Garde ist, wussten wir, was auf uns zukommt", sagt Markus Färber. Die Entscheidung fiel dem Paar daher leicht. Hinzu kam, dass die Familie ihre Unterstützung anbot. Die Großeltern kümmern sich während der rund 40 Auftritte des Prinzenpaares um Jennifer und ihre kleine Schwester Lisa. "Anders wäre es nicht machbar", weiß Markus Färber.

Im Dezember begannen Sandra und Markus Färber, den Prinzenwalzer einzustudieren. Eine extra engagierte Trainerin entwarf die Choreografie des Tanzes und brachte den beiden die einzelnen Schritte bei. Nach knapp vier Wochen war das Paar bereit für seinen ersten Auftritt: Am 10. Januar übergab ihm Bürgermeister Günther Knoblauch symbolisch den Schlüssel des Rathauses. Das Prinzenpaar revanchierte sich, indem es Walzer tanzend durch den Stadtsaal schwebte.

Nervös seien die beiden vor ihren Auftritten nicht. "Wir machen uns vor unserem Tanz höchstens Gedanken, ob alles glatt laufen wird", sagt Sandra Färber. Größere Pannen blieben den beiden bisher erspart. Nur einmal ist die Faschingsprinzessin mit ihrem Haarteil, das sie vor jeder Aufführung anlegt, im Hemdsärmel ihres Mannes hängen geblieben. Da die künstlichen Haare gut befestigt waren, kam es jedoch nicht zu einer Blamage. "Gott sei Dank", lacht Sandra Färber.

Ihr cremefarbenes Kleid und das in Rottönen gehaltene Kostüm ihres Mannes gehören einem Kostümverleih in München. Bei der Auswahl der Kleider ist es wichtig, dass sie sich von denen des letztjährigen Faschingspaares unterscheiden. "Ich wollte eigentlich eine andere Uniform, aber die sah dem letztjährigen Kostüm zu ähnlich", bedauert Markus Färber.

Bis Aschermittwoch sind Markus I. und Sandra I. noch im Amt. Mit der so genannten Prinzenbeerdigung am Faschingsdienstag endet die Vorherrschaft des Walzers und der Kostümierung.

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