Angst vor einem „zweiten Ischgl“

Südafrikanische Corona-Mutation breitet sich aus: Virologin plädiert für Isolation Tirols

 Eine Mitarbeiterin am Institut für Virologie der technischen Universität München (TUM) bereitet Proben von Menschen mit Covid-19 Verdacht in einem Labor für die weitere Analyse vor.
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Die Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer spricht sich aufgrund steigender Infektionszahlen mit der südafrikanischen Variante des Coronavirus für eine Isolation des österreichischen Bundeslandes aus.
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
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In der Region Rosenheim ist bei einem Reiserückkehrer die südafrikanische Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Weitere Fälle der Mutation sind in der Region nicht bekannt. Da sich die Mutation jedoch in Tirol ausbreitet, plädiert die Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer für eine Isolation des österreichischen Bundeslandes.

Rosenheim – Weiterhin nur ein Fall in der Region Rosenheim, Angst vor einem „zweiten Ischgl“ hingegen bei den Nachbarn in Tirol: Angesichts der Ausbreitung der südafrikanischen Virus-Variante hat die Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer laut einem Bericht der Tiroler Tageszeitung die weitgehende Isolation Tirols gefordert.

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In dem österreichischen Bundesland haben die Behörden in Proben mittlerweile 75 Fälle der südafrikanischen und 21 Fälle der britischen Virus-Variante festgestellt. Mit den neuen Einreiseregeln, die ab Mittwoch, 10. Februar gelten, ist der kleine Grenzverkehr im Inntal deutlich eingeschränkt. Touristische Fahren oder Einkaufstouren sollen unterbunden werden, die Österreicher haben verstärkte Kontrollen angekündigt.

Pendler dürfen passieren, müssen sich aber registrieren und ein Antigen- oder PCR-Testergebnis mit sich führen, das nicht älter als sieben Tage ist. In Tirol sind sich offenbar Untervarianten des südafrikanischen Typs aufgetreten. Das zumindest berichtet von Laer.

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Keine weitere Ausbreitung in der Region festgestellt

In Rosenheim war Ende Januar bei einem Reiserückkehrer die südafrikanische Variante des Corona-Virus festgestellt worden. Der Mann war mit negativem Test eingereist, Tage drauf war ein positiver Test genommen worden, das Gesundheitsamt hatte aufgrund der vorangegangenen Südafrika-Reise eine Probe ans Landesamt für Gesundheit geschickt, das die südfarikanische Variante nachwies. Eine Weiterverbreitung in der Region habe es durch diesen Fall nicht gegeben, versichert das Rosenheimer Gesundheitsamt. Die Kontakte könnten allgemein zuverlässig nachverfolgt werden.

Zu besseren Vernetzung mit Behörden und Medizinern führt das Amt nach Auskunft seines Leiters Dr. Wolfgang Hierl derzeit außerdem das vom Helmholtz-Institut entwickelte Programm Sormas ein, das Akteure der Pandemiebekämpfung und relevante Daten wie Fallzahlen und Symptome vernetzt.

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