TOURISTEN-ATTRAKTION

Streit um Treppe

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Eine atemberaubende Aussicht bietet sich auf den Kreidefelsen Königsstuhl auf der Insel Rügen. Der Abstieg am bekanntesten Wahrzeichen der Insel, eine Treppe, soll zurückgebaut werden. Dagegen protestieren die Bürger. foto: dpa

Abstieg am Kreidefelsen soll abgebaut werden. Sassnitz – Weiße Felsen, eine tiefblaue Ostsee und das satte Grün hundertjähriger Buchen: Jedes Jahr besuchen rund 500 000 bis 800 000 Gäste den Königsstuhl an der Kreideküste auf der Insel Rügen.

Von hier konnte man fast 200 Jahre lang – erst auf gewundenen Wegen, später über eine Treppe – zum 118 Meter tiefer gelegenen Ufer absteigen.

Seit 2016 ein Baum auf den unteren Teil der Treppe fiel, ist der Abstieg am beliebtesten Ausflugsziel der Insel gesperrt. Ein Jahr später verkündete das Umweltministerium den Abriss der Treppe. Begründet wurde dies damit, dass ein Hangteil neben dem Wahrzeichen „als geologisch instabil und stark abbruchgefährdet“ gilt. „Der Schutz der Besucher hat oberste Priorität“, begründete Minister Till Backhaus (SPD) den Verzicht auf eine Reparatur.

Seit mehreren Monaten macht eine Bürgerinitiative gegen den Abbau der Treppe mobil. „Wir leben vom Tourismus. Der Wandertourismus ist unser Alleinstellungsmerkmal“, sagt Torsten Rollin von der Touristik Lohme GmbH. Mehr als 3000 Unterschriften für die Wiederherstellung des Abstiegs wurden gesammelt. Am Samstag ist eine Demonstration geplant.

Zu den künftigen touristischen Attraktionen soll der Bau einer sieben Millionen Euro teuren Aussichtsplattform gehören, die voraussichtlich von Herbst an schwebend über dem Königsstuhl errichtet werden soll. Betrieben werden soll die Plattform vom Nationalparkzentrum. Auch deshalb sehen nicht alle Einwohner den Verlust des Königsstuhl-Abstiegs skeptisch.

Das Nationalparkamt hat den Rückbau der Treppe nach Protesten in der Region vorerst gestoppt.  dpa

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