SONNE, MOND UND STERNE IM APRIL

Sternschnuppen der Lyriden

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Nach der Umstellung unserer Uhren auf Sommerzeit wird es nun später dunkel.

Erst gegen 20.30 Uhr leuchten die Sterne auf. Als Erstes macht sich im Westen die Venus bemerkbar, die gegenwärtig ihre Rolle als Abendstern spielt. Unser Nachbarplanet geht Anfang April gegen 21.40 Uhr unter, zu Monatsende erst kurz nach 23 Uhr. Venus wandert durch das Sternbild Widder und wechselt nach der Monatsmitte in den Stier. Ende April tritt sie in das Goldene Tor der Sonnenbahn, das von den Sternhaufen Plejaden und Hyaden gebildet wird.

Jupiter wird langsam zum Planeten der Nacht. Nach Untergang der Venus ist er der hellste Planet am Nachthimmel. Der auffallende Riesenplanet hält sich im Sternbild Waage weit südlich auf. Anfang April erscheint er im Südosten eine halbe Stunde vor Mitternacht, Ende April geht er eine Viertelstunde nach neun Uhr abends auf. Da wird es gerade dunkel genug, um Jupiter zu erkennen. Am 3. und am 30. zieht der fast volle Mond an Jupiter vorbei.

Mars kann in der zweiten Nachthälfte gesehen werden. Seine Helligkeit nimmt im Laufe des Monats zu. Der Rote Planet wandert durch das Sternbild Schütze und überholt am Ostermontag den Ringplaneten Saturn, der ebenfalls am Morgenhimmel zu sehen ist. Der abnehmende Halbmond gesellt sich am 8. zu Mars und Saturn, ein netter Anblick in Richtung Südost gegen 4 Uhr. Am 17. passiert Saturn seinen sonnenfernsten Bahnpunkt. An diesem Tag trennen den ringgeschmückten Planeten 1506 Millionen Kilometer von der Sonne.

Vom 16. bis 25. April sind die Sternschnuppen der Lyriden zu erwarten. Ihr Ausstrahlungspunkt liegt im Sternbild Leier. Das Maximum tritt in der Nacht vom 22. auf 23. ein. Dabei flammen bis zu zwanzig Meteore pro Stunde auf. Bei den Lyriden handelt es sich um schnelle Sternschnuppen, die mit Geschwindigkeiten um 50 Kilometer pro Sekunde – das sind 180 000 Kilometer pro Stunde – in die Erdatmosphäre eindringen und verglühen. Eine Reise von der Erde zum Mond würde bei dieser Geschwindigkeit nur zwei Stunden dauern.

Die beste Beobachtungszeit sind die Stunden nach Mitternacht, wenn Wega in der Leier im Nordosten steht. Diesmal stört auch kein Mondlicht die Beobachtung der Lyriden: Am 22. und 23. ist der zunehmende Halbmond schon untergegangen, wenn man in den frühen Morgenstunden nach den Lyriden Ausschau hält.

Am 16. tritt um 3.57 Uhr die Neumondphase ein. Vollmond wird am 30. um 2.58 Uhr erreicht. Der helle, glänzende Vollmond steht dabei im Sternbild der Waage. Südlich vom Mond sieht man den Riesenplaneten Jupiter. Am abendlichen Fixsternhimmel sieht man die sieben Sterne des Großen Wagens direkt über unseren Köpfen. Im Westen versinken die Wintersternbilder. Sirius im Großen Hund ist bereits untergegangen. Orion geht eben unter, ebenso der Stier mit seinem rötlichen Augenstern Aldebaran. Noch hoch im Westen sind die beiden Sternenketten der Zwillinge auszumachen.

Die Sonne wandert entlang dem aufsteigenden Ast ihrer Jahresbahn. In den frühen Morgenstunden am 19. wechselt sie aus dem Sternbild Fische in den Widder. Einen Tag später tritt sie in das Tierkreiszeichen Stier. Die Tageslänge wächst um eindreiviertel Stunden. Ulrich Keller

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