Sophie I. und Konrad I. regieren

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- Grabenstätt (edh) - Nun ist auch Grabenstätt fest in der Hand der Faschings-Regentschaft.

In einem Handstreich übernahmen als Amerikaner verkleidete "Truppen" am Sonntag die Gemeinde, ließen sich vom bisherigen Bürgermeister die Schlüssel des Schlosses aushändigen und verbannten die alte Gemeindeverwaltung in die zugigen Räume des Winkler Schlosses. Als kleine Entschädigung und um die Entmachteten von ihrem Kummer abzulenken, legten die "Invasoren" eine schmissige Las-Vegas-Show aufs Parkett - all das in der Aula der Schule, die allmählich all die vielen Zuschauer nicht mehr fassen kann.

Der ganze Akt begann nostalgisch. Das vormalige Prinzenpaar, Prinzessin Aurea und Prinz Alexeys verabschiedeten sich mit einem Walzer, übergaben das Zepter und zogen sich ins zweite Glied zurück. Nach dem Motto "der König ist tot, es lebe der König" zogen sogleich die Nachfolger ein. "Glory, Glory, Halleluja" schallte es durch das Gebäude, als die versammelten Garden einmarschierten. Zunächst kam die Kindergarde, in den amerikanischen Flaggenfarben gekleidet, voran ein Kind als Freiheitsstatue dekoriert, dann die jungen Damen in ihren weißen Revuekleidchen samt Zylinder, danach auch die jungen Herren, ebenfalls in weiß. Sie entboten Tänze à la Las Vegas mit allerlei artistischen Figurenkonstruktionen als Einlagen.

Das neue Prinzenpaar ließ keinen Zweifel daran, wer jetzt in den nächsten sechs Wochen das Sagen haben würde. Prinz Konrad I. von den tausend Lichtern kündigte an, das Zepter übernehmen zu wollen und Grabenstätt in eine Faschingshochburg zu verwandeln. Ihre Lieblichkeit Sophie I. zeigte sich stolz darüber, jetzt regieren zu können. Da man für die Regierungsgeschäfte aber eine gebührende Unterkunft brauche, erging sogleich der Erlass, ihnen das "wunderschöne Schloss" zu übergeben. Das beste sei schließlich gerade gut genug, und sie habe sich schon lange gewünscht, dort einmal nächtigen zu dürfen. Daher ersuche man dringend um die Schlüssel desselben.

Die bisherige Verwaltung möge doch bis auf weiteres in das "prunkvolle und schöne Schloss zu Winkl" umziehen, und sie hoffe, dass man mit diesem großzügigen Angebot zufrieden sei. Bürgermeister Georg Schützinger machte gute Miene zum bösen Spiel: Das Winkler Schloss werde wohl "ein bisschen frisch" sein, da die Fenster nicht mehr so gut schließen.

Schützinger ein

guter "Verlierer"

Aber es werde wohl schon gehen, in den nächsten Wochen werde man eh wenig zu Hause sein. Und er zeigte sich als guter "Verlierer", übergab an die neuen Herrscher sogar noch Blumen und eine Flasche vom besten Gemeinde-Sekt.

Bevor das neue Herrscherpaar sich dann mit dem Prinzenwalzer die Herzen seiner Untertanen wie im Flug eroberte, verkündete Prinzessin Sophie noch einen weiteren Erlass: Der Grabenstätter Außenminister Franz Wiesholler, der in Amerika gut angesehen und wohl gelitten sei, müsse unbedingt im Schloss Winkl eine eigene Suite zur Verfügung gestellt bekommen.

Amerikanisch ging es dann weiter: Mit einem schmissigen Tanz des Prinzenpaares, mit einer "Goldfinger"-Einlage, mit den "Blues Brothers" und einem Elvis in ganz, ganz jungen Jahren und mit dem legendären Hüftschwung.

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