Weitere Schneetragödie am Wochenende in Tirol

Lawine bei Skitour ausgelöst: Zwei Tote in Tirol erst nach einem Tag gefunden

  • Markus Zwigl
    vonMarkus Zwigl
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Am 30. Januar um 10.24 Uhr, das ergaben die Ermittlungen am 31. Januar, unternahmen eine 38-jährige Tirolerin und ein 37-jähriger Tiroler in Sellrain (Stubaier Alpen) eine Skitour über die Juifenalm und weiter über die Kühgrüblalm in Richtung zum Gifel „Auf Sömen“.

Sellrain - Bei der Abfahrt lösten sie im freien Skiraum, im Bereich Kühgrüblalm (Seehöhe 2100 m) eine Schneebrettlawine im Ausmaß von etwa 30 m und einer Länge von etwa 150 m aus. Beide wurden durch diese Lawine zur Gänze verschüttet und sie konnten erst am Abend des 31. Januar tot geborgen werden, nachdem am 31. Januar um 16.45 Uhr durch Angehörige des Mannes die Abgängigkeitsanzeige erstattet wurde und durch Angehörige der Frau am Parkplatz des Ausgangspunktes der bereits eingeschneite Pkw vorgefunden werden konnte.

Sofort (16.54 Uhr) wurde die Bergrettung Sellraintal über die LT verständigt. Ebenso wurde der NAH C1 verständigt, welcher sofort zu einem Suchflug im Bereich Sellraintal – Juifenalm – Roter Kogel startete. Bei diesem Suchflug konnte gegen 17.43 Uhr im Bereich der Kühgrüblalm ein Lawinenkegel ausgemacht werden. Bei näherer Erkundung konnte durch den Rotorabwind der über Nacht gefallene Neuschnee (ca. 5 cm) weggeblasen werden und es konnten die roten Airbags eines Airbagrucksacks gesichtet werden. Sofort wurde, in mehreren Rotationen, eine Suchmannschaft der Bergrettung zum Lawinenkegel geflogen. Aufgrund der eingetretenen Dunkelheit und Nebels mussten weitere Suchmannschaften terrestrisch über die Rodelbahn der Juifenalm ins Suchgebiet aufsteigen. Gegen 17.45 Uhr konnten durch die Suchmannschaften die Vermissten im Lawinenkegel mittels LVS-Gerät lokalisiert und ausgegraben werden. Die Angehörigenverständigung wurde im Beisein eines KIT Teams von den jeweils wohnortzuständigen Polizeiinspektionen durchgeführt.

Am Einsatz waren: die Bergrettung Sellraintal mit 30 BergretterInnen, die Freiwillige Feuerwehr Gries im Sellrain mit 15 Mann und 3 Fahrzeugen, die Alpinpolizei mit 2 Beamten die CREW des NAH C1 sowie eine Polizeistreife beteiligt.

Am Samstag kam es zu zwei weiteren schweren Lawinenunglücken in Tirol. Dabei kamen in der Axamer Lizum und bei Kühtai zwei Menschen ums Leben.

Pressemitteilung der Landespolizeidirektion Tirol

Rubriklistenbild: © Matthias Lauber

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