Sechs Teenager tot in Gartenlaube gefunden

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Es sollte eine gemütliche Feier im kleinen Kreis werden. Doch für sechs junge Erwachsene endet der Abend in einer Gartenlaube tödlich. Der Besitzer der Hütte findet am nächsten Morgen ihre Leichen, darunter seine eigenen Kinder.

Tragödie: Vater entdeckt seine toten Kinder und deren Freunde

Arnstein – Für den Vater muss es der blanke Horror gewesen sein. Seine beiden Kinder Rebecca und Florian, gerade volljährig, feiern zusammen mit Freunden in einer abgelegenen Gartenhütte. Als sich nach der Party niemand meldet, macht der Vater sich Sorgen, fährt nachschauen – und findet alle sechs jungen Erwachsenen im Alter von 18 und 19 Jahren tot. Warum sie starben, ist unklar. Ein Gewaltverbrechen schließt die Polizei nach dem Fund am Sonntag aber früh aus.

Die Laube steht in einer extrem einsamen Gegend. Mehrere Kilometer sind es bis nach Arnstein, dem nächsten kleineren Städtchen im unterfränkischen Kreis Main-Spessart bei Würzburg. Auf dem Weg dahin sind vor allem Felder, Wälder, ab und an ein Bauernhof zu sehen. An einem langen holprigen Weg liegt dann das Gartengrundstück, rundum eingewachsen und schon etwas verwildert.

Das rostige Tor ist mit einem schwarzen Fahrradschloss versperrt, davor flattert ein Absperrband der Polizei. Ein behelfsmäßiger Ausdruck auf Papier in einer Klarsichthülle macht klar: „Tatort - Betreten verboten!“ Zur Sicherheit sind am Sonntagabend auch Polizisten vor Ort, die Scheinwerfer des Streifenwagens eingeschaltet.

Das Gartenhaus ist in der Dunkelheit dennoch nicht zu sehen. Polizeisprecher Björn Schmitt schildert, wie es dort aussieht: „Das ist ein kleineres, älteres Haus. Man kann es schon als Gartenhaus bezeichnen, aber es ist ein gemauertes Gebäude mit einem kleinen Anbau.“

In dem Häuschen der Familie hatten die Gruppe von fünf Männern und einer Frau am Samstagabend gefeiert. Als der Vater selbst am frühen Morgen noch nichts von seinen Kindern Rebecca und Florian hört, macht er sich Sorgen. Am Sonntagvormittag fährt er los – und findet die sechs Freunde, tot.

Woran sie starben, ist unklar. Klar ist nur: Es handelt sich nicht um ein Gewaltverbrechen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft betonen. Die Spekulationen schießen ins Kraut. Eine davon: Kohlenmonoxidvergiftung. Denn in der Nacht ist es kalt, auf dem Boden liegt Schnee, und in der Laube haben die jungen Leute den Ofen eingeschürt. Polizeisprecher Schmitt macht aber klar: „Es bestehen aber noch viele andere Möglichkeiten. Das ist reine Spekulation.“

In Arnstein, einem Städtchen mit gut 8000 Einwohnern, macht die Nachricht von der Tragödie sofort die Runde. Ein Nachbar der Familie, der die Hütte gehört, ist tief betroffen. Er habe die meisten der Opfer gekannt – und die junge Rebecca habe ihren 18. Geburtstag gefeiert, sagt er.

In der „Brotzeithütte“, wie der alte Gartenschuppen genannt wird, hätten junge Leute immer wieder mal gefeiert, erzählt ein anderer Einwohner. Wie die anderen Gäste in der Gaststätte im Ortskern kennt auch er heute nur ein Thema. Schon am Mittag, als Rettungskräfte durch die Straßen rasten, habe man geahnt, „dass da was Schlimmeres passiert sein muss“.  lby

Zurück zur Übersicht: Welt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare