Schuhe, Ski, Bindung: Darauf kommt es bei der Langlauf-Ausrüstung an

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-Klassisch oder Skating? Grundsätzlich gibt es zwei Stilarten: das klassische Langlaufen (in der Loipe) und das erst in den 80er Jahren aufgekommene Skating.

Da die Bewegungsabläufe der beiden Techniken komplett verschieden sind (klassischer Langlauf ähnelt stark dem Laufen/Joggen, Skating dem Schlittschuhschritt wie beim Eisschnelllauf), wird auch unterschiedliches Material benötigt.

Wer sich eine Langlauf-Ausrüstung (kostet für Einsteiger im Set-Preis je nach Qualität zwischen 200 und 400 Euro) kaufen möchte, geht am besten so vor: zuerst die Stilart bestimmen, dann einen passenden Schuh aussuchen – denn vom Schuhmodell wiederum hängt ab, welches Bindungssystem und welcher Ski dazu passen.

-Schuhe

Klassikschuhe haben eine sehr flexible Sohlenkonstruktion, damit man weich abrollen kann. Für Anfänger reichen Klassikschuhe über den Knöchel. Fortgeschrittene bis Profis wählen Halbschuhe, die aber wegen ihrer integrierten Gamasche auch knöchelhoch aussehen.

Skating-Schuhe haben eine härtere Sohle und eine seitwärts verwindungssteife Manschette, die über den Knöchel reicht.

Pursuit-Schuhe (für Skiathlon / Verfolgung) schließlich kombinieren die weiche Sohle des Klassik-Schuhs mit der steifen Manschette von Skating- Stiefeln. Dieser Mittelweg dient Läufern, die für beide Stilarten einen (Kombi-)Schuh kaufen wollen.

Tipp: Speziell Anfänger haben mit besserem Schuhwerk mehr Spaß wegen der effektiveren Kraftübertragung und Führung. Generell ist die Passform das entscheidende Kaufkriterium.

-Bindung

Hat man den passenden Schuh gefunden, ist die Bindungsfrage schon gelöst. Denn: Im Gegensatz zum Alpinskilauf gibt es beim Langlauf zwei Bindungssysteme, die nicht kompatibel sind: NNN (New Nordic Norm) mit den Systempartnern Alpina, Fischer, Madshus und Rossignol sowie SNS (Salomon Nordic System) mit den Systempartnern Atomic, Hartjes und Salomon. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass die vom norwegischen Hersteller Rottefella entwickelte NNN-Bindung eine geringere Standhöhe hat, was sich vorteilhaft auf Abdruck und Gefühl für die Lauffläche auswirkt. Bei SNS wird noch einmal differenziert zwischen Profilbindung (Metallachse an der Schuhspitze) und Pilotbindung (Zweiachssystem). Ob NNN oder SNS, es gibt je eine Version für klassische und freie Technik.

-Ski

Langlaufski sind lang, schmal (je nach Art vier bis sieben Zentimeter breit) und haben üblicherweise keine Stahlkanten. Der Vortrieb entsteht vor allem aus eigener Kraft und nicht durch die Schwerkraft. Abfahrten und insbesondere das Fahren von Kurven sind nur eingeschränkt möglich bzw. sehr anspruchsvoll – insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten. Die Länge des Skis hängt in erster Linie von Körpergewicht und gewählter Lauftechnik ab, nur untergeordnet von der Körpergröße.

Klassik-Ski sind lang (Körpergröße plus 15 bis 30 Zentimeter), relativ schmal und haben in der Skimitte am meisten Spannung. Beim Belag wird differiert zwischen NoWax-Ski, bei denen Schuppen oder ähnliche Strukturen ein Zurückrutschen verhindern, und Wachs-Ski, bei denen die Lauffläche in Steig- und Gleitzone unterteilt ist (die jeweiligen Bereiche müssen mit speziellem Wachs entsprechend präpariert werden). Wem das Wachsen zu aufwendig erscheint, der setzt auf Schuppenski – diese kommen qualitativ allerdings weder beim Gleiten noch beim Aufstieg an gute Wachsski heran.

Skating-Ski sind kürzer, steifer und härter als Klassik-Ski (Körpergröße plus 0 bis 15 Zentimeter); hier wird die gesamte Lauffläche mit Gleitwachs präpariert.

Cruising-Ski sind etwas breiter und kürzer als Race Ski, erhältlich sind sie als Schuppenski oder als Wachs-Version (geeignet für Anfänger, Loipenwanderer und gemütliche Läufer).

Backcountry-Ski taugen für Wanderungen und Langlauf-Touren im freien Gelände (ohne Loipe) – sie sind mindestens fünf Zentimeter breit und oft mit einer Stahlkante versehen.

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